Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Serien in der Endlosschleife? Nicht immer gelingt den TV-Sendern dieses Vorhaben - wie Marienhof und Hand aufs Herz belegen. Andere Formate halten sich seit Jahrzehnten. News.de präsentiert die erfolgreichsten Soaps und Telenovelas.
Eine Soap nach der anderen verschwindet derzeit von der Bildfläche: Mitte Juni ging die ARD-Vorabendserie Marienhof nach fast 20 Jahren das letzte Mal auf Sendung. Nur wenige Tage später wurde das Aus der ZDF-Telenovela Lena - Liebe meines Lebens verkündet. Und dann wurden auch noch die Fans des Sat.1-Formats Hand aufs Herz vor vollendete Tatsachen gestellt: Am letzten Drehtag erfuhren sie vom Ende der Musical-Soap.
Aber damit nicht genug: Auch Herzflimmern - die Klinik am See, im Herbst 2010 vom ZDF vollmundig als «erste deutsche Medical Soap» angekündigt, schwächelt. Die Einschaltquoten sind seit Wochen im Keller, eine Hauptdarstellerin (Nova Meierhenrich) muss gehen. Erste Rettungsmaßnahmen wurden vom Zweiten eingeleitet: Mehr Herzschmerz und neues Personal sollen Herzflimmern wieder zum Schlagen bringen. Ob das hilft?
Vielleicht ist der TV-Zuschauer einfach nur übersättigt. Zehn Daily Soaps und Telenovelas flimmern werktags über die Bildschirme. Spitzenreiter mit je drei Formaten sind ARD und RTL: Das Erste bietet nachmittags Rote Rosen und Sturm der Liebe sowie am Vorabend Verbotene Liebe an. Alle drei Formate laufen (noch) gut. Die Verbotene Liebe profitierte sogar vom Aus des Marienhofs; seitdem sind die Folgen von 20 auf 45 Minuten verlängert worden und spielen zum Teil auf Mallorca.
Ersten Meldungen zufolge kommt das «XL-Format» bei den Fans an. Auch die Rückkehr der Schauspielerin Isa Jank als Serienbiest Clarissa von Anstetten und das Comeback des Liebespaares der ersten Stunde Jan und Julia (gespielt von Hubertus Grimm und Nina Bott) verstärken das Interesse der Zuschauer. «Die Zuschauerquote ist leicht angestiegen», teilt der Sender mit. Der durchschnittliche Marktanteil liege seit dem Start der Langversion bei 9,5 Prozent, vorher erreichte er 9,1 Prozent.
Die erfolgreichste Soap ist aber nach wie vor Gute Zeiten, schlechte Zeiten (GZSZ), die mit Unter uns zu den ältesten Seifenopern im deutschen Fernsehen zählt. Beide stammen aus der Schmiede des Privatsenders RTL und laufen seit 1992 beziehungsweise 1994 mit verlässlichen Einschaltquoten. Das Erfolgsmodell von GZSZ: Die Serie handelt von überwiegend jungen Protagonisten, die Geschichten sind realitätsnah und greifen auch gesellschaftliche Entwicklungen und Lebensformen auf. So thematisiert GZSZ gleichgeschlechtliche Beziehungen ebenso wie die immer häufigere Anbahnung von Liebesbeziehungen über das Internet, zuletzt gezeigt anhand des Liebespaars Lucy und Philip.
Viele Versuche, dieses Erfolgsmodell zu kopieren, scheiterten - aus mehreren Gründen. Erstens, weil der Zuschauer keinen Sinn darin sieht, seine Lieblingsserie für ein anderes Format aufzugeben (Beispiel Hand aufs Herz). Zweitens, weil die Dialoge schwach und die Handlungen an den Haaren herbeigezogen sind (Beispiel Marienhof). Und drittens, weil nicht auszumachen ist, welche Zielgruppe angesprochen wird (Herzflimmern).
roj/news.de