So., 27.05.12

Surftipp 08.07.2011 Mixtape mit Videos

Von news.de-Volontär Ayke Süthoff

Die Zeit der MC-Kassette ist längst vorbei, nicht aber die der Mixtapes. Die persönlich gemischten 60 bis 90 Minuten haben auch im Zeitalter des Internets noch immer Konjunktur. Und sie entwickeln sich weiter - dank der Seite dragontape.com werden Mixtapes sogar sichtbar.

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Früher, das war schön, machte man seiner Angebetenen noch echte Mixtapes: am Kassettenrecorder. Da wurde fleißig aufgenommen, von anderen Bändern kopiert, Schallplatten inklusive Knistern mitgeschnitten und auch mal live das Radioprogramm aufgezeichnet, wenn der Lieblingssong nicht anders zu bekommen war. Ja, das gab es wirklich. Zum Abschluss wurden die Hüllen dann noch angemalt oder beklebt, damit sie der Liebsten auch optisch gefielen.

Heute ist das fast vergessen, Kassetten (diese Plastikdinger mit dem Magnetband innen) werden nicht mal mehr hergestellt und jeder Song ist immer irgendwo im World Wide Web vorhanden. Bedeutet das den Tod des Mixtapes? Mitnichten. Im Gegenteil, das Internet hat der Mixtape-Kultur sogar zu mächtig viel Wachstum verholfen. Nur die Mittel sind etwas anders als vor zwanzig Jahren.

Heute gibt es Plattformen wie soundcloud.com, jeder kann dort ein selbst (am Computer!) gemischtes Tape als Mp3- oder Wav-Datei hochladen. So lässt es sich an Freunde verschicken, bei Facebook posten oder twittern und im Idealfall wandert das Mixtape so um die Welt.

Drag On Tape
So werden sie zum VJ

Dragontape Demo from Dragontape on Vimeo.

Video: Vimeo

Die Zukunft des DJ ist ein VJ

Noch interessanter als Soundcloud, das bis auf das Mp3-Format ziemlich klassisch arbeitet, ist die Seite dragontape.com. Hier werden die Möglichkeiten des Internets viel besser genutzt: Drag On Tape funktioniert nicht mit Musikdateien, sondern mit Videos. So wird dem Erlebnis Mixtape eine weitere Ebene hinzugefügt, die früher noch mühsam mit Schere, Papier, Klebstoff und Buntstiften hergestellt wurde: die optische.

Noch dazu bewegt sich diese optische Ebene bei Drag on Tape, ganz anders als früher die bunt bemalten Kassettenhüllen. Der Ersteller ist also nicht mehr in erster Linie ein DJ, sondern ein VJ - ein Videojockey.

Drag on Tape lässt sich ganz einfach steuern oder wie Apple es bezeichnen würde: intuitiv. Über die Suchmaske finden sich die gewünschten Videos, dann werden sie einfach mit der Maus per drag and drop ins offene Projekt gezogen. Man könnte auch sagen on tape gedraggt. Die Videos können außerdem auf die richtige Länge geschnitten werden, damit die Übergänge einigermaßen passen.

Ein Manko an der Seite ist, dass bisher nur von YouTube Videos importiert werden können. Da dort aber leider bei Weitem nicht alles zu finden ist, kündigten die Macher bereits an, Vimeo mit in die Suchmaske einzubauen. Ebenfalls praktisch wäre ein Übergang-Effekt, um zwei Videos besser ineinander zu mischen. In der Drag-On-Tape-Community wird schon fleißig über einen Crossfader diskutiert, die Entwickler arbeiten dran. Es ist also noch Luft nach oben. Trotzdem ist Drag on Tape schon jetzt ein toller Zeitvertreib. Und jetzt: mixen.

som/news.de
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