Von news.de-Volontärin Juliane Ziegengeist
Veraltet, neudeutsch oder noch nicht einmal im Duden: Unsere Promis haben mitunter ungewöhnliche Lieblingswörter. Die Wörterbuch-Redaktion präsentiert die schönsten und persönlichsten Vokabeln in einem Sonderband zum 100. Todestag von Konrad Duden.
«Schreibe, wie du sprichst!» Das Motto von Konrad Duden klingt so schön simpel. Dabei ist das, was er mit dem Urduden 1880 als einfache und einheitliche Rechtschreibung andachte, spätestens seit der Reform 1996 für viele zum Alptraum (oder doch Albtraum?) geworden. Zeichensetzung und Groß- und Kleinschreibung sind für so manchen Schüler und auch Erwachsenen ein Rätsel. Dennoch ist das Vermächtnis von Konrad Duden, der heute vor 100 Jahren starb, von unschätzbarem Wert - wie würden wir in diesen Tagen sonst schriftlich kommunizieren oder Artikel wie diese schreiben und lesen können?
Glücklicherweise wird der Duden wie unser Wortschatz jedes Jahr um ein paar Vokabeln reicher. So hat die Duden-Redaktion anlässlich des 100. Todestages von Konrad Duden bereits Anfang Juli den Sonderband Unsere Wörter des Jahrzehnts. 2000 bis 2010 - Von Abfrühstücken bis Zwischenparken herausgebracht und sich damit nicht nur auf eine sprachliche, sondern auch gesellschaftliche Zeitreise begeben. Denn nichts fasst politische Neuerungen oder kulturelle Trends so gut zusammen wie ein Schlagwort, sei es nun die Abwrackprämie, die Castingshow oder das Ampelmännchen.
Das gilt für zeitgenössische Entwicklungen genauso wie für Personen. Und deshalb legt der Duden nach - mit dem Lieblingswörterbuch: Die schönsten und persönlichsten Wörter prominenter Menschen. Darin verraten Politiker wie Cem Özdemir, Schauspieler wie Iris Berben, Komiker wie Jürgen von der Lippe und Sänger wie Xavier Naidoo ihre liebsten Vokabeln und die Geschichten dahinter. Bei vielen kommt ihre Wahl einer Kurzcharakteristik gleich. Wenn Reinhold Messner einen Grenzgang unternimmt, Hape Kerkeling aufmüpfig wird, Barbara über die Nachbearbeitung philosophiert und Margot Käßmann das Frommwerden lobpreist, wird klar: Diese Wörter sind wichtiger Teil ihrer Biografien.
Titel: Lieblingswörterbuch: Die schönsten und persönlichsten Wörter prominenter Menschen
Redaktion: Heike Pfersdorff
Verlag: Dudenverlag
Seiten: 128
Preis: 8,95 Euro
Alptraum wird zu Albtraum. Werden nun unsere Alpen auch zu Alben? Und wie verhindere ich, daß unsere Enkelkinder eines meiner Bücher lesen? Denn da würde sie doch glatt die "richtige" Rechtsschreibung lesen und nicht die mit den vielen Misssständen. Ne, das war wohl doch eins zuviel des Schlechten.
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