So., 27.05.12

Promis und Stalking 30.07.2011 Wenn ein Fremder im Bett liegt

Wenn ein Fremder im Bett liegt (Foto)
Halle Berry Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer

Promi-Stalker werden immer dreister. Ein Mann, der Halle Berry verfolgte, drang mehrmals auf ihr Grundstück ein und beobachtete sie durch die Fenster ihres Hauses. Warum sich Stars vor irren Fans kaum schützen können, verrät ein Experte news.de.

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Halle Berry war gerade in der Küche, als sie durch das Fenster von einem Mann angestarrt wurde. Die Schauspielerin griff sofort zum Telefon und rief die Polizei.  Richard Franco, so der Name des Eindringlings, konnte nach einer halben Stunden festgenommen werden.

Franco war für Halle Berry leider kein Unbekannter. Nur wenige Tage zuvor war er mehrmals auf ihrem Grundstück gesehen worden. Er war über eine meterhohe Mauer geklettert, die das Anwesen der 44-Jährigen umgibt und durch den Garten geschlichen. Beim zweiten Versuch, sich dem Haus der Schauspielerin zu nähern, wurde er von Nachbarn gesehen. Allerdings entwischte er damals der zu Hilfe gerufenen Polizei knapp.

Zuerst hieß es, Richard Franco sei ein Paparazzo. Das stellte sich allerdings schnell als unwahr heraus. Er ist ein von der Schauspielerin besessener Krimineller, der schon mehrere Jahre wegen Vandalismus, Autodiebstahl und verschiedener Drogendelikte im Gefängnis gesessen hat, fand der Internetdienst TMZ heraus. Nun droht ihm eine erneute Haftstrafe von bis zu sechs Jahren.

Stalker sind Identitätsvampire

Warum Richard Franco die Oscarpreisträgerin stalkte, ist bisher unklar. Gemäß Jens Hoffmann, Geschäftsführer des Teams Psychologie und Sicherheit, verfolgen Stalker verschiedene Ziele: Sie möchten eine Beziehung mit ihrem Opfer oder verfolgen Rachegedanken, besonders dann, wenn sie von der prominenten Person zurückgewiesen wurden. Natürlich versuchen sie auch, vom Ruhm dieser Person etwas abzubekommen. «Stalker sind Identitätsvampire», sagt Jens Hoffmann.

Der Experte geht davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Erkrankung bei einem Stalker umso höher liegt, je weniger sich Opfer und Täter kennen. Man kann also davon ausgehen, dass Promi-Stalker häufig eine psychische Störung haben. Der Mann, der 2004 die deutsche Sängerin Jeanette Biedermann verfolgt hat, sogar in ihr Haus einbrach und sich in ihr Bett legte, war in einer Art Wahn überzeugt, dass sein Opfer ihn liebte und ihm übers Fernsehen geheime Botschaften habe zukommen lassen. Er wurde zu einer Geldstrafe von 3900 Euro verurteilt. Viel zu wenig, fand Jeanette Biedermann. Über Stalker sagte sie nach dem Prozess: «Es kann nicht sein, dass die mit einer Geldstrafe davon kommen.»

Moderatoren am häufigsten von Stalkern verfolgt

Da viele ihrer Verfolger an Psychosen leiden, was sie gewissermaßen unkontrollierbar macht, ist es für Prominenten schwer, sich vor Stalkern zu schützen. Mann kann allerdings die Wahrscheinlichkeit verringern, von ihnen verfolgt zu werden. «Umso mehr private Details man preisgibt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Stalking zu werden.» Homestories zum Beispiel sollten Prominente daher unterlassen, genauso wenig sollten sie öffentlich machen, wann sie sich wo aufhalten. Außerdem sollten sie bei verdächtiger Fanpost aufpassen, diese am besten einfach ignorieren: «Stalker geben schnell auf, wenn sie nicht wahrgenommen werden», sagt Jens Hoffmann.

Jens Hoffmann hat in verschiedenen Studien herausgefunden, dass rund 80 Prozent der deuschen Prominenten schon einmal von einem Stalker verfolgt wurden. Besonders häufig sind Moderatoren betroffen. «Sie sind immer freundlich und wirken offen. Dazu sind sie nahbarer als Schauspieler oder Sänger.» Im vergangenen Oktober wurde im italienischen Genua ein 48-jähriger Mann festgenommen, der der Wetten, dass..?-Moderatorin Michelle Hunziker nachgestellt hatte. Er hatte ihr wirre Briefe geschrieben und sogar ihre 13-jährige Tochter Aurora belästigt. Bei seiner Festnahme hatte Pietro P. Karten für eine Hunziker-Show in der Tasche.

krc/news.de
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