Datenschutz Google+ macht Facebook Beine

Facebook (Foto)
Facebook will seine Privatsphäre-Funktionen generalüberholen. Die Kontrolle der Daten durch den Nutzer soll einfacher werden. Bild: dapd

Konkurrenz belebt das Geschäft: Facebook krempelt erneut seine Einstellungen zur Privatsphäre um. Einige Änderungen hat sich Facebook wohl bei Google+ abgeguckt.

«Alle», «Freunde» oder doch «Nur ich» - das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook bietet eine Reihe von verschiedenen Einstellungen, mit denen der Nutzer die Sichtbarkeit seiner Profilinformationen bestimmen kann. Diese sind jedoch oft nur über komplizierte Menüs zu erreichen. Jetzt sollen Facebooker noch mehr Kontrolle über ihre Daten bekommen. Sie sollen einfacher und besser regulieren können, mit wem sie welche Statusmeldungen und Fotos teilen.

Dazu werden viele Einstellungen, die man bisher nur in einem separaten Bereich anpassen konnte, direkt in die Website integriert, kündigte Facebook gestern in einem Blogeintrag an. Außerdem werde man auch nachträglich verändern können, wer einen Eintrag bei dem Online-Netzwerk sehen darf. Das ist bisher nicht möglich.

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Zugleich erweitert Facebook allerdings auch die Möglichkeiten, in hochgeladenen Bildern Personen mit einem Namen zu versehen. Bisher konnten Nutzer nur ihre Facebook-Freunde in den Fotos «markieren». Künftig kann jeder jeden in einem Bild mit einem Namen versehen - allerdings müssen die so markierten Nutzer diese Namens-Tags erst freigeben. Auch der Akzent auf Ortsangaben soll gestärkt werden. Im Gegenzug werde das Entfernen von Daten oder Markierungen erleichtert. Und man kann sich künftig leichter anzeigen lassen, wie ein Profil aus der Sicht anderer Nutzer aussieht.

Das ungeliebte «Alle» verschwindet

Die in Deutschland heftig umstrittene automatische Gesichtserkennungs-Funktion, bei der einmal markierte Personen automatisch in Bildern gefunden werden können, bleibt von den Änderungen unberührt. Dafür wird eine andere Änderung, die Nutzer schon seit Jahren fordern, jetzt tatsächlich umgesetzt: Die Bezeichnung «Alle» für den Kreis der Leute, die einen Facebook-Eintrag sehen können, wird in «Öffentlich» geändert.

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Es wurde schon lange kritisiert, dass das Wort «Alle» viel Raum für Missverständnisse offenlasse, etwa «alle meine Bekannten» oder «alle bei Facebook». Gemeint hingegen war, dass solche Einträge für alle im gesamten Internet und auch für Suchmaschinen sichtbar sind. Vor einigen Jahren hatte Facebook einen Aufschrei unter den Nutzern ausgelöst, als die Grundeinstellungen der Profile standardmäßig auf «Alle» geändert worden waren. Das wurde später zurückgenommen.

Die Neuerungen werden in den kommenden Tagen umgesetzt, kündigte Facebook an. Da das Netzwerk inzwischen rund 750 Millionen Mitglieder hat, werden solche Arbeiten meist schrittweise ausgeführt.

Google+ als Vorbild für Änderungen?

Das soziale Netzwerk hatte Mitgliedern in den vergangenen Jahren nach Kritik von Nutzern, Datenschützern und Politikern immer mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre gegeben. Allerdings wurden die Einstellungen dadurch mit der Zeit immer komplexer. Mit einigen der aktuellen Neuerungen rückt Facebook näher an das neue Konkurrenz-Netzwerk Google+, das konsequent darauf ausgerichtet ist, dass man verschiedene Informationen mit unterschiedlichen Bekanntenkreisen teilt. Dafür war der Neuling von vielen Experten gelobt worden.

Laut Spiegel bestreitet Facebook, dass die Änderungen etwas mit Google+ zu tun hätten. «Das ist nichts, was man mal eben in einem Monat macht», wird ein Manager des Netzwerkes zitiert. Die Neuerungen seien schon lange in Planung und in erster Linie eine Reaktion auf Nutzerwünsche.

Ob Facebook damit der Kritik seitens Datenschützern und Politikern entgehen kann, bleibt fraglich. Erst vergangene Woche hatte der schleswig-holsteinische Datenschutz-Beauftragte Thilo Weichert Facebook Verstöße gegen Datenschutzgesetze vorgeworfen und forderte die Anbieter von Webseiten auf, den «Gefällt-mir»-Button des Netzwerks zu entfernen. Über diese Schaltfläche würden rechtswidrige Nutzerprofile erstellt, erklärte Weichert. Facebook weist die Vorwürfe zurück.

Sehen Sie hier, was news.de-Redakteur Martin Walter von den neuen Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook hält.

zij/krc/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 1
  • 24.08.2011 13:11

Ich bin aus Facebook raus . Ich bekam ein Mail,na die wollten mein Bild behördlich bestätigt haben . Personalausweis ,na den schicke ich doch nicht durchs Internet .Das nächste Mal wollen die wohl meine Kontonummer mit Pinnadresse haben ? Habe mich verabschiedet da . Tschüßchen habe ich geschrieben ,bin zwar alt aber nicht dumm und ddof.

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