So., 27.05.12

Nach einem Jahr 26.07.2011 «Focus»-Chef Weimer schmeißt hin

Wolfgang Weimer (Foto)
Nach nur einem Jahr ist Schluss: Chefredakteur Wolfgang Weimer verlässt den Focus. Bild: dapd

Mehr Relevanz wollte Wolfram Weimer dem Nachrichtenmagazin Focus verleihen. Nach nur zwölf Monaten ist Schluss damit. Sein Weggang ist das Ergebnis eines internen Machtkampfes mit Co-Chefredakteur Uli Baur. Der hat jetzt das Zepter allein in der Hand.

Focus-Chefredakteur Wolfram Weimer verlässt nach nur einem Jahr im Amt das Nachrichtenmagazin. Der Journalist wolle sich wieder neuen Projekten zuwenden können, teilte der Burda-Verlag in München mit. Allerdings werde Weimer das Unternehmen weiterhin beraten und vor allem die strategische Allianz mit dem Wirtschaftsmagazin Economist ausbauen.

Künftig werde Co-Chefredakteur Uli Baur das Blatt alleine führen. Weimer hatte erst vor einem Jahr die Nachfolge von Helmut Markwort als Chefredakteur neben Baur angetreten. Weimer wollte dem Magazin ein neues Image verpassen und den Umbau des Spiegel-Konkurrenten weiter vorantreiben. Zu seinem Amtsantritt kündigte Weimer an, es werde einen Prozess der kontinuierlichen Veränderung geben.

«Statt ‹Fakten, Fakten, Fakten› müsse es künftig ‹Relevanz, Relevanz, Relevanz› heißen», sagte Weimer damals - und hatte damit durchaus Erfolg. «Dieser Kurs führte zu einer klaren Positionierung im Werbemarkt und zu drei Quartalen mit teilweise deutlich wachsendem Einzelverkauf gegen den Trend der Marktentwicklung», heißt es in der Burda-Mitteilung.

Medienberichten zufolge war die Zusammenarbeit mit Uli Baur allerdings weniger von Erfolg gekrönt. Weimer soll sich mit seinem Co-Chef, der bereits mit dem heutigen Focus-Herausgeber Markwort zusammen an der Spitze der Redaktion stand, einen regelrechten Machtkampf um die Ausrichtung des Hefts geliefert haben.

Branchenkreisen zufolge gab es Streit um den Kurs Weimers, den Focus stärker zu einem Politik-Magazin zu machen. Der Rückhalt in der Redaktion sei nach einigen Entscheidungen Weimers geschrumpft, nachdem verschiedene Titel-Geschichten am Kiosk durchgefallen waren. Auch Markwort soll Medienberichten zufolge mit der Ausrichtung des Focus unzufrieden gewesen sein - und habe vor allem Baur gestützt.

zij/ham/news.de/dpa
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige