So., 27.05.12

Tiere im Film 10.07.2011 Warum Kevin James auf den Bär gekommen ist

Zoowärter (Foto)
Bärenstarke Filmpartner hat Kevin James in dem Kinofilm Der Zoowärter. Bild: Sony

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Der beste Freund des Menschen und seine tierischen Kollegen waren schon immer gute Kumpels der Familienfilmindustrie. Lassie, Flipper und unzählige pelzige Sidekicks aus diversen Disney-Filmen liefern den Beweis. Warum faszinieren uns Tiere im Film?

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Kürzlich entführte uns Rio nach Brasilien und auf die Spur eines Papageien, dem es an Flugtalent mangelt, und der gestiefelte Kater Puss aus Shrek schwingt noch in diesem Jahr in einem eigenen Blockbuster seinen Miniaturdegen. Derzeit versucht Kevin James in Der Zoowärter, das Kinopublikum mit tierischer Unterstützung für sich zu gewinnen.

Als schüchterner Tierpfleger Griffin lässt er sich Flirttipps geben - ausgerechnet von einem Gorilla. In Zeichentrick- und Animationsfilmen mag es noch ganz witzig sein, dass Tiere sprechen. Aber wenn echte Tiere das Gespräch mit Menschen suchen, wie im Fall von Der Zoowärter, ist der Zuschauer doch eher peinlich berührt.

Mit etwas Wohlwollen kann man sagen, dass dahinter die alte Sehnsucht der Menschen steckt, mit ihren Lieblingen sprechen zu können. Wer richtet zu Hause nicht das Wort an seinen Hund oder seine Katze? Bestenfalls erhält man in solchen Situationen aber nur ein Schwanzwedeln oder Schnurren zur Antwort - und keine detaillierten Einblicke in die Gedankenwelt von Bello und Mieze.

Am Anfang war das Tier

Indem Tiere auf der Leinwand solcherart vermenschlicht werden, erfüllt das Kino seine ureigenste Bestimmung: Spaß und Spannung auf fantastische Weise miteinander zu verbinden. Ein Kater mag zwar süß anzusehen sein. Doch sobald er wie Kung Fu kämpfend an der Decke entlangwirbelt oder mit der Stimme von Antonio Banderas «Hasta la vista» sagt, erhöht sich der Unterhaltungsfaktor für einen Großteil des Publikums gleich beträchtlich.

«Popcorn»
Der Sommer im Kino
Video: news.de

Tiere standen auch ganz konkret am Anfang der Filmgeschichte. Eadweard Muybridges berühmte Fotoserie von 1872 versuchte, die Bewegungsabläufe eines trabenden Pferdes durch Auflösung in Einzelbilder zu erforschen. Später, als die Einzelbewegungen zur Unterhaltung des Publikums wieder zu bewegten Bildern zusammenmontiert wurden, waren Tiere ihre ersten und populärsten Stars: Max Skladanovskys boxendes Känguru, Percy Smith’ jonglierende Ameisen oder Rover, der erste Filmhund. Bald folgten Fury, Lassie, Black Beauty und Flipper, die allesamt das Gute im Tier verkörpern.

Unsere - oft irrationalen - Ängste vor gewissen Tierarten machen sich die Regisseure natürlich ebenfalls oft schonungslos zunutze: So tummeln sich riesige Spinnen (Arachnophobia), ein überdimensionaler Gorilla (King Kong), ein gefräßiger Meeresbewohner (Der weiße Hai) oder ein heimtückischer Affe (Link - der Butler) über die zusehends blutigere Leinwand. Und mit Godzilla, ob in der Verfilmung von Roland Emmerich oder in den japanischen Trashfilmen, beweisen die Filmemacher, dass sie sich nicht immer streng an die Zoologie halten müssen, um beim Publikum erfolgreich zu sein. Hier gilt die Regel: Je unwirklicher sich die Giganten geben, umso größere Faszination üben sie auf uns aus.

Warum Vierbeiner sterben müssen

Manchmal sind es dann aber doch reale Tiere, welche die positivsten Gefühle auslösen: So wird die Mensch-Tier Beziehung in Filmen wie Lassie und Flipper gestärkt. Das Vertrauen und die Freundschaft zwischen Tier und Besitzer sind für die meisten Tierfreunde rührend, immerhin hat beinahe jeder zweite Mensch ein Haustier, das auch oft als Familienersatz herhalten muss. Allerdings rufen reale Tierfilme mitunter auch einen bitteren Beigeschmack hervor, weil man nie ganz sicher sein kann, ob die Grenze zur Tierquälerei überschritten wurde.

Nüchtern betrachtet sind Tierdokus wohl die schönsten Tierfilme. Die unangetastete Natur und das natürliche Handeln des Tieres faszinieren einen Natur- und Tierfreund viel mehr als computeranimierte Kampftechniken. Aber unterhaltsames Popcornkino zum Mitfiebern oder Mitweinen verlangt eben Actioneinlagen und Sterbeszenen von unseren geliebten Vierbeinern.

Wer’s nur schwer ertragen kann, wenn pelzige Filmstars einen Kinotod sterben, mag sich mit der Hoffnung darüber hinwegtrösten, dass in einem solchen Fall fürs gesamte Tierreich gilt, was wir dank des Zeichentrickfilms Charlie spätestens seit 1989 mit Sicherheit wissen: «Alle Hunde kommen in den Himmel.»

news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • annalena2522
  • Kommentar 1
  • 10.07.2011 19:51
 

Wirklich schöner Artikel.

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