Facebook vs. Google Die Netzwerkgiganten im Vergleich

Google vs. Facebook (Foto)
Die Gigantenschlacht: Google vs. Facebook. Bild: Fotomontage news.de

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Drei Monate nach dem Start von Google+ erfindet sich auch das Facebook-Imperium komplett neu. Freundeskreise, Videochat, Abo-Button, Suchleiste und Privatsphäre - die beiden Netzwerke im news.de-Check.

Es herrscht Krieg in der Welt der sozialen Netze und die Kontrahenten schießen aus allen Rohren. Beinahe täglich feuern Facebook und Google+ derzeit Neuerungs-Salven auf ihre Mitglieder ab. Die jüngsten Coups der Netzwerkgiganten: Das Zuckerberg-Netz rief auf der Entwicklerkonferenz f8 gleich seine eigene Neuerfindung aus und will künftig von Geburt an am Leben seiner Nutzer teilhaben. Bei dieser Meldung ging fast unter, dass bald auch Musikdienste und Videostreams über Facebook genutzt werden können.

Wenige Tage zuvor hatte Google+ unter großem Getöse seine Beta-Phase beendet und sein soziales Netzwerk für alle geöffnet. Als zusätzlichen Anreiz wurde das Netzwerk mit einer Suchfunktion und dem ausgebautem Videochat nochmals massiv aufgewertet.

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Den Usern darf es recht sein, selten war die Floskel «Konkurrenz belebt das Geschäft» zutreffender als beim Internetzweikampf zwischen Facebook und Google. Selbst Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner äußerte sich jüngst erfreut über das Duell: «Entscheidend ist, dass es jetzt Konkurrenz gibt, die ähnliche Netzwerke mit anderen Einstellungen aufbaut».

Nur: Wer sich nicht ständig mit der Materie befasst, verliert schnell den Überblick im Innovationsdschungel. News.de gibt deshalb einen Überblick.

Mitglieder

Hier liegt der Platzhirsch mit inzwischen etwa 800 Millionen Mitgliedern weltweit klar vorne. Google+ kann nach knapp dreimonatiger Beta-Phase immerhin bereits 25 Millionen Nutzer verzeichnen. Nachdem das Netzwerk seit kurzem frei zugänglich ist, dürften auch die Nutzerzahlen noch einmal in die Höhe schnellen. Ob man auf Dauer in ähnliche Sphären wie Facebook vorstoßen kann muss sich allerdings zeigen. Das Potential dazu hätte Google allemal: Rund eine Milliarde Menschen nutzen nach Unternehmensangaben die konzerneigenen Dienste wie Gmail.

Facebook-Privatsphäre
Google sei Dank?
Video: news.de

Freunde

Google+ machte nach seinem Start als «Netzwerk der Kreise» von sich reden. Die geknüpften Kontakte lassen sich dort in sogenannte Circles ziehen und komfortabel verwalten. Facebook dagegen lässt Kontakte über Freundeslisten organisieren, die seit kurzem zu Teilen automatisch bestückt werden - für viele Nutzer ein Ärgernis, da sie ihre Listen lieber selbst anlegen möchten.

Chat

Neben der normalen Chatfunktion lassen sich bei Google+ über die Hangout-Funktion Videochats und Konferenzen mit bis zu zehn Personen führen. Außerdem sollen nach der neuesten Erweiterung sogar öffentliche Videoübertragungen für alle Google+-Nutzer möglich sein. In diesem Punkt hinkt Konkurrent Facebook etwas hinterher. Zwar lancierte auch das Zuckerberg-Netzwerk in Kooperation mit Skype einen Videochat, allerdings ist dieser aktuell noch auf einen Gesprächspartner beschränkt.

Suche

Mit der Öffnung von Google+ für die Allgemeinheit hat der Suchmaschinenbetreiber seinem Netzwerk passenderweise auch gleich eine Suchfunktion verpasst. Mit dieser lassen sich nicht nur die Mitglieder, sondern beispielsweise auch Beiträge oder Inhalte suchen. Bei Platzhirsch Facebook sucht man ein vergleichbares Tool bisher vergeblich. Selbst das Auffinden von anderen Mitgliedern gestaltet sich hier oft als ein unlösbares Problem.

Funktionen

Der «Gefällt mir»-Button, vielleicht das größte Erfolgsrezept bei Facebook, heißt bei Google «+1»-Button. Einträge, Links, Fotos oder Videos können so empfohlen werden. Mit dem «+1»-Button verfolgt Google außerdem das Ziel, künftige Ergebnisse der Google-Suche zu optimieren und das Netz so auf Dauer quasi zu personalisieren.

Mit seiner Neuankündigung geht Facebook nun noch einen Schritt weiter: Künftig «gefallen» Sachen nicht mehr nur, sondern es lassen sich alle Dinge automatisch empfehlen: Der aktuelle Lieblingssong, der gerade gelesene Artikel oder die jüngst gelaufene Joggingstrecke.

Google+ verfügt mit Sparks über eine Funktion, mit der man ein eigenes Interessenprofil anlegen kann. Zu diesem Begriff erhält man dann Neuigkeiten, Videos, Fotos und andere passende Einträge in einem Feed.

Spiele & Werbung

Während man sich bei Facebook vor Farmville und Mafia-Wars-Anfragen kaum retten kann, ist der Spielemarkt bei Google (noch) angenehm dezent gehalten. Dafür bietet Facebook das wesentlich größere Repertoire. Das Zuckerberg-Netzwerk ist eng mit Zynga (Farmville, Mafia Wars, Zyngapoker, Caféworld etc.) verzahnt, dem größten Hersteller von Browsergames.

Schon lange hat sich der Facebook-User mit der oft erschreckend zutreffenden Werbung am rechten Bildschirmrandrand anfreunden müssen. Äußerst angenehm fällt dem Neu-Plusser daher auf, dass der Suchmaschinengigant bisher komplett auf Reklame verzichtet. Und das soll laut Google «in der absehbaren Zukunft» auch so bleiben.

Privatsphäre + Datenschutz

Im Gegensatz zu Facebook wurden Datenschutz und Privatsphäre bei Google+ von Beginn an groß geschrieben. Im Netzwerk des Suchmaschinengiganten organisiert man seine Freunde über sogenannte Circles. So lässt es sich sehr einfach und übersichtlich steuern, was man mit wem teilen möchte. Facebook ist inzwischen zwar mit Freundeslisten und besseren Privatsphäre-Optionen nachgezogen. Dennoch zieht sich das Zuckerberg-Netzwerk immer wieder den Ärger seiner Nutzer zu, da es viele Einstellungen festlegt ohne sie zu kommunizieren.

Mit der neuesten Ankündigung, sein Netzwerk zu einem «Lebenstagebuch» zu machen, rückt Facebook wieder extrem in das Visier der Datenschützer. Für die Gestaltung der Privatsphäre-Einstellungen nach den eigenen Bedürfnissen sollte man sich bestenfalls gleich einen ganzen Nachmittag Zeit nehmen – zu unübersichtlich sind diese angelegt, selbst für Social Media-Experten.

Fazit

In seiner Übersichtlichkeit liegt das größte Plus des Google-Netzwerks. Im Gegensatz zu Facebook wirkt Google+ viel aufgeräumter und übersichtlicher. Das Dilemma des Google-Netzes: Man muss die Internetnutzer nun noch irgendwie davon überzeugen, dass sich ein Account bei Google+ lohnt. Denn das große Pfund, mit dem Facebook wuchern kann, sind seine weltweit 800 Millionen Mitglieder. Wen Facebook noch nicht extrem nervt, der wird sich kaum von einem Neustart bei der Konkurrenz überzeugen lassen, wenn er dort seine Freunde nicht alle wieder findet.

ruk/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • aufgedeckt
  • Kommentar 2
  • 28.12.2011 12:55
Antwort auf Kommentar 1

Hallo Sascha, Rechtschreibung 1A! Weiter so. (;

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  • Sascha
  • Kommentar 1
  • 24.09.2011 21:38

Facebook vs. Google Was ich über FB sagen kann FB ist einklich wohl gut aber was an FB scheiße ist das jeder so schnell das konto knacken kann. ich bin seit zwei jahren schon da fast und mein account würde schon mal geknackt abwohl es kein einfachres passwort wahr wie Twitter hat FB das selbe problem Bei Google+ bin ich seit ein montat so mal schaun wie es würd aber eins hab ich gelernt mann sollte nie zu viel vonn sich da preisgeben.

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