So., 27.05.12

Streaming-Portal 12.07.2011 Kino.to-Klon im Netz

Kino.to (Foto)
So sah das «Original» Kino.to aus. Bild: news.de, Screenshot (Kino.to)

Häme für die Ermittler: Unbekannte haben einen Klon der Kino.to-Seite ins Netz gestellt. Die Aufmachung und Funktionalität erinnert stark an das «Original». Neu ist hingegen eine gehörige Portion Spott und Wut auf die Strafverfolger.

Die Staatsanwaltschaft hatte alles unternommen, um die Betreiber der Streaming-Seite Kino.to dingfest zu machen. Jetzt ist ein Klon der Seite unter der Domain Kinox.to abrufbar. Die Aufmachung und die Funktionalität erinnern nicht von ungefähr an das unlängst von den Behörden abgeschaltete Portal.

Die Filmpiraten sind jetzt unter der URL Kinox.to aktiv. Dort sind offenbar wie auf der Vorgängerplattform Filme und Serien zu sehen. Auf der wie eine Kopie von Kino.to aussehenden Startseite hieß es: «Das legendäre Online-Stream-Portal Kino.to war eine der Lieblingsseiten vieler deutscher und ausländischer Internetnutzer, die es satt hatten, viel Geld für überteuerte Kinovorstellungen und verspätete Serien-DVD-Releases auszugeben.»

Kino.to
Eskalation für einen Burgfrieden?
Video: news.de

Zudem richten die Betreiber eine Botschaft direkt an ihre Gegner: «Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen, nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden?»

Ansturm auf den Klon

Weiter heißt es: «Was ist aus diesem Land geworden? Wo ist unsere Freiheit hin? Und warum werden solche fanatischen Geldgeier-Organisationen unterstützt vom Staat und Politik? Wir wollen euch nicht. Das Internet will euch nicht. Keiner will euch. Alles was wir wollen ist Freiheit und das für jeden.» Kinox.to hat derweil offenbar bereits mit einem großen Ansturm zu kämpfen: Sie Seite ließ sich am Dienstag nur schwer öffnen.

Die Polizei war Anfang Juni bundesweit gegen die Kino.to-Betreiber vorgegangen. Ihnen werden die Gründung einer kriminellen Vereinigung und gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung in mehr als einer Million Fälle vorgeworfen. Laut Medienberichten sollen die Betreiber über weitere Filmportale Raubkopien angeboten haben. So soll die Gruppe auch hinter den Internetseiten movie2k.to und neu.to stecken.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) teilte am Dienstag mit Blick auf Kinox.to mit: «Das Auftauchen der Seite ist keineswegs überraschend.» Dennoch sieht sie Erfolge im Kampf gegen die Filmpiraten: «Dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von kino.to online gestellt wurde, offenbart, wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat.»

ruk/cvd/news.de/dapd
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