Vom Buch zum Bühnenwerk: Das Theaterstück «Jeder stirbt für sich allein» nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada hat am Montagabend in Berlin Premiere gefeiert. Im Maxim Gorki Theater bekam das Anti-Nazi-Drama von den gut 400 Zuschauern viel Applaus.
Berlin (dpa) - Vom Buch zum Bühnenwerk: Das Theaterstück «Jeder stirbt für sich allein» nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada hat am Montagabend in Berlin Premiere gefeiert. Im Maxim Gorki Theater bekam das Anti-Nazi-Drama von den gut 400 Zuschauern viel Applaus.
Das Werk erzählt nach einer wahren Begebenheit von einem älteren Ehepaar, das nach dem Tod des einzigen Sohnes im Krieg in den Widerstand gegen Hitler geht.
Die zweistündige Inszenierung von Regisseurin Jorinde Dröse zeigt stark verdichtet die Geschichte des 700-Seiten-Romans. Die schiefe, schwarze Bühne wird begrenzt von riesigen Lettern, die in Bruchstücken das Wort Freiheit andeuten. Ruth Reinecke und Andreas Leupold spielen überzeugend das Ehepaar Quangel, das Anti-Hitler-Postkarten auslegt und dies mit dem Leben bezahlt. Wie auch im Roman sind die Figuren bisweilen überzeichnet, ob heimtückischer Denunziant oder sadistisch-brutaler Gestapo-Mann. Das Erzähltempo wechselt von Stakkato-Monologen mit schrillen Schlagzeugklängen zu stillen Momenten der Ausweglosigkeit.
Der von Drogensucht gezeichnete Fallada schrieb das Buch kurz vor seinem Tod 1947. Erst im Februar 2011 erschien die Originalfassung ungekürzt, seither wurde der Roman nach Angaben des Aufbau-Verlages schon mehr als 150 000 Mal verkauft. Auch im englischsprachigen Raum avancierte «Jeder stirbt für sich allein» zum Bestseller.
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