Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
RTL2 bietet mit der Doku-Soap Extrem schön vermeintlich hässlichen Menschen einen Deal an. Frei nach dem Motto «Ihr zieht euch aus, wir zahlen die Schönheits-OP». Diesmal sind zwei unglückliche Mütter mit ihren Problemzonen dran.
Der beste Beweis dafür, wie heftig die Eingriffe eines vielköpfigen Ärzteteams bei den beiden Protagonistinnen sind, ist die Distanz, mit der sich die vielfach operierten und damit körpersanierten Mütter Grit (42) und Claudia (42) nach dem Eintauchen in den Jungbrunnen sehen: «Wenn ich heute die Grit sehe: einfach eine bildhübsche Frau», sagt eben jene Grit über sich. Auch Claudia scheint nach einer achtwöchigen Prozedur noch ein wenig neben sich zu stehen: «Das ist die neue Claudia» stellt sie sich ihrer Familie vor. Die hatte wenig anderes erwartet.
Denn das Prinzip ist seit gut zwei Jahren bekannt. Wer unter seinem Aussehen leidet, kann sich bei einer TV-Produktionsfirma bewerben. Diese hat dann an die potenziellen Kandidaten auch nur eine Bitte: «Bitte schicken Sie uns aussagefähige Fotos von Ihnen und ihren ‹Problemzonen.›» Je unschöner, desto größer der Kontrast zu den umgestylten Körpern nach dem Schnippeln, Zähne richten, Frisieren und Schminken.
Die dreifache Mutter Grit und die vierfache Mutter Claudia haben ähnliche Problemzonen beim Privatsender geltend gemacht. Beide leiden unter ihrer Fettschürze, beide sind mit ihrem Busen unzufrieden, bei Grit rühren gar Rückenschmerzen von den zu großen Brüsten her. Die Augenpartie ist bei beiden Frauen ein Problem, da sollte gestrafft werden.
Der Arzt fährt Porsche
Auch die Beißerchen werden turnusgemäß einer Vollsanierung unterzogen, Grit muss gleich drei Zähne für die Kronen und Prothesen lassen, Claudia kommt etwas glimpflicher davon und bekommt neue Kronen und Brücken im Unterkiefer. Ihr Zahnarzt fährt stilecht Porsche und betreibt seine Praxis in einer Stadt, deren berühmteste Straße zahlreiche Juweliere beherbergt: Düsseldorf. Und die Schönheitsklinik liegt natürlich, wie sollte es anders sein, in der Stadt der Reichen und Schönen, in der bayerischen Landeshauptstadt.
Dass beide Protagonistinnen nicht gerade gefestigte Gemüter sind, schert wenig, so lassen sich gute und vor allem tränenreiche Bilder von verzweifelten Frauen mittleren Alters senden. Das gipfelt in der Selbstbezichtigung von Grit: «Ich bin eine lustlose Frau». Dass Sie und ihre Leidensgenossin offenbar ohne vorherige psychologische Betreuung in die Schönheitsklinik geschickt werden, ist angesichts dieser Worte und der Bilder bedenklich. Erst in der Klinik werden die beiden beraten, dass dort kein Psychologe angestellt sein wird, der statt zu einer Schönheits-OP zu einer umfassenden Psychotherapie raten wird. Das dürfte zum Prinzip gehören.
Allein das Schönheitsideal verheißt für die geschundenen Seelen psychische Erbauung. Dass das gar nicht so einfach ist, zeigen die Sätze, die Claudia und Grit über sich selber sagen, wohlgemerkt nach der Behandlung, die ein knappes Dutzend Mal «ein Traum» genannt wird. Und so bleibt es dabei: Der Sender zahlt die OP, die Kandidatinnen machen sich dafür im wahrsten Sinne des Wortes nackig.
Die aktuelle Folge von «Extrem schön» ist hier eine Woche lang abrufbar.
cvd/news.de
Falsche, da öffentlichkeitswirksam verkündete Barmherzigkeit auf Peep-Show-Niveau. Es gibt auf Erden nichts dümmeres als den Mensch.
jetzt antwortenKommentar meldenEs echt ein Abblick zum Kotzen, diese ungepflegten Weiber...sicherlich gibt es auch Männer von dieser Sorte...aber warum bezahlt RTL dafür...Ein bißchen Pflege,ein bißchen Selbstachtung, Besuch beim Zahnarzt..und Friseur..und jede Frau kann ansehnlich ausschauen...Igitt...diese Schlampen...
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