Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach, Boren/Lindau
Der Landarzt wird 2012 bereits 25 Jahre lang im ZDF behandeln. Die Jubiläumsstaffel wird gerade wie gewohnt in Ostseenähe gedreht. News.de war am Set und spricht mit den Hauptdarstellern über das Erfolgsgeheimnis der ältesten Arztserie Deutschland.
Der Weg zum alten Gutshaus in Boren/Lindau ist verschlungen. Busse müssen sich durch enge Straßen zwängen. An den Straßenrändern reiht sich Auto an Auto. Da in diesen Fahrzeugen meist echte Fans sitzen, nehmen sie die Reise in die schleswig-hosteinische Pampa gern auf sich. Denn im Gutshaus befindet sich die Praxis des Landarztes. Hier am Ostseefjord Schlei sind mehrere Orte Kulisse für die erfolgreiche ZDF-Serie, sie übernehmen die Rolle des fiktiven Deekelsen.
Die Schaulustigen versammeln sich am Tor zum Hof. Aus der Ferne knipsen sie Fotos während Landarzt-Darsteller Wayne Carpendale vor dem Praxisschild mit den Sprechzeiten von Dr. Jan Bergmann posiert. Die Rolle des jungen Arztes spielt er seit 2009 und hat damit die Nachfolge von Christian Quadflieg und Walter Plate angetreten. Im nächsten Jahr feiert Der Landarzt 25-jähriges Fernsehjubiläum. Die Folgen dafür werden noch bis Oktober gedreht.
Obwohl er jüngere Zuschauer für die Serie begeistert, sieht Carpendale das Erfolgsgeheimnis des Landarztes eher in der «Nachhaltigkeit» und «Tradition». Was er damit meint? «Viele Zuschauer hat die Serie zweieinhalb Jahrzehnte lang begleitet, sie gehört zu ihrem wöchentlichen Freitagabend», sagt der Schauspieler im Gespräch mit news.de. Seine Vorgänger hätten durch ihr «charismatisches Spiel» der Serie eine Seele gegeben.
Charismatisch ist mit Sicherheit auch Gerhard Olschewski. Als Alfred «Hinnerk» Hinnerksen seit mittlerweile 25 Jahren der Kräuterdoktor der Serie und damit ein Urgestein. Der Schauspieler ist beeindruckt von seinem nun gar nicht mehr so neuen Kollegen. Wohlerzogen, hochintelligent, sensibel und als Schauspieler hervorragend, sind die Wörter, die er wählt, um Wayne Carpendale zu beschreiben. «Und er hat uns 1,5 Millionen Zuschauer mehr gebracht. Auf den Typen stehen ja auch ältere.» Mit der Hinnerksen-Uniform - Wollkappe, unter der ergraute Haare hervorlugen, Pulli über Karohemd getragen und Schnauzbart - entsteht der Eindruck, Olschewski und seine Serienfigur sind untrennbar miteinander verbunden. Zumindest einseitig ist das so. «Ein Leben ohne den Landarzt kann ich mir jeden Tag gut vorstellen. Aber Hinnerksen kann ja nicht ohne mich leben. Er wäre tot, wenn ich das nicht mehr machen würde.»
Olschewski bleibt also auch nach 25 Jahren der Serie erhalten, schließlich werde der kauzige Geselle Hinnerksen von vielen gemocht. So sehr, dass auch die Zuschauer manchmal nicht zwischen Schauspieler und Figur unterscheiden können. «Es ging sogar soweit, dass sie an meinem Privathaus mit dem Bus vorbeigefahren sind und der Reiseleiter sagte, da wohnt der Hinnerksen. Und gucken Sie sich mal den Garten an. Total verwahrlost», erinnert sich Gerhard Olschewski und grinst dabei schelmisch. Schaulustige gibt es also bereits so lange es den Landarzt gibt. Auch die Urlaubsregion Schlei hat die ZDF-Serie längst als Touristenmagneten ausgemacht und wirbt offensiv mit Ferien auf Hinnerksens Hof oder Feiern im Rittersaal des Gutshauses, in dem eigentlich Dr. Bergmann praktiziert.
Franziska Troegner fühlt sich hier hingegen schon lange nicht mehr als Urlauberin. Die Region ist zu ihrem zweiten Zuhause geworden. Seit 2001 spielt die Berlinerin Schwester Gertrud, die sich als Sprechstundenhilfe bereits bei zwei Landärzten verdingt hat. Sechs Monate Drehzeit pro Staffel und Jahr lassen heimisch werden. Deshalb ist für sie die Vorstellung eines Lebens ohne den Landarzt «schwierig». «Seit zehn Jahren bestimmt die Serie mein Leben. Die Figur der Schwester Gertrud ist den Leuten sehr ans Herz gewachsen.» Das wirkt sich auch auf ihre kabarettistischen Soloprogramme aus, die die Schauspielerin den Rest des Jahres aufführt. Oft kämen Zuschauer nur, um Schwester Gertrud einmal live zu sehen.
Da fällt auch der 57-Jährigen eine Erklärung für die Treue der Fernsehzuschauer leicht. «Bei uns kommt neben den schönen und witzigen Geschichten noch die ausgesprochen schöne Landschaft dazu.» Und vielleicht wünschten sich die Menschen vor dem Fernseher so eine spezielle und persönliche Behandlung wie von Dr. Bergmann und seinem Team.
roj/news.de
Seit 1968 verbringe ich meinen Urlaub im Kappelner Raum,kenne daher die Drehorte alle sehr gut! Leider hat die Serie in der Gegend vieles zum Nachteil verändert!Zum Beispiel das Hotel Aurora in Kappeln war früher ein sehr gutes,gemütliches Hotel,heute dagegen habe ich den Eindruck das eine Menge früherer Gäste das Hotel eher meiden. Und genauso sieht es an den anderen Drehorten aus,die urige Gemütlichkeit ist komplett verloren gegangen.Schade,schade für die schöne Urlaubsregion !!!
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