Von Carsten Rave
Dirty Harry ist wieder da: Deutschlands wichtigster Late Night Talker, Harald Schmidt, meldet sich zurück. Sein erster Gast heute Abend ist Hape Kerkeling. Im Interview erklärt Schmidt, dass er auch donnerstags auf Sendung gehen will und gern mehr Steuern zahlen würde.
Was lange währt, wird endlich gut: Harald Schmidt ist wieder bei Sat.1 und will ab heute Abend spötteln, als sei er nie weg gewesen. Sieben Jahre, so hatte Dirty Harry schon gelästert, habe er die Investoren des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 Media AG geschont: In der Zeit sei er von der ARD bezahlt und gesendet worden, aber im Grunde sei er doch immer Sat.1 treu geblieben.
Jetzt ist er wieder zurück. Harald Schmidt, Deutschlands wichtigster TV-Humorist, hat wieder in seine alte Heimat zurückgefunden. Wenn auch nur mit halber Kraft, denn sein Late Night Talk wird nicht mehr wie früher viermal die Woche zu sehen sein, sondern nur zweimal, immer dienstags und mittwochs um 23.15 Uhr.
Als Premierengast bittet Schmidt gleich einen Alleskönner ins Studio: Hape Kerkeling. Scheint so, als wolle Schmidt bei seinem Auftakt auf Nummer sicher gehen. Kein Geheimnis: Kerkeling ist Zuschauerliebling. Zudem wird die Band Guano Apes im Schmidt'schen Studio musizieren.
«Das ist eine frauenaffine Liebeserklärung»
Im Gespräch erzählt Harald Schmidt von seiner «Liebeserklärung» an die deutsche Talk-Kultur, von den Beratungskünsten des RTL-Urgesteins Helmut Thoma und warum es ihm besser gehe als der FDP:
Lauter Talks. Die ARD bittet fünfmal abends, das ZDF zumindest dreimal zu später Stunde zum Gespräch, Sat.1 mit Claus Strunz und die Dritten gesellen sich dazu. Aber Late Night Comedy außer Stefan Raab? Fehlanzeige. Will sich da niemand die Finger verbrennen?
Harald Schmidt: Ich weiß es nicht. Aber Fakt ist: Außer Sat.1 gibt es keinen Sender, der eine quasi tägliche Late Night Show ins Programm nimmt, auch weil die Zahl der Moderatoren überschaubar ist.
Weil Sie der einzige sind, wie Sie schon betont haben.
Schmidt: Vielleicht werden wir durch ZDFneo und das TV Lab eines Besseren belehrt, wenn dort neue Talente heranreifen!
Das kann aber dauern...
Schmidt: Das ZDF hat qualifizierte Mitarbeiter, die dafür Denkmodelle in die Luft werfen! Aber zurück zu den Talks: Man wird sehen, welche sich da durchsetzen werden. Kollege Reinhold Beckmann würde sagen: Es wird sich rütteln. Frage ist nur, wer wohin gerüttelt wird. Ich habe gerade gesehen: Anne Will bespricht den Euro, Sandra Maischberger redet über den Euro. Zwischendurch erholt man sich mit dem 11. September. Ich sage das aber alles als Fan. Das ist eine Liebeserklärung, eine frauenaffine Liebeserklärung!
Da wären sie bei Sixx doch besser aufgehoben!
Schmidt: Ist Sixx frauenaffin, oder nicht doch für Ältere? Frauen und Alte - das schafft der ARD-Vorabend. Das hat der alte schon hinbekommen, der neue umso mehr. Der wird die ARD in ungeahnte Höhen katapultieren. Durch Thommy!
Thomas Gottschalk ist am Vorabend besser aufgehoben als früher in der Late Night bei RTL?
Schmidt: Warum nicht auch wieder eine Late Night bei RTL? Da würde ich mich von Dr. Helmut Thoma beraten lassen. Wahrscheinlich unentgeltlich, auf jeden Fall unaufgefordert. Bei Anruf Beratung!
Zurück zu Ihnen. Haben Sie nicht viele Zuschauer des Sat.1-Stammpublikums seit Ihrem letzten Auftritt für den Sender im Dezember 2003 verloren - im Grunde eine halbe TV-Generation?
Schmidt: Keine Ahnung. Aber da geht es mir doch immer noch besser als der FDP. Ich serviere Brot- und Butter-Themen. Themen, die die Menschen bewegen. Emotionen, Gefühle, Leidenschaften.
Da fehlt es mir gerade etwas an Trennschärfe.
Schmidt: Völlig unterschiedliche Bereiche - sie können aber manchmal ineinander übergehen.
Aber Sie machen weder Fisch noch Fleisch. Zwei Sendungen am Dienstag und Mittwoch, keine komplette Woche. Underperformer.
Schmidt: Das hat mit der Sendeplatzkapazität von Sat.1 zu tun. Der Freitag ist ein ganz ungünstiger Tag. Das gleiche gilt für den Montag. Am Donnerstag würde ich auch gerne noch senden, das wäre ideal. Aber Johannes B. Kerner ist da so erfolgreich - den kann man nicht verdrängen.
Nochmal: Was ist anders als 2003?
Schmidt: Nichts. Aber ich würde gerne mehr Steuern bezahlen.
Ich nicht.
Schmidt: Okay, bei mir spielt das aber keine Rolle!
Wären Sie bei Ihrem Sinn für den kleinen Mann nicht ein Mensch, der die gesellschaftliche Mitte anspricht. Die Mitte, die ZDF-Chefredakteur Peter Frey sucht?
Schmidt: Die Mitte ist bei mir, nicht beim ZDF: Ich finde es nicht so dramatisch, wenn die Mitte nicht bei den gebührenfinanzierten Sendern mit sieben Milliarden Euro Jahreseinnahmen ist, sondern bei mir. Ich habe meine Kernthemen nie verlassen. Ich bin so wie ein Jürgen Trittin jahrelang an der Spitze der CDU. Oder wie ein Dominique Strauss-Kahn, der auch für Katholiken wählbar ist. Ich versöhne, statt zu spalten.
Es scheint, dass Sie sich für den Neustart auf Sat.1 in die Klauen der PR-Strategen begeben haben: Sie geben ein Interview nach dem anderen. Entspricht nicht gerade Ihrer Gewohnheit von früher.
Schmidt: Das war meine Entscheidung: Entweder den Ball flach halten oder das mediale Flächenbombardement.
Sehr martialisch.
Schmidt: Ich bin Kriegsdienstverweigerer - gewesen. Auch im Sport spricht man von der Blutgrätsche oder durch die Wand hauen. Aber ich kann die Sprache nicht für historische Vorgänge verantwortlich machen. Nur: Ist das alles nicht zu kompliziert für Ihre Leser, welche Denkmodelle ich entwerfe?
Nicht nur für meine Leser.
Schmidt: Auch für Sie? Ich habe Sie schlauer in Erinnerung.
Harald Schmidt Show: ab Dienstag, 13. September 2011, jeweils dienstags und mittwochs ab 23.15 Uhr bei Sat.1
boi/sua/news.de/dpa
Harald Schmidt sollte FDP-Chef werden. Die Quoten hat es ja schon
Kommentar meldenWarnung an K 3+4, hier reden Blinde von der Farbe
Kommentar meldenOh Gott, den braucht doch wirklich kein Mensch mehr. Früher war er ja noch gut, aber zwischenzeitlich ist das doch ein abgehalfteter und geistig abgedrehter Schmierenkommödiant, der sich auf anderer Leutes Kosten selbst darstellt.
Kommentar meldenwas will der, ist doch nichts von ihm lässt alles schreiben dümmer und eklicher gehts nicht mehr. Und sowas bekommt noch Geld.Auf den Mond Schießen wenns geht vorbei !
Kommentar meldenKlar: Weg mit dem, was man nicht versteht!
Kommentar meldenDen sollte man zusammen mit Frau Merkel auf den Mond schießen!
Kommentar melden