So., 27.05.12

Amy Winehouse & Co. 27.07.2011 Drogen gehören dazu

Drogen gehören einfach dazu (Foto)
Pete Doherty, Charlie Sheen und Amy Winehouse (von links) Bild: dpa (Montage)

Von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer

Amy Winehouse hat den Kampf gegen die Drogen offensichtlich verloren. Viele andere Stars versuchen seit Jahren, davon loszukommen, schaffen es aber nicht. Wieso das trotz Entzugs nicht gelingt und warum es vor allem Leute im Showbiz trifft, hat ein Experte news.de erzählt.

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Erst vor wenigen Wochen war Amy Winehouse aus dem Entzug zurückgekehrt. Sowohl ihr Vater Mitchell Winehouse als auch ihr Ex-Freund Reg Traviss sagten in den vergangen Tagen, der Sängerin sei es so gut wie lange nicht mehr gegangen. «Sie war voller Leben und hat Sport und Yoga gemacht», berichtete Reg Traviss. Den Drogen hatte sie nach ihrem desaströsen Comeback-Versuch bei einem Belgrader Musikfestival ein für alle Mal abgeschworen.

Trotz der Beteuerungen ihrer Angehörigen schwingen Zweifel mit. Wieso sollte die Sängerin, die seit ihrem Durchbruch vor sieben Jahren fast noch mehr als mit ihrer Musik mit ihren Drogenskandalen für Aufsehen gesorgt hatte, es nun tatsächlich geschafft haben? Sollte sie in ihrem Kampf gegen Alkohol und Drogen wirklich erfolgreich gewesen sein, ist ihr Tod umso tragischer.

Denn auch wenn sie am Ende ihres Lebens wirklich clean gewesen sein sollte, hat der exzessive Drogen- und Alkoholmissbrauch dem Körper der zierlichen Sängerin über Jahre sehr geschadet. Immer wieder musste sie ins Krankenhaus gebracht werden, weil ihr Kreislauf zusammenbrach. Ihre Zähne fielen aus, Arme und Beine wurden immer dünner.

Es gab Hoffnung

Dabei hatte sie es schon mehr als einmal mit einer Entziehungskur versucht. Sie hatte sich sogar eine fast einjährige Auszeit auf der Karibikinsel St. Lucia gegönnt. Es gab Bilder, auf denen sie gesund aussah. Hoffnung keimte auf. Doch auch wenn sie der Teufelsdroge Heroin abgeschworen hatte, trank sie immer noch unglaublich viel Alkohol. Britische Touristen, die sie auf der Insel gesehen hatten, berichteten, wie Amy Winehouse in einem Restaurant offensichtlich vollkommen betrunken unter den Tischen der Gäste umherkroch.

Amy Winehouse
Das Ende einer Souldiva
Video: CNN

Nach ihrer Rückkehr begann sie eine Beziehung mit dem Regisseur Reg Traviss, den sie sogar heiraten wollte. Auch von Kindern war die Rede. Es ging ihr gut, sie arbeitete an einem neuen Album. Doch sobald Traviss, der ganz offensichtlich einen guten Einfluss auf die Sängerin hatte, nicht in ihrer unmittelbaren Nähe war, fiel sie in ihre alten gefährlichen Gewohnheiten zurück. Sie trank sich fast bis zur Besinnungslosigkeit. Es gibt Fotos aus dieser Zeit, die sie in aller Öffentlichkeit ihren Rausch ausschlafend zeigen.

«Sie wollen, dass ich einen Entzug mache»

Reg Traviss fehlte irgendwann die Kraft, seine Freundin immer wieder aus dem Drogensumpf zu ziehen, und er beendete die Beziehung, was für sie wohl der Todesstoß gewesen sein muss. Zwar begab sie sich wieder in eine Entzugsklinik. Die Aussichten auf Heilung waren allerdings sichtlich schlecht, da sie den Entzug vollkommen betrunken antrat. Natürlich scheiterte auch dieser Rehab-Versuch. Die Zeilen aus ihrem größten Hit Rehab klingen da fast schon wie ein Lebensmotto: «They tried to make me go to rehab. But I said no, no, no.» («Sie wollen, dass ich einen Entzug mache. Aber ich sage nein, nein, nein.»)

Aber warum schaffte sie trotz mehrerer Anläufe den Entzug nicht? Für Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V., ist eine Abhängigkeit wie eine chronische Erkrankung. «Eine chronische Erkrankung ist nicht heilbar. Genauso wenig ist eine Sucht heilbar. Ein Alkoholiker bleibt immer ein Alkoholiker, einen Ex-Alkoholiker gibt es nicht.»

Man müsse herausfinden, in welchen Situationen man anfangs Drogen genommen hat. Genau diese Situationen müssten nach dem Entzug vermieden werden. Man müsse dann versuchen, sich abzulenken, sagt Dr. Raphael Gaßmann. Das ist für Leute im Showbiz einfach gesagt. Dass es in der Welt des schönen Scheins Drogen im Überfluss gibt, ist ein offenes Geheimnis. Dabei standhaft zu bleiben, dürfte für stark Abhängige äußerst schwierig werden. Dazu kommt, dass gerade in diesem Business Drogen zum Teil sogar verherrlicht werden: «Es ist anfangs ja tatsächlich so, dass man mit den Drogen cooler drauf ist, mehr Songs schreiben kann oder sich auf der Bühne mehr traut. Einige Stars nehmen das daher sicher auch zur Unterstützung ihres Könnens. Aber leider geht das nicht lange gut.»

Das Flehen der Mutter half nichts

Die Eltern von Amy Winehouse, die - wie der Rest der Welt - das langsame Sterben ihrer Tochter verfolgen konnten, haben mehrmals versucht, ihr ins Gewissen zu reden. Sie sind sogar an die Öffentlichkeit gegangen. Amys Mutter Janice schrieb ihr einen öffentlichen Brief, in dem sie eindringlich flehte: «Wir wollen dir helfen.» Für die Angehörigen ist die Sucht besonders schwer. Sie müssen mit ansehen, wie ihre Liebsten offen ins Verderben rennen. Dr. Raphael Gaßmann rät: «So schlimm es auch klingen mag, man muss auch sich selbst schützen. Zu viel Anteilnahme führt dazu, dass man selbst kaputt geht. Abhängige müssen von sich aus erkennen, dass sie krank sind. Nur dann kann ihnen geholfen werden.»

Ob Amy Winehouse so weit war, werden wir niemals erfahren. 

Welche Promis seit Jahren mit ihrer Drogensucht kämpfen, sehen Sie in unserer Fotostrecke.

Vox zeigt heute Abend um 22 Uhr die Dokumentation Das Leben und Sterben der Amy Winehouse.

Ist Amy Winehouse die beste Sängerin aller Zeiten? Stimmen Sie ab und wählen Sie hier die Queen Of Pop.

zij/krc/news.de
Leserkommentare (11) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • SeawHaAri
  • Kommentar 11
  • 08.08.2011 20:34
 

Ich hatte das Glück A.J. auf St.Lucia kennenzulernen. Sie war eine liebe, aber einsame Person, die von "Freunden?" ausgenutzt wurde. Sie hatte versucht, sich Liebe zu erkaufen.Wenn sie den richtigen Partner an ihrer Seite gehabt hätte ( nicht wie dieser B.F.C. und dieser "Don Juan" R.T., die nur ihr Geld und ihren Namen sahen), wäre sie mit 100%er Sicherheit heute clean. Welch ein Verlust für die Menschheit!!! Sie hatte noch soooo viel zu sagen mit Hilfe der Musik. Mein Verstand hatte ausgesetzt, mein Herz geblutet und meine Seele wurde zerrissen, als ich von ihrem Tod hörte. R.I.P. AMY !!!

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 10
  • 30.07.2011 12:14
 

Festzuhalten ist,dass Sucht und Charakterlosigkeit sich komplementär bedingen.Letztere wird gefördert durch ein politisches System, das jeden Charakter aufspaltet, weil es hetzt, um bevormunden zu können. Wenn das Demokratie sein soll, dann sind deren Voraussetzung in Sucht und Charakterlosigkeit angelegt. Politik würde dann zum Förderer von Schwächen, weil der Schutz von Schwachen durch das Verbot von Stärken durchgesetzt werden muss. Und diese verdammten Schwachen werden nie erwachsen. R fordert: Jagt die Schwachen aus den Institutionen. Wer Lebensqualität will, verantwortet diese selbst!

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  • der Frosch
  • Kommentar 9
  • 29.07.2011 01:37
 Antwort auf Kommentar 5

Die weitaus gefährlichste Droge ist immer noch ein klarer Kopf! Warum ist Alkohohl nicht verboten? Weil das Wahlvolk auf einem verbödeteten Grund-level gehalten werden soll...

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  • alf14
  • Kommentar 8
  • 28.07.2011 21:58
 

alkohol ist die stärckste und vernichtenste droge ,ich kenn leute die kifften sch mit cannabis (weiche droge) von der wirklich harten droge bier u.schnaps weg!! aber amy konsumierte beides psychoaktive drgen u.alkohol und hatte hepatities dass zerstört mir tut jeder konsument von drogen leid da sie opfer vom gesetz sind dadurch zerstört das btm-gesetz ihr leben !!! alkohol die stärckste droge ist legal wie planlos ist das bitte ....

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  • Sabina
  • Kommentar 7
  • 28.07.2011 19:53
 

Es ist tragisch das ein Mensch auf diese Weise sterben muss, aber jeder trägt die Verantwortung für seine Taten selbst und deshalb traure ich um diesen Menschen nicht aber ich traure um diese Stimme denn das war was sie wirklich konnte!!

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  • siegertb
  • Kommentar 6
  • 28.07.2011 17:14
 

das war nur noch ein kleines auf flackern am himmel wo sie auf trat, aber das musste nicht so weit kommen das sie starb,sie hätte gar nicht mehr auf treten durft bis sie ihr leben in den griff hatte,aber sie war so am boden das gar nichts half,ich bin und kein fan von ihr für mich war sie nur eine kranke ,so lange ich sie kannte denn ich wusste gar nicht wer sie war als ich sie das erste mal sah dachte ich "Wer ist das"ich habe mich auch über die frisur gewundert,sagte ihr keiner wie sie aus sah das ist eben schlimm so jung zu sterben aber so ist das leben wenn man ohne droen nicht kann

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  • dmolly
  • Kommentar 5
  • 28.07.2011 14:22
 

Es mag sein, dass Drogensucht, genau wie Alkoholismus und andere Süchte, ein Krankheitsbild darstellt, aber es gibt immer ein erstes Mal bei jeder Sucht und in dem Moment wurde keiner mit der Pistole in der Hand gezwungen, derartige Substanzen zu sich zu nehmen. Sie hätten nur NEIN sagen müssen. Darum hält sich meine Anteilnahme für diese Personen sehr stark in Grenzen. Sie sollten nach dem ersten Gebrauch eigentlich wissen, dass die Wirklichkeit immer wieder auftaucht und die stärkste Droge der Welt das nicht verhindern kann.

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  • Brasilianer
  • Kommentar 4
  • 28.07.2011 14:20
 

Das Problem solcher Figuren wie Amy Weinhouse ist das die Gesellschaft Ihnen auch noch ein Podium gibt ,warlich sie hatte Talent aber es gab u gibt bessere Sänger die ohne Drogen u. Skandale auskommen. An Künstler sollte man auch ein paar Anforderungen an Ethik stellen,wenn Drogenkonsum auftritt klarer Auftrittsverbot. Keine Verherrlichung solcher Musik wie bei Ihr NO NO NO betreff Entzug ect,es gibt immer Jugendliche die solche Künstler als Vorbild nehmen - es ist eben cool Hier trägt die Gesellschaft Verantwortung

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  • carlos 12
  • Kommentar 3
  • 28.07.2011 13:51
 

Drogensucht ist zumeist nur ein Teilaspekt einer sittenlosen,verderbten Lebensweise die in Ihrer Sinnentleertheit Drogenkonsum nahezu zwangsläufig nach sich zieht.Drogenkonsum setzt die Bereitschaft zu kriminellem Handeln voraus da jeder um das Verbot weiß.Die Krankheit entsteht erst später.Dauerhafte Heilung kann es nur geben,wenn die Betroffenen zu einer grundsätzlichen Umkehr bereit sind.

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  • Federico
  • Kommentar 2
  • 28.07.2011 13:03
 

Wer den Unterschied zwischen Entzug und Entwöhnung nicht kennt, sollte keine Kommentare zu Drogensucht und Alkoholismus verfassen. Patienten die sich in den Entzug begeben sind grundsätzlich schwer betrunken. Unter Entwöhnung versteht man die mehrwöchige Behandlung mit therapeutischen Methoden. Die Aussagen von Herrn Gassner spiegeln den Stand der Suchtforschung vor ca. 40 Jahren wieder. Aktuell werden seit 2007 die besten Ergebnisse bei ambulanter Behandlung mit Baclofen erzielt (80% Erfolg). www.paradigmenwechsel-ev.de

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  • Maggi
  • Kommentar 1
  • 28.07.2011 12:14
 

Es könnte alles so einfach sein. "Leb Dich selbst und Du brauchst keine Drogen".

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