Vergessen Sie Sandra Maischberger! Vergessen Sie Maybrit Illner und Frank Plasberg! Was Polittalk sein kann, zeigt ein Spielfilm im ZDF. Der schildert die legendären TV-Interviews zwischen dem Journalisten David Frost und Ex-US-Präsident Richard Nixon.
Ein Politskandal, der mehr als 30 Jahre zurückliegt, erzählt als Kammerspiel zwischen zwei Protagonisten - das ist eigentlich nicht der Stoff, aus dem große Filme gemacht werden. Doch dem Oscarpreisträger Ron Howard (A Beautiful Mind) ist mit seinem Film Frost/Nixon dieses Kunststück gelungen. Er inszeniert das legendäre TV-Interview, das der britische Journalist David Frost 1977 mit dem früheren US-Präsidenten Richard Nixon zum Watergate-Skandal führte, als dichtes und spannendes Leinwanddrama. Der Kinofilm aus dem Jahr 2008 war für fünf Oscars nominiert - jetzt zeigt ihn das ZDF als Free-TV-Premiere.
Das Nixon-Interview schrieb damals Fernsehgeschichte. Drei Jahre nach seinem unrühmlichen Abgang aus dem Weißen Haus ließ sich Nixon, der bis heute wohl unbeliebteste Präsident der Vereinigten Staaten, erstmals zu seiner Verstrickung in den Abhörskandal befragen. Allein die erste Folge des insgesamt sechsstündigen Gesprächs sahen 45 Millionen Zuschauer - US-Rekord für ein politisches Interview. «Warum haben Sie die Tonbänder nicht einfach verbrannt?», fragt der Moderator zum Eingang. Und später fällt Nixons unvergesslicher Satz: «Wenn der Präsident es tut, bedeutet das, es ist nicht illegal.»
Der Film von Hollywood-Altmeister Howard basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des britischen Autors Peter Morgan, das 2006/2007 in London und New York Triumphe feierte. Der Regisseur gewann für seine Kinoversion das hochgelobte Bühnenteam: den für seine Leistung mit einem Tony-Award ausgezeichneten Nixon-Darsteller Frank Langella und als seinen Gegenpart den britischen Schauspieler Michael Sheen, der schon 2006 als Tony Blair in dem Politdrama Die Queen für Aufsehen gesorgt hatte. Wie in einem Boxkampf lässt Howard beide gegeneinander antreten - die Spannung steigt von Runde zu Runde, bis zum letzten, alles entscheidenden Duell.
Im Ring steht auf der einen Seite ein cleverer, redegewandter Politprofi, der sich auch Jahre nach der beispiellosen Abhöraktion bei der konkurrierenden demokratischen Partei keinerlei Schuld bewusst ist. Als Interviewer hat er sich einen gerade geschassten, leichtfüßigen Fernsehplauderer ausgesucht, weil er glaubt, mit ihm einfaches Spiel zu haben und sich so von seiner Schmach reinwaschen zu können. Doch auch bei David Frost geht es um alles oder nichts: Er hat Nixon mit einem Honorar von 600.000 Dollar zu dem Gespräch bewegt, kein Sender jedoch will ihm die Geschichte abkaufen. Wenn er nicht den absoluten Knaller bringt, ist Frost ruiniert.
Anfangs scheint Nixons Rechnung aufzugehen. Mit machiavellistischem Starrsinn walzt er den unerfahrenen Moderator aus dem Weg. Doch schließlich, nach einem nächtlichen Anruf des betrunkenen Ex-Präsidenten, erwacht in Frost der Ehrgeiz. Fieberhaft lässt er die Hintergründe recherchieren, Munition sammeln - und bekommt am Ende von einem zusammenbrechenden Nixon ein Bekenntnis, wie er es wohl selbst nicht erwartet hat. «Das amerikanische Volk...Ich habe es getäuscht», gesteht Nixon. «Ich habe das Land verraten.»
Titel: Frost/Nixon
Regie: Ron Howard
Darsteller: Michael Sheen, Frank Langella, Kevin Bacon, Rebecca Hall und andere
Sendetermin: Donnerstag, 21. Juli 2011, 22.15 Uhr, ZDF
Wenn ein amerikanischer Spitzenpolitiker wie Spiro Agnew Steuern hinterzieht, dann muß er zurücktreten und wird verurteilt. Wenn ein am. Politiker wie Richard Nixon einen Einruch organisiert, dann muß er zurücktreten und wird durch seinen Vice und Nachfolger Gerald Ford begnadigt. Wenn aber ein am. Politiker einen verbrecherischen Krieg beginnt, der mehr als 100 T Menschenleben kostet und einen Staat ins Chaos stürzt, wie George W. Bush und dieser Präsident auch noch eine Umweltpolitik betreibt, die die ganze Menschheit gefährdet, dann ja dann wird er Angela Merkels Freund.
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