So., 27.05.12

«V - Die Besucher» 25.07.2011 Schöne Verführer

V - Die Besucher (Foto)
Schöne Verführerin: Anna (Morena Baccarin). Bild: Warner

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Das US-Format V - Die Besucher hat einen fulminanten Start bei Pro7 hingelegt. Die attraktiven Aliens scheinen die Zuschauer im Sturm erobert zu haben - ebenso wie die Menschen, die sie in der Serie heimsuchen.

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«Das ist wie Independence Day!», ruft ein Beobachter, als riesige Raumschiffe aus heiterem Himmel über allen Großstädten der Welt erscheinen. Doch statt eines Todeslasers sehen die vor Schock gelähmten Menschen an den Unterseiten der Untertassen plötzlich das wunderschöne Gesicht einer Frau.

Sie stellt sich als Anna vor und versichert mit sanfter Stimme, sie komme in Frieden und sei nur zu Besuch hier. Sie und ihre Untertanen wollten nur etwas Wasser aus den im Überfluss damit gefüllten Ozeanen, dafür solle es im Gegenzug Technologie geben, die der unseren um Jahrhunderte voraus sei. Nach dem Schreck des Erstkontakts braust weltweit Beifall auf, der dank kostenloser Wunderheilungen schnell zu quasi-religiöser Verehrung wird.

Auf dem Weg zum Sommerhit?

V - Die Besucher soll der Sommerhit von Pro7 werden. Und in der Tat startete die US-Serie in der vergangenen Woche grandios: 2,21 Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren waren ab 20.15 Uhr dabei. Der Marktanteil des fast zweistündigen Piloten lag bei 19,5 Prozent. Insgesamt kamen die Aliens auf 3,18 Millionen Zuseher ab drei Jahren und 11,3 Prozent Marktanteil. Besonders Männer ab 14 Jahren interessierten sich laut Media Control für die Besucher in Menschengestalt. 1,67 Millionen männliche Fans holten einen Marktanteil von 13,9 Prozent. Bei den 1,40 Millionen Frauen gleichen Alters lag der Marktanteil um 4,9 Prozentpunkte niedriger.

Ob sich V - Die Besucher tatsächlich zu einem Quotenerfolg entwickelt, wird sich heute Abend zeigen, wenn die nächsten drei Folgen gesendet werden. In TV-Foren äußern sich User höchst unterschiedlich über die Serie. Die einen finden sie «klasse» und «der absolute Hammer», die anderen meckern, V sei «stumpfsinnig ohne Ende» und die Story sei «völlig unglaubwürdig». Wieder andere verweisen auf das Original V - Die außerirdischen Besucher kommen aus dem Jahr 1983.

Wer sich noch an das Original erinnert, das in Deutschland ab 1988 auf Sat.1 lief, weiß bereits, worauf das Ganze hinausläuft: Die Außerirdischen verbergen nicht nur ihr wahres Äußeres hinter einer scheinbar menschlichen Hülle, sondern verfolgen auch sehr eigennützige, düstere Ziele auf dem Planeten Erde. Die damalige Miniserie exerzierte diese Idee bereits gründlich durch und schuf eine intelligente Allegorie auf den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland. Tatsächlich sollte es erst gar keine Aliens enthalten, sondern eine fiktive Übernahme der damaligen USA durch Neonazis zeigen. Doch dank der Popularität von Star Wars wurden Science-Fiction-Elemente hinzugefügt. V schaffte es auf diese Weise, den Zeitgeist im rechtskonservativen Amerika der Reagan-Ära einzufangen.

Parallelen zu Scientology

Ebenso gelingt es der Neufassung, jetzige kulturelle Strömungen wiederzugeben. Da wäre zum einen die noch immer virulente Angst der Amerikaner vor Terroristen im eigenen Land. Wie man bereits in der ersten Folge erfährt, haben die Aliens von V nämlich schon seit Jahren die Menschheit unterwandert und sich wichtige Schlüsselpositionen in der Gesellschaft erarbeitet. Dieser Terrorbezug zieht sich bereits durch einige US-Serien der vergangenen Jahre wie 24 und Lost und wirkt damit weniger originell als eine zweite Parallele - die zu Sekten wie Scientology.

Denn die geschniegelten, entwaffnend charmanten Sprecher der Aliens lassen an die perfekte PR-Maschinerie von Scientology denken. Vor allem ihre Anführerin Anna, mit kühler Präzision von Morena Baccarin verkörpert, erinnert an das stets bis ins Kleinste inszenierte Auftreten berühmter Scientology-Mitglieder wie Tom Cruise und John Travolta.

So ist eine der besten Szenen der ersten Folge auch Annas Interview mit dem ehrgeizigen TV-Journalisten Chad Decker (Scott Wolf). Im Vorgespräch verbietet Anna ihm Fragen, die ein negatives Licht auf die Besucher werfen könnten. Dann, als die Kameras laufen, bittet sie ihn scheinheilig, sie doch alles zu fragen, was ihm in den Sinn komme. Und auch wenn der jugendliche Tyler in der Uniform der Vs Flugblätter verteilt, fühlt man sich an Sektenpamphlete wie den Wachturm erinnert. Sogar die virale Website, die Pro7 im Vorfeld der Serie gestartet hat, nimmt diesen Aspekt der Serie auf. Dort kann man nämlich einen Persönlichkeitstest der Aliens machen - ganz ähnlich wie bei Scientology auch.

Ein Hoffnungsschimmer für Fans

Trotz des vielversprechenden Auftakts ist V - Die Besucher allerdings genauso wenig perfekt wie der glatte Look der Aliens. So schafft es Elizabeth Mitchell zwar, der Agentin Erica Evans vielschichtige Facetten zu entlocken. Dasselbe lässt sich jedoch von vielen der anderen Schauspieler nicht sagen. Joel Gretschs zweifelnder Priester bleibt ein wandelndes Klischee mit Sorgenfalten und auch Tyler, Ericas Sohn (Logan Huffman), dürfte zwar die Twilight-Zielgruppe ansprechen, ist aber als Figur ein allzu blasser Standardteenie.

In den USA ist die Serie mangels Zuschauerinteresse nach zwei Staffeln im Mai 2011 eingestellt worden. Fans von V - Die Besucher wollen sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden: Sie gründeten das «Project Alice» und wollen Warner Bros dazu bewegen, die Serie weiter zu produzieren. Es gibt also ein wenig Hoffnung für alle, die von den «Besuchern» infiziert wurden.

V - Die Besucher, montags, 20.15 Uhr, Pro7.

zij/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • sciencefifan
  • Kommentar 1
  • 25.07.2011 15:11
 

Gääääähn!, trostlos...nichts für Trackis

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