So., 27.05.12

Bundesliga 14.07.2011 Kein Frauenfußball in der «Sportschau»

Bajramaj (Foto)
Bald in der Sportschau? Fatmire Bajramaj und die Frauen-Bundesliga. Bild: dpa

Lira Bajramaj & Co. zur besten Sendezeit? Das Erste dementiert Planspiele, wonach Partien der Frauen-Bundesliga künftig auch in der Sportschau am Samstag laufen. Die Männer-Bundesliga könnte bald ganz aus der ARD verschwinden.

Die sensationellen Einschaltquoten bei der Frauen-WM werden die deutsche Fußball-TV-Landschaft nicht auf einen Schlag verändern. Der Wunsch des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, dass die Frauen-Bundesliga zukünftig wie die 3. Männer-Liga in der ARD-Sportschau ausgestrahlt wird, dürfte nicht in Erfüllung gehen.

Die Rekordeinschaltquoten hatten zuvor für Spekulationen über eine Sportschau am Samstag mit einem Topspiel aus der Frauen-Bundesliga gesorgt. Diesen vermeintlichen Plänen erteilte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky nun aber eine Absage: «Wir müssen das Turnier genau analysieren. Die WM ist aber nicht mit dem Ligabetrieb zu vergleichen», sagte Balkausky. «Ich halte es derzeit für ausgeschlossen, dass wir regelmäßig Spielberichte aus der Bundesliga samstags zeigen», fügte er hinzu.

Bislang sind die Bundesligaspiele der Frauen ausschließlich am Sonntag terminiert. Ausschnitte sind in den Regionalprogrammen der ARD oder in der ZDF-Sportreportage zu sehen.

Auch ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz trat auf die Euphoriebremse. «Man sollte nicht übermütig werden. Ich glaube nicht, dass Frauen-Länderspiele in Zukunft 15 oder 16 Millionen Zuschauer haben werden», sagte Gruschwitz. Er verwies auf das Beispiel der Männer. Die WM-Partien des DFB-Teams werden von 20 bis 30 Millionen Zuschauern verfolgt, bei «normalen» Länderspielen sitzen manchmal weniger als 10 Millionen Fans vor dem Bildschirm.

Die Spiele der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, die am Wochenende im Viertelfinale an Japan gescheitert war, hatten bei der WM mit bis zu 17 Millionen Zuschauer für Rekordquoten bei ARD und ZDF gesorgt. Auch nach dem Ausscheiden der deutschen Elf erzielen die Spiele der Frauenfußball-WM (die schönste Spielerin des Turniers können Sie übrigens hier wählen) beachtliche Einschaltquoten.

Sonntag-Spiele bald ab 19 Uhr im Free-TV?

Erst gestern waren Pläne der DFL bekannt geworden, die TV-Übertragungen der Männer-Bundesliga künftig neu zu gestalten. Demnach könnten Fußballfans die Zusammenfassung der Sonntag-Spiele der Bundesliga möglicherweise künftig schon um 19 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen  anschauen.

Ein entsprechendes Modell hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei der Ausschreibung der TV-Rechte von der Saison 2013/2014 an berücksichtigt. Das erklärte Liga-Chef Christian Seifert in der Sport Bild. Bedingung ist allerdings, dass die traditionsreiche ARD-Sportschau am Samstag um 18 Uhr verschwindet und dafür samstags eine sogenannte Internet-Sportschau (Beginn 19 Uhr) eingeführt wird. Das zweite Modell, das ausgeschrieben wird, ähnelt dem derzeit praktizierten.

«Ein Highlight-Szenario sieht vor, das die Bundesliga-Spiele am Sonntag nicht mehr erst ab 22 Uhr, sondern schon ab 19 Uhr im Free-TV zu sehen sind», erklärte Seifert. Dies wäre ein Entgegenkommen für jene Bundesliga-Anhänger, welche die Samstag-Spiele bisher in der ARD-Sportschau verfolgten. Sollte sich das Internet-Modell bei der Rechtevergabe durchsetzen, wäre eine Samstag-Zusammenfassung im Free-TV frühestens von 21.45 Uhr an möglich.

Kritik am Zweiten

Seifert kritisierte in diesem Zusammenhang das ZDF, dessen Sportstudio seit einigen Monaten erst um 23:00 Uhr beginnt. «Dieser sehr späte Beginn des Sportstudios ist aus unserer Sicht sehr ärgerlich. Wir geben dem ZDF die Option, ab 21.45 Uhr zu senden», betonte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung. «Die Zuschauer müssen dem ZDF selbst mitteilen, dass sie damit nicht einverstanden sind», fügte er hinzu.

Die DFL will die Bundesliga-Rechte noch in diesem Jahr ausschreiben. Mit der Vergabe ist im Frühjahr 2012 zu rechnen. Neben dem bisherigen Modell mit der ARD-Sportschau vor 20 Uhr hat das Bundeskartellamt bereits Grünes Licht für eine Zusammenfassung des Ligageschehens im Internet gegeben. Zusätzlich können wie bisher alle Partien live im Pay-TV gezeigt werden.

«Wir denken aktuell über nicht mehr als zwei Szenarien für die Highlight-Berichterstattung und über zwölf Pakete nach, die die Live-Berichte beinhalten. Ob es dabei bleibt, darüber sind wir im Gespräch mit dem Kartellamt», erläuterte Seifert.

Mit dieser Strategie will die DFL den Konkurrenzkampf um die Bundesligarechte neu entfachen und höhere Erlöse erzielen. Der derzeitige Vierjahresvertrag, der 2013 ausläuft, hat ein Gesamtvolumen von 1,65 Milliarden Euro. In der kommenden Saison fließen allein aus der TV-Inlandsvermarktung rund 428 Millionen Euro an die Liga.

wam/sua/news.de/dpa
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Ellipirelli
  • Kommentar 3
  • 14.07.2011 20:05
 

Solange diese aufgeblasene,selbstverliebte Neid Trainerin bleibt,werd ich mir den deutschen Frauenfußball nicht mehr antun,zumal solche Tanten wie die Grings(die ich als hinterlistig einschätze) der Neid noch den Rücken stärken. Nein,da gibts wichtiger Dinge für mich...

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  • Reifan
  • Kommentar 2
  • 14.07.2011 16:55
 

Die DFL ist auf einen richtigen Weg. Doch die öffentlich rechtlichen Fernsehsender und dessen Interdanten gegenüber dem Zuschauerinteressen auf dem Holzweg. Es währe schön wenn der Frauenfußball durch des Fernsehen und dessen Sporschauen gefördert würde, und das nicht nur in den Dritten Regionalprogrammen der öffentlich rechtlichen Sendern von ARD oder ZDF. Die Free TV Sender von RTL oder SAT 1 bekommen ganz neue Möglichkeiten, wenn ein Sportthema von den öffentlich rechtlichen Sendern, den Spartensendern Deutschlands, nicht besetzt werden will.

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  • Conni
  • Kommentar 1
  • 14.07.2011 16:44
 

...wenn schon "Volksverdummung" (Fußball), dann wenigstens ansehnliche (Frauenfußball) mit Mädels, die noch nicht überbezahlt sind. - Die Männer spielen doch für wahnwitzige Gagen, die in keinem Verhältnis zur Leistung stehen.

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