Heavy-Metal-Festival Wacken begrüßt Ozzy

Die Wiesen und Felder wummern schon: Zehntausende schwarz gekleidete Menschen bevölkern den 1800-Seelen-Ort Wacken, um das größte Heavy-Metal-Festival der Welt zu feiern. Zu den Höhepunkten in diesem Jahr zählen Ozzy Osbourne und Motörhead.

Wacken im Festival-Fieber (Foto)
Die Heavy-Metal-Fans kommen aus aller Welt nach Wacken (von links): Azazel aus Israel, Ester aus Estland, der Kurde Ferhan und Dario aus Argentinien. Bild: dpa

Los geht's mit Gebrüll: Nach ausgiebigen Vorfeiern hat im schleswig-holsteinischen Dorf Wacken das weltgrößte Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air (W:O:A) begonnen. Unter dem schwarz-weißen Wahrzeichen - einem skelettierten Rinderschädel mit Hörnern - stimmte die Band Skyline auf die gigantische Party ein. Insgesamt werden mehr als 120 Bands und Künstler das kleine Dorf Wacken mit 1800 Einwohnern bis zum frühen Sonntagmorgen zum internationalen Zentrum der Szene machen.

Zu den Höhepunkten gehört in diesem Jahr eine Bühnenshow von Ozzy Osbourne, dem «Godfather of Metal». Außerdem werden internationale Heavy-Metal-Größen wie Motörhead und Judas Priest spielen. Die rund 75.000 Tickets für das Festival sind seit einem halben Jahr vergriffen. Bereits seit Tagen richten sich die «Metalheads» in ihren Zelten ein. Bei bestem Sommerwetter und mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel wurde schon am Mittwoch zu einer Warm-up-Party gerockt.

W:O:A: Alles Metal in Wacken

Bis Sonntag werden auf den zum Festival-Gelände umfunktionierten Äckern und Kuhweiden Hardrock-Fans aus aller Welt erwartet. Rund ein Drittel der meist schwarz gekleideten Besucher kommt aus dem Ausland. Viele Anwohner verfolgen das Treiben auf der Hauptstraße vom Vorgarten aus. Einige haben im Laufe der Jahre Bekanntschaften zu Festivalbesuchern entwickelt. Egal ob Bauer, Kleinkind oder Heavy-Metal-Fan - jeder hebt in diesen Tagen die Hand zum Metal-Gruß.

Festivalspaß ohne Massenschlägereien

Dabei mussten sich die Wackener erst an die Metal-Fans gewöhnen. «Als ich 1996 in eine Kneipe ging, um etwas zu essen, haben die ganz komisch geschaut», erinnert sich Jörg Gerboth. Er sei damals nach einigen Festival-Tagen «schon ein bisschen gezeichnet» gewesen. «Ich hab mein Portemonnaie aufgemacht, Geld ist da, dann war die Welt in Ordnung.»

«Das ist eine entspannte Veranstaltung für alle», sagt Polizeisprecher Hermann Schwichtenberg. Selbst Durchsuchungen liefen auf dem Festivalgelände erfahrungsgemäß «unaggressiv ab». Der 61-Jährige ist das sechste Mal in Folge in Wacken im Einsatz. Größere Zwischenfälle wie Massenschlägereien habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Er führt dies auf die homogene Struktur des Publikums zurück: «Das Geheimnis liegt wahrscheinlich darin, dass sich hier alle einig sind.»

Unterdessen wurde das Festival durch einen schweren Verkehrsunfall überschattet. Wenige Kilometer vor dem Gelände fuhr ein 55-jähriger Lkw-Fahrer in eine Gruppe von drei Frauen und einem Mann, die auf dem Weg zum Festival waren und am Straßenrand standen. Dabei kam eine der Frauen ums Leben. Die beiden anderen Frauen und der Mann wurden schwer verletzt. Die Hintergründe des Unfalls waren zunächst unklar.

Auch die örtliche Feuerwehrkapelle rockt mit

Laut dem Hamburger Institut für Wetter/Klimakommunikation müssen sich die Metal-Fans in diesem Jahr auf Regen einstellen. «Es wird ein sehr wechselhaftes Festival mit einigen schönen Abschnitten», sagt Geschäftsführer Alexander Hübener. Zum offziellen Festivalstart ziehe in der ersten Tageshälfte ein Regenband durch, dass das Gelände «schon mal anfeuchten wird». Laut Hübener sind für Freitag teils ergiebige Niederschläge sowie am Samstagabend Schauer und Gewitter zu erwarten.

Stammgast des Festivals ist seit Jahren die Wackener Feuerwehrkapelle, von den Fans «W:O:A Firefighters» genannt. Der Kapelle mache es «richtig Spaß zu sehen, wie sich die jungen Leute da austoben», sagt der kommissarische Musikzugführer Peter Bornholt. Im Programm des 35-köpfigen Musikzugs steht auch eine Variante des Metal-Hits Highway To Hell von AC/DC.

zij/kra/news.de/dapd

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