Musik Toller Brasil-Pop für guten Zweck

Sommer, Sonne, Samba - so könnte das simple Motto für einen der schönsten Sampler des Jahres lauten. Doch zur Beschreibung der zweiten Ausgabe von «Red Hot + Rio» greifen Klischees viel zu kurz.

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Toller Brasil-Pop für guten Zweck Bild: dpa

Berlin (dpa) - Sommer, Sonne, Samba - so könnte das simple Motto für einen der schönsten Sampler des Jahres lauten. Doch zur Beschreibung der zweiten Ausgabe von «Red Hot + Rio» greifen Klischees viel zu kurz.

Die beschwingte Brasil- und Black-Music-Mixtur aus insgesamt 32 Kollaborationen und Cover-Versionen ist nicht nur künstlerisch fabelhaft gelungen, sondern dient auch noch einem guten Zweck.

Der Erlös dieser randvollen Doppel-CD (eOne Music) kommt der Red Hot Organization zugute, die seit gut 20 Jahren mit Pop-Charity-Samplern viel Geld für Aids-Opfer einspielt. Es begann 1990 mit «Red Hot + Blue» und Interpretationen der Songs von Cole Porter. Inzwischen haben mehr als 400 Künstler und Produzenten zu gut einem Dutzend der wohltätigen Kompilationen beigesteuert.

Nun also zum zweiten Mal Bossa Nova, Samba, Funk, Soul und Pop rund um das Thema Brasilien. Vor allem sind diese 32 Tracks eine Hommage, ja eine Hymne auf die legendäre Tropicália-Bewegung der 60er und 70er Jahre - die Vermischung von traditionell brasilianischer Musik mit Jazz und Rock durch visionäre, politisch hellwache Künstler wie Caetano Veloso, Gilberto Gil, Vinicius de Moraes oder Marcos Valle.

Einige der schönsten Songs dieser Sänger und Komponisten werden in ein modernes Gewand gekleidet oder in einen anderen Zusammenhang gestellt - ausnahmslos mit Erfolg. Wenn etwa die US-amerikanische Balkan-Pop-Band Beirut «O Leaozinho» von Caetano Veloso interpretiert, klingt das genauso großartig wie es sich liest. David Byrne (ex-Talking Heads) singt mit Veloso ein gemeinsames Lied im Duett. In «Terra» lässt der große Meister des Brasil-Pop einen seiner besten Songs von den Avantgardisten Prefuse 73 veredeln. Caetano Velosos Sohn Moreno ist ebenfalls auf mehreren Tracks vertreten.

Neben vielen aktuellen Top-Acts der brasilianischen Musik sind auch etliche US-Stars vertreten: die Neo-Soul-Sänger Aloe Blacc und John Legend, Beck und José Gonzalez, die Schräg-Popper Of Montreal oder Phenomenal Handclap Band. So unterschiedlich diese Künstler und ihre Auftritte sind, allen ist das Verständnis und die tief empfundene Liebe für Melodien und Rhythmen der südamerikanischen Musik gemeinsam.

Das Spektrum weitet sich bis zu Rap (Emicida mit «Roda»), Afropop (Angélique Kidjo mit «Aquele Abrca») oder Elektro (DJ Dolores mit «A Cidade») aus. Und doch lässt sich dieses Doppelalbum wunderbar durchhören, die Ausfallquote geht gegen Null. Es ist daher müßig, einzelne Höhepunkte hervorzuheben. «Red Hot + Rio 2», das ist tolle Musik nicht nur für die warme Jahreszeit - im Gegensatz zu den meisten samba-infizierten, sturzlangweiligen Chillout-Samplern. Und wie gesagt: Wer kauft, tut Gutes!

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news.de/dpa

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