Film «Taxi Driver» und Gigolos - Paul Schrader wird 65

Der Name Paul Schrader mag vielen Kinogängern nicht geläufig sein, aber jeder Cineast kennt seine Werke. «Taxi Driver», «Wie ein wilder Stier» und «Ein Mann für gewisse Stunden» zählen zu den Highlights der amerikanischen Filmgeschichte.

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«Taxi Driver» und Gigolos - Paul Schrader wird 65 Bild: dpa

Los Angeles (dpa) - Der Name Paul Schrader mag vielen Kinogängern nicht geläufig sein, aber jeder Cineast kennt seine Werke. «Taxi Driver», «Wie ein wilder Stier» und «Ein Mann für gewisse Stunden» zählen zu den Highlights der amerikanischen Filmgeschichte.

Martin Scorsese machte sich das Talent des Drehbuchschreibers für düstere Stoffe gleich viermal zunutze. Neben «Taxi Driver» und «Wie ein wilder Stier» dachte sich Schrader auch die Jesus-Verfilmung «Die letzte Versuchung Christi» und das New Yorker Straßendrama «Bringing Out the Dead» aus.

Schrader, der am Freitag (22. Juli) 65 Jahre alt wird, hat sich immer als Provokateur gesehen. Sinnleere, Einsamkeit, Gefangenschaft, Gewalt und Sex sind seine Lieblingsthemen. Seine Protagonisten sind meist getriebene, zwiespältige Persönlichkeiten. Er selbst erklärte seinen Hang für Düsteres mit seiner streng puritanischen Erziehung.

Schrader, geboren in Grand Rapids (US-Bundesstaat Michigan), Sohn holländischer Calvinisten, durfte erst mit 18 Jahren seinen ersten Kinofilm sehen. Eigentlich sollte er Missionar werden, doch die Liebe zur Leinwand war stärker. Er studierte Film an der New Yorker Columbia University und in Kalifornien, als Filmkritiker verdiente er sein erstes Geld. Schrader wollte bald zu denen gehören, über die er schrieb. Sein erstes Drehbuch verkaufte er 1974 an Sydney Pollack, der daraus mit Robert Mitchum den Gangsterfilm «Yakuza» inszenierte. Ein Jahr später lieferte er die Vorlage für Brian De Palmas Entführungsthriller «Schwarzer Engel».

1976 gelang ihm dann mit «Taxi Driver» der Durchbruch. Die Geschichte eines enttäuschten Vietnam-Kämpfers und Taxifahrers in New York, der mit der Gewalt und dem Dreck der Stadt nicht mehr fertig wird, brachte Schrader in wenigen Wochen zu Papier. Das sei für ihn damals eine «persönliche Therapie» gewesen, zitiert die Filmdatenbank «Imdb.com» den Autor. Er sei an einem Tiefpunkt gewesen, von seiner Freundin verlassen und finanziell am Boden. Mit Robert de Niro in der Hauptrolle inszenierte Scorsese einen Film über Gewalt und Großstadtschmuddel. Der Streifen wurde in Cannes mit der Goldenen Palme gekürt.

Nach diesem Erfolg wechselte Schrader hinter die Kamera. Sein Regiedebüt gab er 1978 mit «Blue Collar», einem Film über die Macht korrupter Gewerkschaften. Mit Richard Gere als Callboy für reiche Hollywood-Damen in «Ein Mann für gewisse Stunden» landete Schrader 1980 einen Kassenhit. In dem Psychodrama «Der Gejagte» (1997) gab er Nick Nolte die Rolle eines versoffenen Kleinstadtsheriffs, der unter dem Druck seines herrischen Vaters (James Coburn) leidet. Nolte wurde für den Oscar nominiert, Coburn gewann die Statue als bester Nebendarsteller.

Für «Der Gejagte» holte Schrader auch seine zweite Frau, die Schauspielerin Mary Beth Hurt, vor die Kamera. Auch in «Walker» (2007) trat sie erneut auf. In dem Film, den Schrader - zugleich Jury-Präsident - bei der Berlinale vorstellte, spielt Moritz Bleibtreu den türkischen Freund eines schwulen Begleiters (Woody Harrelson) reicher Damen.

Berlinale-Applaus erhielt auch sein jüngstes Regiewerk, das berührende Holocaust-Drama «Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected» (2009). Es basiert auf dem israelischen Bestseller «Adam Hundesohn» (1968) und thematisiert die Geschichte des deutschen Juden Adam Stein (Jeff Goldblum), der in einer Klinik für Holocaust- Überlebende in Israel an den Erinnerungen an den KZ-Kommandanten Klein (Willem Dafoe) leidet. In der deutsch-amerikanischen Produktion spielten auch israelische und deutsche Schauspieler wie Ayelet Zurer, Joachim Król, Moritz Bleibtreu und Veronica Ferres mit.

Filmdatenbank Imdb.com

news.de/dpa

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