Von news.de-Redakteur Sven Wiebeck
Der skandalträchtige Star plant sein Comeback vor der Kamera. In der neuen Sitcom Anger Management soll Charlie Sheen ausgerechnet einen Therapeuten mimen, der anderen bei der Bewältigung ihrer Aggressionsprobleme hilft. Nur leidet er selbst unter solchen.
Charlie Sheen - gefallener Star der Fernsehserie Two and a Half Men - plant seine Rückkehr auf die Bildschirme. Mit der Sitcom Anger Management. Diese basiert lose auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2003 mit dem deutschen Titel Die Wutprobe sowie Jack Nicholson und Adam Sandler in den Hauptrollen.
Allerdings ist die von Lionsgate Television produzierte Serie keine Auftragsarbeit für einen der großen Sender, wie der Verleih Debmar-Mercury nun mitteilte. Zudem wurden die Besetzung oder der Drehbeginn zunächst nicht bekannt gegeben. Sheen werde sich aber mit einem bedeutenden Betrag an der Serie beteiligen, teilte Lionsgate mit.
In Die Wutprobe wird der sanftmütige Dave Buznik (Adam Sandler) zu einer Anti-Agressions-Therapie verurteilt. Allerdings leitet den Kurs ein Therapeut, der selbst eine Therapie nötig hat: Dr. Buddy Rydell alias Jack Nicholson.
In Anger Management übernimmt Sheen nun Nicholsons überarbeiteten Part. Für ihn sei es eine große Sache, einen solchen Typen mit diesem gehörigen Aggressionsproblem zu spielen. «Deshalb habe ich mich für Anger Management entschieden», sagte Charlie Sheen dem Magazin Hollywood Reporter. «Ich denke, es ist ein großartiges Konzept.»
Die finanzielle Beteiligung sowie jede Menge Einfluss und Kontrolle hinsichtlich kreativer Belange versüßen dem Skandal geplagten Star den Deal zusätzlich. Und «es ist meine Chance auf eine Rückkehr ins Geschäft mit einem meiner liebsten Filmproduzenten aller Zeiten, Joe Roth», betonte Sheen. Gemeinsam haben die beiden bereits an fünf Filmen gearbeitet , darunter der Sportkomödienhit Die Indianer von Cleveland und der Neo-Western Young Guns - Sie fürchten weder Tod noch Teufel.
Der Freak-Faktor
Die Sitcom-Macher sehen in dem Alkohol- und Drogeneskapaden getränkten Sheen, der zuletzt eher durch wirre Auftritte im Internet und als Überraschungsgast in Talkshows medial auf sich aufmerksam gemacht hat, ein «außergewöhnliches Talent», um das sie eine bekannte Marke aufbauen wollen. So beschreiben Mort Marcus und Ira Bernstein von Debmar-Mercury jedenfalls das Modell für die neue TV-Serie. Schließlich sei Sheen hoch motiviert und - auch angesichts der hohen Profitbeteiligung - sehr an einem Erfolg von Anger Management interessiert. «Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man eine neue Sitcom auf den Markt bringen kann, in welcher der Star der größten TV-Comedy des vergangenen Jahrzehnts mitspielt.»
Bei dem es sich allerdings zugleich um einen der skandalträchtigsten Promis der vergangenen Jahre handelt. Aber noch ist man bei Lionsgate guter Dinge. Vermutlich zu Recht: Hat Sheen doch nach wie vor eine große Fangemeinde. Sowie einen Freak-Faktor: Jeder möchte sehen, wie kurios er sich künftig vor der Fernsehkamera verhält. Zumindest anfänglich dürften der neuen Serie Anger Management hohe Einschaltquoten sicher sein.