Von Barbara Munker
So rasend schnell bringt kein anderer Hollywood-Star Witze und Blödelsprüche über die Lippen. Robin Williams war schon lange als Stand-Up-Komödiant berühmt, bevor er als Schauspieler Karriere machte. Mit 60 sorgt er weiter für Lacher.
Mit Perücke und falschem Busen als das schrullige Kindermädchen Mrs. Doubtfire oder als wächserner Theodore Roosevelt in Nachts im Museum - Robin Williams hat die Lacher stets auf seiner Seite. Williams, der heute seinen 60. Geburtstag feiert, zählt zu Hollywoods wenigen Comedy-Talenten, die gleichzeitig auch Tiefgang zeigen können.
Ausgerechnet mit einer Drama-Rolle holte sich Williams seinen bisher einzigen Oscar. Für seinen Auftritt als einfühlsamer Psychotherapeut, der in Good Will Hunting einem jungen Genie (Matt Damon) aus dem Arbeitermilieu den Weg weist, erhielt er 1998 den Nebenrollen-Oscar. Zuvor war er für Good Morning, Vietnam (1987), Der Club der toten Dichter (1989) und König der Fischer (1991) bereits drei Mal als Hauptdarsteller für Hollywoods höchste Ehre nominiert gewesen.
Nur kurze Zeit hielt der in Chicago geborene Williams an seinem Ziel fest, Politikwissenschaften zu studieren, dann setzte sich die Liebe zum Theater durch. An der berühmten Juilliard-Schauspielschule in New York lernte er sein Handwerk, an der Seite seines guten Freundes, des späteren Superman Christopher Reeve. Nach Jahren auf der Bühne als Stand-Up-Komödiant trat Williams 1980 erstmals vor die Filmkamera. Robert Altman machte ihn in Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag zu dem liebenswerten Matrosen.
Sein Talent für schräge Charaktere stellte er zwei Jahre später in der Verfilmung von John Irvings Bestseller Garp - und wie er die Welt sah zur Schau. Als redseliger Army-Disjockey in der Vietnam-Dramakomödie Good Morning, Vietnam (1987) wurde er unter der Regie von Barry Levinson endgültig zum gefragten Star. Peter Weir setzte ihn 1989 als unkonventionellen Internats-Lehrer in dem Drama Der Club der toten Dichter ein. In Zeit des Erwachens (1989) hilft er als Arzt einem an einer Schlafkrankheit leidenden Patienten, gespielt von Robert De Niro. Für Terry Gilliam trat er in dem Großstadtmärchen König der Fischer (1991) als verrückter und belesener Obdachloser vor die Kamera.
Nach Komödien wie The Birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel und Der 200-Jahre-Mann zeigte Williams seinen Fans, dass er auch Angst verbreiten kann. In dem Thriller Insomnia - Schlaflos unter der Regie von Christopher Nolan liefert er sich als Mörder mit einem Detektiv (Al Pacino) ein Katz-und-Maus-Spiel. In dem Psycho-Thriller One Hour Photo sorgte Williams als labiler Einzelgänger für Gänsehaut.
Auch im echten Leben spielten sich hinter der Erfolgsfassade des Komikers Dramen ab. 2006 legte Williams eine Drehpause ein, nachdem er sich öffentlich zu Alkoholproblemen bekannte und sich einer Behandlung unterzog. Er sei 20 Jahre trocken gewesen, habe jetzt aber wieder mit dem Trinken begonnen, sagte er damals. Nach seinem plötzlichen Erfolg als Fernsehkomiker Ende der 1970er Jahre hatte er nach eigenen Angaben reichlich Kokain und Alkohol konsumiert.
2009 musste er sich einer Herzoperation unterziehen, im Jahr zuvor war die zweite Ehe des dreifachen Vaters geplatzt. Doch 2010 war ihm zumindest auf der Leinwand schon wieder zum Blödeln zumute. In Old Dogs - Daddy oder Deal kommt er mit seinem Buddy (John Travolta) plötzlich zu ungewollten Vaterfreuden, die er am Ende mit Bravour meistert.
car/news.de/dpa