Von news.de-Volontär Ayke Süthoff
Wiesenhof, dieser Name steht für Geflügelprodukte mit guter Qualität - der Werbung sei Dank. Doch hinter der Fassade werden Tierquälerei und unmenschliche Arbeitsbedingungen in Kauf genommen - zeigt heute Abend das Erste.
Das Fazit der ARD-Reportage ist vernichtend: «Das System Wiesenhof funktioniert nur, weil der Konzern Umwelt, Tiere und Menschen ausbeutet», schreibt der Sender in seiner Pressemitteilung. Kein Wunder, dass bei PHW, dem größten deutschen Hersteller von Geflügelfleisch und Mutterkonzern von Wiesenhof, die Alarmglocken schrillen. Seit Wochen versucht die Rechtsabteilung von PHW, die Ausstrahlung des Films Das System Wiesenhof aus der Reihe ARD-exclusiv zu verhindern.
Verantwortlich für die 30-minütige Reportage ist der SWR, der nun schon vor der Ausstrahlung reichlich Aufmerksamkeit bekommt - von den Medien, aber auch vom Geflügelkonzern selbst. Wiesenhof-Gründer Paul-Heinz Wesjohann kritisierte laut Spiegel in einem Brief an den SWR-Fernsehdirektor Bernhard Nellessen, die Redaktion lasse sich von einer Kampagne «radikaler Tierschützer» instrumentalisieren. Außerdem reichte PHW Programmbeschwerde ein, da durch die angekündigten Inhalte Programmgrundsätze wie gewissenhafte Recherche, Ausgewogenheit, Wahrheit und Sachlichkeit verletzt würden.
Laut Spiegel ging PHW schon Anfang Juli gerichtlich gegen den Titel der Dokumentation vor, die Unterlassungsaufforderung scheiterte jedoch. Kern des Streits war der Untertitel «Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet». Die Kritik an den SWR-Redakteuren ist massiv. Doch man sieht sich im Recht. «Die Vorwürfe von PHW sind völlig haltlos», sagte SWR-Pressesprecher Wolfgang Utz zu news.de. «Der Film ist sauber recherchiert, und deswegen wird es keinerlei Änderungen geben», sagte Utz. Daher sei die Ausstrahlung am Mittwochabend nicht gefährdet.
PHW nutzt alle Kanäle
Die Programmbeschwerde des Geflügel-Unternehmens werde laut Wolfgang Utz nun geprüft. «Eine Programmbeschwerde muss innerhalb von zwei Monaten beantwortet werden. Ich gehe davon aus, dass es in diesem Fall schneller geht», sagt Utz. Es sei allerdings einmalig, dass schon vor der Ausstrahlung Beschwerde eingelegt wird, normalerweise geschehe dies nachher. Auch Wesjohanns Brief an SWR-Fernsehdirektor Nellessen sei ungewöhnlich. «Das ist aus meiner Sicht der Versuch, alle möglichen Kanäle zu nutzen», sagte Utz. Auswirkungen auf den Film oder dessen Ausstrahlung wird das Schreiben nicht haben.
Die industrielle Herstellung von Fleischprodukten ist immer ein heikles Thema. In Deutschland wird so viel und so günstig Fleisch produziert und konsumiert wie kaum sonst auf der Welt. Allein PHW schlachtet im Jahr 270 Millionen Hühner, also mehr als 5 Millionen Tiere pro Woche. Paul-Heinz Wesjohann bezeichnete in einem Interview mit der Welt seine Zucht als «soziale Tat», weil Hühnerfleisch durch Firmen wie Wiesenhof für jeden erschwinglich würde. Da das aber nur durch Massentierhaltung und die industrielle Tötung von Tieren umsetzbar ist, machen die meisten Konsumenten lieber die Augen zu - man will gar nicht so genau wissen, warum das Huhn so günstig auf den Teller kommt.
Der Film Das System Wiesenhof ist dagegen gnadenlos. Offen wird gezeigt, wie möglichst günstig, möglichst viel Fleisch hergestellt werden kann. Die Bilder sind erschütternd: Fettgemästete Hühner, die zu schwach sind, sich zu halten und im eigenen Kot verenden. Tausende Tiere, die industriell getötet werden. Masthöfe, die massive Umweltbelastungen verursachen. Das Bild, das der Film malt, ist furchtbar. Tierärzte, Geflügellandwirte, Anwohner und ehemalige Angestellte kommen zu Wort und bekräftigen die Aussage, dass Wiesenhof die Umwelt ausbeute und Tiere quäle.
Wie gewissenhaft für den Film recherchiert wurde, und ob die SWR-Journalisten tatsächlich objektiv vorgingen, wird erst die Verhandlung der Programmbeschwerde klären können. Fürs Erste öffnet Das System Wiesenhof Augen und regt zum Nachdenken über Fleischkonsum an. Schon das ist ein großer Verdienst.
Das System Wiesenhof - Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet, Mittwoch, 31. August 2011, 21.45 Uhr, Das Erste.
boi/news.de
Über 90% der Tiere, die wir essen, kommen aus der Massentierhaltung. Dort werden sie in Käfige gepfercht oder zu Tausenden in Hallen ohne Fenster gesperrt und sie verletzen sich gegenseitig vor Panik. Viele verenden schon vor der Schlachtung. Massentierhaltung ist der pure Horror für Tiere.
jetzt antwortenKommentar meldenHerr Wesjohann hat also, der armen Leute zuliebe, diese Firma gegründet und muss deshalb Hühner und Puten quälen, damit auch der Ärmste hierzulande genug Fleisch zu essen bekommt? Kein vernünftiger Mensch wird ihm das abnehmen. Herr Wesjohann ist wohl eher daran interessiert, sich mit seinem Milliardenunternehmen die Taschen vollzustopfen, auf Kosten der wehrlosen Tiere. Dem Verbraucher suggeriert er seine Geldmache als Wohltat. Aber so ist es im Kapitlismus, alles, aber auch alles wird verkauft, nur zum Wohle des Kunden. Dies ist unerträglich, für die meisten Menschen!
jetzt antwortenKommentar meldenHerr Wesjohann hat eindeutig recht! Solange es Menschen gibt die jeden Abfall fressen, solange wird der auch angeboten! Sich selbst zu beschränken ist in dieser individualisierten Epoche scheinbar einfach einDing der Unmöglichkeit. Wohl bekomm's! Diese gut umerzogenen "deutschen" Spießer, die in aller Welt für Umweltschutz, die Erhaltung jeder Spezies, jedes Baumes, jedweder Biosphäre und was weiß ich nicht noch alles bereitwillig als Spendenvieh hergeben sind einfach nicht bereit vor der eigenen Türe zu kehren.
jetzt antwortenKommentar meldenSeit Jahrzehnten hält diese Quälerei nun schon an. Tierschützer werden verjagt, schlimmstenfalls angegriffen u.bedroht.Es kann nicht sein, das Politiker davon nichts wissen.Es heißt nur immer " wir" wollten billiges Fleisch. Das ist die bequemste und unsachlichste Antwort von solche Tierverbrecher. Schraubt die Preise endlch hoch. Es muss nicht tägl. Fleisch gegessen werden. Es ist eh ungesund in solchen Mengen. Dann wird mehreren Sachen gleich gedient.
jetzt antwortenKommentar meldenGanz meiner Meinung! Aber leider ist es mit Verzicht auf so eine Art Fleisch nicht getan. Die Politik - sie ist wir wir über dieseGrausamkeiten von Tierfabrikation informiert - hält still und tut so, als sei das so nötig.Der Mensch entrüstet sich zwar, aber sonst? Es ist wie mit allem in der Wirtschaft, Geld hat Vorrang! Dieser Wiesenhof ist das schlimmste, grausamste, unmenschlichste und geldgierigste Subjekt, das diese Land hat.Alles wird mit Arbeitsplätzen entschuldigt und hingenommen. Ob da nun der eine o. andere kein Geflügel von Wiesenhof auf seinen Teller legt,egal, es gibt ja andere.
jetzt antwortenKommentar meldenÜber 90% der Tiere, die wir essen, kommen aus der Massentierhaltung. Dort werden sie in Käfige gepfercht oder zu Tausenden in Hallen ohne Fenster gesperrt und sie verletzen sich gegenseitig vor Panik. Viele verenden schon vor der Schlachtung. Massentierhaltung ist der pure Horror für Tiere.
jetzt antwortenKommentar meldenWarum - um Gottes Willen - ist es erlaubt, Tiere wie leblose Gegenstände zu behandeln, wie ein Stück Holz, Mineralöl, o.ä., das ein Kaufmann, Kraft Treue und Glaubens ordern und vermarkten kann?! Besonders auch die Deutschen sollten sich schämen, jeder, der Fleisch von solchen "Verbrechern an der Menschlichkeit" kauft, ist mit schuldig. Gesetze müssen her, mit hohen Strafen, die dem Tier ein Recht auf sein eigenes, artgerechtes Leben garantieren. Und wie kommt ein Unternehmer dazu zu behaupten, es läge an dem Verbraucher? Verdammt nochmal, der soll sein Geld mit was anderem verdienen!
jetzt antwortenKommentar meldenich arbeite auch in einem geflügelbetrieb,allerdings in österreich.ich werde die sendung ansehen.
jetzt antwortenKommentar meldenIch kommentiere lediglich die "Soziale Tat" des Unternehmers, über die ich einfach lachen muss. Seit wann ist ein Unternehmer sozial? Er ist seiner Bilanz verpflichtet und dem Rahmen, den Verfassung und sonst. Gesetze setzen. Der Nutzen des Käufers wird immer zum Gegenstand, wenn man die Unternehmer kritisiert. Da ich außer des Verzichts auf Fleisch keine Möglichkeit habe, Einfluss auf die Produktion von Geld zu nehmen, da die Unternehmungen ebenso geschützt werden wie die Tiere, die sie als Fleisch produzieren, schweige ich gegenüber den Methoden des Unternehmers "Wiesenhof"
jetzt antwortenKommentar meldenDEr Verbraucher ist selber schuld!!! Es kann ja ALLES nicht billig genug sein, am liebsten zum Nulltarif ! Es wird immer nur gesagt,man wolle gerne ein paar Cent mehr bezahlen,für artgerechte Haltung.Aber KEINER tuts,alles Lüge. Alle greifen zuerst zum billigsten Produkt !!Was bleibt daher dem Erzeuger anderes übrig ?
jetzt antwortenKommentar meldenDass Wiesenhof ein anderer Name für Folter, Tod und Verderben ist, dürfte den Nicht-Ignoranten vorher schon bekannt gewesen sein. Es gab schon vorher Recherchen über diesen Drecksstall, und was da gezeigt wurde, ist Tierquälerei. Und daran ist auch nichts herumzudeuteln, wenn die dortigen tumben Angestellten die Tiere an beliebigen Körperstellen zu fassen bekommen und gegen harte Ecken schlagen und sonstige gewalttätige Greueltaten ausüben. Sorry, aber wer hier die Firma Wiesenhof verteidigt, schlägt sich garantiert auf die falsche Seite!
jetzt antwortenKommentar meldenWiesenhof quält Tiere und Menschen - habe 2 mal so was gegessen und jedes mal ist mir schlecht geworden. Möchte nicht wissen was das für Auswirkungen auf Personen mit schwachem Kreislauf hat. Tierqälerei nach dem Motto Gut und Günstig - in Wirklichkeit billig aber misserabel und verantwortungslos - so etwas gehört bei Todesstrafe verboten !
jetzt antwortenKommentar meldenfinde ich gut, diesen link. Ich habe selbst erlebt, wie heutiger Journalismus sich die Gegebenheiten passend macht, um eine vorgegebene Aussage zu stützen. Deshalb schaue ich den angekündigten Report nicht gutgläubig an. Wie auch immer, wer Fleisch auf dem Teller haben will, sollte sich bewusst sein, dass dafür ein Tier gezüchtet und getötet worden ist. Die erste Stufe für einen verantwortlichen Umgang mit Fleischkonsum.
jetzt antwortenKommentar meldenEs geht doch wie wir alle seit Jahren wissen nur noch um den Profit solcher Großkonzerne. Egal ob Geflügel, Schweinefleisch, Rindfleisch usw. das meiste entspricht nicht mehr gewissen ethischen Vorstellungen der sog. Tierschützer, womit Sie teilweise auch Recht haben. Alles ist irgendwie bekannt und reihum geht es diesen oder jenen Herstellern an den Kragen... Meine Vermutung ist eine riesige Kampagne überhaupt gegen den Fleisch- und Geflügelverzehr der Bevölkerung, hin zum Vegitariertum mit den Hintergedanken der C02-Reduzierung. Also Angstmacherei auf eine andere Weise !
jetzt antwortenKommentar meldenWar es eine faire Recherche? Das Video lohnt um sich ein Bild von beiden Seiten zu machen: http://youtu.be/UfM2r9xU514
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