Von den news.de-Redakteuren Sven Wiebeck und Cord Krüger
2018 hat nicht geklappt. Aber vielleicht darf München ja die Winter-Olympiade 2022 ausrichten? Dann jähren sich zum 50. Mal die Terroranschläge von 1972. Regisseur Steven Spielberg hatte die bereits in München thematisiert. Das ZDF verfilmt die Geschichte des Attentats nun ebenfalls.
München hat die Chance verpasst, zum ersten Mal nach 46 Jahren wieder die Olympischen Spiele nach Deutschland zu holen. Pro7 erinnert heute Abend an eines der düstersten Kapitel der Sport-Geschichte: Steven Spielberg macht den Terroranschlag von Palästinensern auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Sommerspiele 1972 zum Aufhänger seines Rache- und Spionagethrillers München.
Nach dem Anschlag des palästinensischen Kommandos Schwarzer September ruft Israels Premierministerin Golda Meir ein Vergeltungskommando ins Leben. Mossad-Agent Avner (Eric Bana) und seine Truppe (Daniel Craig, Hanns Zischler, Matthieu Kassovitz) jagen die für das Olympia-Attentat Verantwortlichen rund um den Globus - und liquidieren sie.
Auch wenn sich grundsätzlich kritisieren lässt, dass hier die Schicksale realer Menschen zu spannender Abendunterhaltung aufbereitet werden, gelingt Spielberg eine stimmige Balance zwischen Anspruch und Action. Vor allem findet er ein Thema: die Gewalt. Das Drehbuch spürt den Wechselwirkungen zwischen Spionage und Konspiration, Anschlägen und Rache nach und interessiert sich inhaltlich für mehr als nur Explosionen und dramatische Schusswechsel.
Spielberg hat keine Antworten, aber die richtigen Fragen
Diese sind wie bei Spielberg nicht anders zu erwarten exzellent inszeniert. Die hochklassige Darstellerriege umfasst neben Oscarpreisträger Geoffrey Rush gleich mehrere gute Bekannte aus dem Bond-Universum. Daniel Craig übernahm ein Jahr nach München den Part als 007, Mathieu Amalric gab in Ein Quantum Trost den Bösewicht und Michael Lonsdale kennt man als lakonischen Superschurken aus Moonraker - Streng geheim. Anders als bei den Bondfilmen, gipfelt die Gewalt nicht in einem befreienden Finale und der Rettung der Welt.
Stattdessen erlaubt sich Spielberg am Ende eine wohltuende Portion Ratlosigkeit. Da stehen sich Ephraim und Avner vor New Yorks Skyline gegenüber und werden nicht mehr zueinander finden - der Geheimdienstler, der für Israel alles tun würde und der Jude, der vor der Spirale der Gewalt in die USA übergesiedelt ist. Wie findet man Frieden? Spielberg weiß es nicht. Und das er den Zuschauer mit einem derart unbequemen Schlussakkord entlässt, ist dann doch wieder reichlich mutig. Actionfilme, die einem die Gewalt verleiden, sieht man schließlich fast so selten wie Olympische Spiele im eigenen Land.
Auch das ZDF verfilmt die Geschichte des Attentats
Bleibt abzuwarten, wie sich das ZDF und die TeamWorx-Produktion dieses brisanten Themas annehmen. Vor wenigen Tagen haben in München die Dreharbeiten für München 72 - so lautet zunächst der Arbeitstitel - begonnen. Laut ZDF-Mitteilung ist dies der erste fiktionale Fernsehfilm, der das Drama der Olympischen Spiele 1972 aus deutscher Sicht erzählt und dabei auch die Perspektive der Angehörigen der getöteten israelischen Geiseln berücksichtigen soll.
Regie führt der in Tel Aviv geborene Dror Zahavi, der gerade für seinen Film Zivilcourage mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Das Drehbuch schrieb Martin Rauhaus (Winterreise) unter fachlicher Beratung von Uli Weidenbach, Autor der ZDF-Dokumentation Der Olympia-Mord: München '72 - Die wahre Geschichte. Zudem habe man während der «aufwändigen Recherchen» Gespräche mit Ankie Spitzer geführt: Die Ehefrau des Trainers der israelischen Fecht-Mannschaft kämpfte jahrelang um Entschädigungen für die Hinterbliebenen der getöteten Geiseln.
«München 72 - das ist die Geburtsstunde des internationalen Terrorismus, eine nie da gewesene Situation, mit der Staat und Politik konfrontiert wurden und auf die man nicht vorbereitet sein konnte. München 72 hat die Welt verändert», betont Reinhold Elschot, Fernsehfilm-Chef und stellvertretender Programmdirektor des ZDF. Vor diesem Hintergrund sei es Ziel der Koproduktion, einen bewegenden zeitgeschichtlichen Film zu produzieren, «der in bester Tradition der historischen Events des ZDF steht».
Dreharbeiten an Originalschauplätzen im Olympischen Dorf
Zudem wird dieses besondere, tragische Kapitel deutscher Geschichte in diesem Film mit den Erlebnissen der aus Essen kommenden jungen Polizistin Anna Gerbers (Bernadette Heerwagen) verknüpft. Sie gehört zu den rund 4000 Polizisten, die während der Spiele im Olympischen Dorf ihren Dienst leisten. Vor Ort lernt sie den jungen Polizisten und Hubschrauberpiloten Michael Bruckner (Felix Klare) kennen.
Darüber hinaus ist die Produktion mit weiteren prominenten Schauspielern besetzt: Neben Bernadette Heerwagen und Felix Klare spielen unter anderem Heino Ferch, Benjamin Sadler und Stephan Grossmann sowie Shredi Jabarin, Esther Zimmering und Pasquale Aleardi. Unter anderem wird an Originalschauplätzen gedreht - so auch im Olympischen Dorf. Der Ausstrahlungstermin für die deutsche Verfilmung der Geschichte des Attentats steht noch nicht fest.
Bestes Zitat aus Spielbergs München: «Am Ende wird es keinen Frieden geben, egal an was man glaubt.» (Avner)
Titel: München
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Eric Bana, Daniel Craig, Geoffrey Rush, Hanns Zischler, Matthieu Kassovitz, Ciarán Hinds
Sendetermin: Freitag, 8. Juli 2011, 20.15 Uhr, Pro7
car/news.de
Israel zahlte erst nach 20 Jahren der Familie des vom Mossad im Zuge der „Operation Wrath of God“ in Lillehammer ermordeten, vollkommen unschuldigen Ahmed Bouchiki eine marginale Entschädigung.Daß im Laufe dieser Operation noch weitaus mehr unbeteiligte gojim umgebracht wurden tut ja für die Zionisten nichts zur Sache,daß die 3 überlebenden Attentäter überhaupt erwischt wurden ist nicht einmal aktenkundig.Aber dies alles wird den Film zu dem Attentat von 1972 gewiß nicht tangieren,über so etwas spricht man nämlich in der BananenRepublikDeutschland nicht!
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