«Might & Magic Heroes» Im Bündnis mit der Hölle

Computerspiel «Might & Magic Heroes VI» (Foto)
Eine Schlacht wie ein Schachspiel: Gegen den Gegner zu taktieren bleibt auch in Might & Magic Heroes VI eine spannende Herausforderung. Bild: Ubisoft

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Getrieben von blinder Kampflust? Der sechste Teil der PC-Spiel-Serie Might & Magic Heroes bietet zwar viel Kanonenfutter. Doch Spieler müssen beweisen, dass sie Charaktere mit Tiefgang sind. Noch hat die Vorabversion des Strategiespiels allerdings ihre Schwächen.

Von der Fantasy-Welt geschaffen und gleichzeitig verteufelt, haben es Orks nicht leicht. Richtig an den Kragen geht es den Höllenwesen, wenn sie sich Engel zu Feinden gemacht haben. In Ashan allerdings, der Welt des neuen rundenbasierten Strategiespiels Might & Magic Heroes VI, haben die Engel nicht mit dem schnöden menschlichen Geist gerechnet.

Herzog Slava, Sohn eines gefallenen Helden aus dem Geschlecht der Greifenherz, lässt sich nicht zu blinder Blutrünstigkeit gegen die Orks verleiten. Das Herz am rechten Fleck verbündet sich der junge Kämpfer mit den dunklen Geschöpfen - gegen jeden Rat gestandener Kämpfer. Mit Verstand eingesetzte Truppenfähigkeiten sind in seiner Hand eine effiziente Waffe.

«Might & Magic Heroes VI»
Krieger mit Charakter
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Mitte Oktober erscheint Might & Magic Heroes VI bei den deutschen Händlern. Von gewaltigen Schlachten ist zu Beginn des Kampagnenmodus allerdings nicht viel zu sehen. Slava streift zunächst über eine bunte Geländekarte, auf der hier und da Schätze glitzern, Wegpunkte auftauchen, die helfen, den Nebel über den Ereignissen zu lüften, und auf der mancher Schrein nicht nur moralische Stärkungsboni für die ersten Schlachten liefert.

Talente bis zum Abwinken

Hier und da warten die ersten Gegner. In der Beta-Version sind das zumeist harmlose Hampelmänner, die Slava mit einer Handvoll Kämpfer an seiner Seite schnell in ihre Schranken verweist. Ein bisschen mehr Gegenwehr dürfte es schon sein, auch wenn gerade Anfänger so schnell den Umgang mit der Spielmechanik lernen und einen schnellen Stufenaufstieg erleben. Allerdings führt das die verschiedenen Schwierigkeitsmodi ad absurdum.

Schneller Fortschritt ist in der Fortsetzung der Spielereihe aber nur zum Teil entscheidend. Wie die Beta-Version zeigt, sind rollenspielerische Elemente ein entscheidender Faktor. Mit jeder neu erreichten Stufe erhält der Spieler Talentpunkte, die für Charakterspezialisierungen eingesetzt werden können. Dabei fällt die Auswahl durchaus nicht leicht: «Might», «Magic» oder «Tactical», hier entscheidet sich der Spieler, ob er sich auf Zauberkraft konzentriert, Kampftalent entwickelt oder als Stratege den Gegnern zu Leibe rückt. Obendrein sind auf der Gebietskarte verschiedene Rüstungsartefakte versteckt, die beispielsweise die Verteidigungswertung erhöhen.

«Might & Magic Heroes VI»
Wenn Engel Kriege anzetteln
Video: Ubisoft

Wie gut das später im fertigen Spiel ankommt, wird davon abhängen, ob die Entwickler der Black Hole Studios ausreichend am Gleichgewicht der Kräfte gefeilt haben. In der Beta-Version des Spiels ist das bisher bestenfalls mäßig gelungen. Eine hohe Verteidigungskraft ist zwar immer schön, doch wenn entsprechende Kampftypen auf dem Schlachtfeld kaum Schaden verursachen, werden sie von dem meisten Spielern auf dem schnellsten Wege vom Platz gestellt.

Probleme bei Balance und Grafik

Das könnte auch den Kampfeinheiten blühen, die in der Vorabversion mit am Gegner verursachten Schäden zusätzlich die eigene Truppen treffen. Ob das ein Fehler ist? Unklar. Es könnte tatsächlich auch ein taktisches Moment sein, das den Spielern mehr strategisches Vorgehen im Umgang mit der eigenen Armee abverlangt.

Grafisch setzt die Beta-Version des Strategiespiels auf durchaus bekannte Designs. So sind das Interface und die Screens zwischen den einzelnen Leveln unter anderem aus Die Siedler 7 bekannt. Anders als im Wuselimperium lässt Might & Magic Heroes VI allerdings kaum Detailblicke zu. In der Beta-Version war ausschließlich eine Vogelperspektive möglich. Und auf den Schlachtfeldern tauchte etwa Slava immer wieder nur als durchscheinendes Figurenmodell auf. Obendrein flackern und flimmern einige Charaktere in der Beta-Version, sobald sie angewählt werden. Das irritiert und lenkt ab. Derlei Probleme werden bis zum Verkaufsstart vermutlich aber behoben sein.

Quests, ein Erfolgssystem und weitreichende Vertonung runden das Spielerlebnis ab. Aufhorchen lässt zudem die Musik, die dem Spiel sprichwörtlich auf den Leib geschneidert wurde. Davon darf das Spiel im Endergebnis gern mehr bieten.

Fazit. Black Hole ist es sehenswert gelungen, das rundenbasierte Strategiespiel durch Rollenspielelemente hochwertig zu gestalten. Die Herausforderung in einer bunten Grafik, die unter Umständen nicht jeden Geschmack trifft, ist auf jeden Fall gegeben. Beheben die Entwickler die der Beta-Version eigenen Probleme, hat Might & Magic Heroes VI eine hohe Chance, beste Wertungen zu ergattern.

Titel: Might & Magic Heroes VI
Genre: Strategiespiel (rundenbasiert)
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Black Hole
Preis: zirka 50 Euro
Sprache: Deutsch
USK: freigegeben ab 12 Jahren
Altersempfehlung der Redaktion: ab 12 Jahren
Plattform: PC
Veröffentlichungsdatum: 13. Oktober 2011
Weiterspielen: Civilization V (PC), Might & Magic Clash of Heroes (Playstation 3)

zij/news.de

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