Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz
Bei Google+ müssen sich die Nutzer mit ihren richtigen Namen anmelden, sonst werden ihre Profile gelöscht. Die User sind empört. Doch wenn sie sich nicht Googles Regeln unterwerfen wollen, bleibt ihnen ja immer noch Facebook.
Die Nutzer von Googles neuem Netzwerk Google+ sind empört. Google hat die Profile von all jenen gelöscht, die sich nicht mit ihrem richtigen Namen angemeldet haben. Denn Fantasienamen oder Pseudonyme sind bei Google+ verboten. So steht es in den Nutzungsbedingungen. Als Grund gibt Google an, Spam und Fake-Profile vermeiden zu wollen.
Klare Regeln also, an die sich wohl oder übel jeder halten muss, der bei Google+ mitmischen will. Natürlich ist es höchst unfreundlich von Google+, die Profile ohne Vorwarnung zu löschen. Aber: Googles Netzwerks, Googles Regeln. Wer sich denen nicht unterwerfen möchte, hat netzwerktechnisch ja genügend andere Möglichkeiten.
Facebook beispielsweise, duldet bisher durchaus die Phantasienamen seiner Nutzer. Könnte sein, dass dieser Umstand Facebook den entscheidenden Vorteil gegenüber Google+ verschafft. Besonders deutschen Netzwerklern scheint es wichtig zu sein, sich einigermaßen anonym durchs Web bewegen zu können.
Pseudonyme, Abkürzungen und Nicknames wohin man schaut. Das Argument ihrer Nutzer: Wer Daten sammelt, macht das ganz sicher nicht nur zu Archivierungszwecken, darum wollen wir uns tarnen, für den Fall, dass die sozialen Netzwerke ausgespäht werden.
Möglicherweise sammelt Google+ die Daten seiner Nutzer - vielleicht darum die Klarnamenpflicht? Möglicherweise aber auch nicht. Ob oder ob nicht, ist derzeit nicht geklärt. Zu wenig transparent ist die Google'sche Vorgehensweise. Das gibt zurecht Anlass zur Skepsis. Doch wer vermutet, dass Googles Netzwerk Böses tut, müsste konsequenterweise ganz auf Google verzichten und auch eine andere Suchmaschine nutzen.
news.de
Sehr geehrter Marc, vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir werden den Beitrag korrigieren. Beste Grüße, news.de Redaktion
jetzt antwortenKommentar melden"Bei Facebook beispielsweise gibt es, was Nutzernamen angeht, keinerlei Beschränkungen." Das ist falsch. Auch Facebook verlangt in den Nutzungsbedinungen Realnamen und behält sich eine Sperrung vor.
jetzt antwortenKommentar melden