So., 27.05.12

«ARD exclusiv» 03.08.2011 Versandhändler am Pranger

Das Hermes-Prinzip (Foto)
Der Versandhändler Hermes und seine Methoden beleuchtet ein 30-Minüter im Ersten.   Bild: WDR

Das Erste nutzt das Sommerloch für einige investigative Dokumentationen. Den Anfang macht ein Beitrag über das Versandunternehmen Hermes, das demnach mit seinen Mitarbeitern nicht gerade zimperlich umgeht.

Es geht auch länger: Die politischen Magazine der ARD zeigen von diesem Mittwoch an gleich fünfmal, dass sie neben ihren Vier- bis Fünf-Minutenfilmen auch das breitere 30-Minuten-Format füllen können. «Nicht, dass wir nun ein Thema auf dem Nudelbrett auswalzen, sondern es muss schon 30-Minuten-Qualität haben», sagt ARD-Chefredakteur Thomas Baumann, der die fünf Termine im Programm freischaufelte: «Ich hätte lieber sieben Sendeplätze gehabt.»

Damit wird es vielleicht im nächsten Jahr bei einer möglichen zweiten ARD exclusiv-Sommerstaffel klappen. Dann sollen auch die Kontraste vom RBB und Fakt (MDR) dabei sein, die diesmal mangels Platz noch ausgespart bleiben mussten, «obwohl sie», so Baumann, «ausgesprochen interessante Angebote gemacht haben.» Interessant und auch unbequem. Das sollen die Kriterien aller bei ARD exclusiv gezeigten Filme sein. Baumann rechnet sehr wohl mit Protesten der Betroffenen.

Wenn es etwa zum Auftakt um Das Hermes-Prinzip geht, jenen Paketversand, der zigtausend Paketboten als quasi selbstständige Fahrer steuert, ohne juristische Verantwortung für die Beschäftigten. Oder am 7. August, ausnahmsweise schon um 13.15 Uhr, während alle anderen Filme um 21.45 Uhr laufen, um den Angriff aus dem Netz, wo organisierte Kriminalität mit Online-Attacken zum Angriff auf die Netzwerke von Firmen zwecks Erpressung im großen Stil ansetzen.

Politiker und ihre Beraterverträge

Hübsch prekär auch am 17. August Rot-Grün macht Kasse: Wie gut haben sich rot-grüne Ex-Politiker bis hinauf zum Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Ex-Außenminister Joschka Fischer mit lukrativen Angeboten aus der Wirtschaft selbst versorgt, um einem Alter ohne echte Not und bittere Armut entgegensehen zu dürfen? Für sie gilt sicher nicht das Thema des Films am 24. August: Alt, arm und arbeitslos - immer mehr Ältere rutschen ab.

Das sei so eine Sache, meint Thomas Baumann, «bei dem wir in 30 Minuten eine Tiefenbohrung betreiben können und aufzeigen dürfen, wie wenig der unbestreitbare wirtschaftliche Aufschwung bei vielen ankommt. Denn es stimmt schlicht nicht, dass für ältere Menschen die Chancen am Arbeitsmarkt größer geworden sind.» Es stimmt laut Baumann ebenso wenig, dass der Geflügelkonzern Wiesenhof sich mit Recht als nahezu vorbildlich in Sachen Tierhaltung bezeichnen dürfe.

Der Film Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet demonstriert zum Abschluss von ARD exclusiv am 31. August eher das Gegenteil und blättert die Folgen maximaler Rationalisierung der industriellen Massenfleischproduktion auf. Danach mag manchem sein Hähnchen nicht mehr recht schmecken und anderen ihr Frühstücksei verleidet sein.

ARD Exclusiv, erste von fünf Folgen, Mittwoch, 3. August 2011, 21.45 Uhr, Das Erste

ruk/boi/news.de/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Silvia Tito
  • Kommentar 1
  • 25.08.2011 05:25
 

Wir ermitteln seit 2007 für ruinierte Vertragspartner und Subunternehmer der Hermes Logistik Gruppe. Mehr Informationen über den Hermes-Skandal finden Sie auf: http://www.ruinierte-subunternehmer.de Silvia Tito - Telefon für Hilfe suchende Subunternehmer: 04101 - 51 23 94

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