Von news.de-Redakteur Martin Walter
Charismatischer Präsident mit dunklen Flecken: Eine Dokumentation im Zweiten lüftet Die Geheimnisse des John F. Kennedy. Hinter der Lichtgestalt kommt ein Doppelleben mit sexuellen Eskapaden zum Vorschein.
Den Namen John F. Kennedy umweht bis heute ein Hauch von legendenhaftem Mythos. Der Präsident, der nur gut 1000 Tage im Amt war, steht für immer für den ewig jungen, charismatischen und smarten Hoffnungsträger Amerikas.
Kennedy zieht 1961 als 35. Präsident der Vereinigten Staaten mit Glanz und Glamour ins Weiße Haus ein. Seine Frau Jaqueline und er verkörpern das amerikanische Idealbild der 1970er Jahre: Reich, gut aussehend und verhaftet mit dem Versprechen, gemeinsam in eine neue Zeit aufzubrechen. Spätestens mit seiner Ermordung am 22. November 1963, bis heute Ursprung zahlreicher Spekulationen und Verschwörungstheorien, wurde die Lichtgestalt endgültig zum Mythos, die ganze Welt stand unter Schock.
Doch die Glorifizierung des ewig jungen US-Präsidenten blendete vieles aus. Wahlmanipulationen, Affären mit anderen Frauen, Verbindungen zur Mafia – das alles wollte nicht ins Bild passen, das sich Amerika und die Welt von John F. Kennedy machten. Die ZDF-Dokumentation Die Geheimnisse des John F. Kennedy spürt genau diese Schattenseiten auf und gewinnt dabei erschreckende Erkenntnisse.
Doppelleben mit amourösen Affären
Autor Manfred Oldenburg liefert einen Einblick in die private Welt des Politikers Kennedy. Ehemals enge Freunde und Wegbegleiter schildern erstmals vor der Kamera ihre Erinnerungen an die dunklen Seiten des Präsidenten. Erst vor einiger Zeit aufgetauchte Dokumente und privates Filmmaterial des Kennedy-Clans zeigen Ausschnitte aus dem Familienleben des Politikers von Mitte der 1930er Jahre bis kurz vor seinem Tod.
Zum Vorschein kommt im wahrsten Sinne des Wortes ein Doppelleben. Politische Weggefährten, Mitarbeiter des Secret Service und seine Geliebte Gunilla von Post enthüllen pikante Details. So gefährdeten etwa Kennedys sexuelle Eskapaden nicht nur seine Ehe, sondern auch seine politische Karriere. Eine der Geliebten war die deutsche Edelprostituierte Ellen Rometsch, die vom FBI verdächtigt wird, eine DDR-Agentin gewesen zu sein. Die Ironie des Schicksals: Ausgerechnet am 22. November 1963 berichtete die Presse über diese Affäre – nur wenige Stunden vor der Ermordung des jungen US-Präsidenten.
Die Geheimnisse des John F. Kennedy: Dienstag, 13. September 2011, 20.15 Uhr im ZDF
rut/news.de