Facebook Zuckerberg verkündet die Chat-Revolution

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (Foto)
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Martin Walter
«Fantastische» Neuigkeiten: Das Zuckerberg-Netzwerk baut seine Chat-Kommunikation aus. Neben dem erwarteten Videochat in Kooperation mit Skype soll der Facebook-Chat ein komplett neues Design sowie eine Gruppenfunktion bekommen.

In bester Apple-Tradition hatte Facebook seit Tagen die Spannung im Netz angeheizt und die Spekulationen um die neueste Neuerung des blauen Netzwerks ins Kraut schießen lassen. CEODer Chief Executive Officer (CEO) ist die englische Bezeichnung für Geschäftsführer oder den Vorstand eines Unternehmens. Es kann auch den Vorsitzenden der Geschäftsführung oder des Vorstands bezeichnen. Mark Zuckerberg versprach seinen Facebook-Jüngern schon Mitte vergangener Woche «etwas Fantastisches», mehr wollte der Gründer in Steve-Jobs-Manier allerdings noch nicht verraten.

Nun ist die Katze aber aus dem Sack: Wie vorab vom gewöhnlich gut informierten amerikanischen Technologieblog TechCrunch schon spekuliert worden war, handelt es sich bei dem aktuellen UpgradeIm Unterschied zu einem Update als der Aktualisierung einer Softwareversion stellt ein Upgrade das Aufrüsten auf eine neue Version dieser Software dar. tatsächlich um einen browserintegrierten Videochat, der besonders einfach zu bedienen sein soll und bereits in den kommenden Wochen starten wird. Erforderlich ist lediglich eine Aktivierung der Funktion. Und für alle, die es gar nicht mehr abwarten können, bietet Facebook auch die Möglichkeit einer sofortigen Freischaltung an.

Facebook-Imperium
Das Netzwerk hinter dem Netzwerk

750 Millionen Nutzer «nicht so relevant»

Für den lange erwarteten Videochat geht Facebook eine Kooperation mit dem kostenlosen Internettelefoniedienst Skype ein. Neben der zusätzlichen Videofunktion soll zugleich das Design des bisherigen Chats geändert und die von vielen Usern erwünschte Möglichkeit einer Gruppenunterhaltung  eingeführt werden. Dies erlaubt es zukünftig mit mehreren Freunden gleichzeitig zu chatten, allerdings ohne Videooption. Die Videotelefonate bleiben zunächst auf zwei User beschränkt.

Der Deal zwischen den beiden populären Internetdiensten kommt bezogen auf die Userzahlen einer Elefantenhochzeit gleich. So nutzen immerhin 170 Millionen Menschen den verbreiteten Telefoniedienst Skype, der erst vor kurzem für 8,5 Milliarden US-Dollar an den amerikanischen Softwareriesen Microsoft veräußert worden war. Facebook selbst kann inzwischen, wie Zuckerberg nahezu beläufig bemerkte, weltweit auf 750 Millionen Nutzer verweisen: «Wir haben das bisher nicht verkündet, weil wir es nicht für so relevant hielten.»

Facebook-Neuheit
Zuckerberg präsentiert Videochat
Video: dpad

Mit dem Skype-Videochat für Facebook verstärken sich künftig auch die Bande zwischen Facebook und Microsoft. Der Softwarekonzern, selbst nur mäßig erfolgreich mit seinem Aktivitäten im Word Wide Web, hält bereits seit 2007 einen Minderheitsanteil von 1,6 Prozent an Facebook. 

Neue Runde in der Schlacht der Internetgiganten

Auch wenn Facebook die neue Ankündigung sicher nicht als schnelle Antwort auf Googles Kampfansage aus der vergangenen Woche verstanden wissen will, so läutete Zuckerberg mit dem jüngsten Netzwerk-Coup doch die nächste Runde in der Schlacht der beiden Internetgiganten ein. Fast nebenbei versprach der Jungmilliardär der Facebook-Gemeinde weitere Ankündigungen in den kommenden Wochen und Monaten.

Facebook war vergangene Woche unter Druck geraten, nachdem Google sein neues Soziales Projekt Google+ vorgestellt hatte, das in der Fachpresse und bei den Usern nahezu durchgehend positiv beurteilt wurde. Mit dem neuen Projekt verschärfte der Suchmaschinenriese zugleich den Konkurrenzkampf zwischen den beiden Internetgiganten, der inzwischen mit allen Bandagen geführt wird. Erst Anfang dieser Woche hatte Facebook durch eine Umprogrammierung das Plugin eines Entwicklers blockiert, mit dem die User des Netzwerks ihre Kontakte zu Google+ importieren konnten. Und vor einigen Monaten musste Facebook kleinlaut einräumen, mittels einer schmutzigen PR-Kampagne gegen Google vorgegangen zu sein.

Kuriose Episode am Rande der Internetschlacht: Ausgerechnet Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist im neu initiierten Google+, das sich allerdings erst in der Beta-Phase befindet und damit nur einem begrenzten Teil der Internetnutzer offen steht, der populärste User. Das Profil des 27-Jährigen haben bereits über 40.000 «Pluser» abonniert, und damit deutlich mehr als die der beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, die auf den Plätzen folgen. Für Zuckerberg angesichts der Dimensionen der Internetschlacht aber sicher nicht mehr als ein Prestigeerfolg.

cvd/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • goHeike
  • Kommentar 2
  • 17.08.2012 12:01

Mittlerweile sind mir die kleinen Social Network Community wie www.yourspace.de viel sympathischer.

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  • Ellipirelli
  • Kommentar 1
  • 07.07.2011 14:25

Was plant denn dieser miese Schnüffler und Leuteverarscher Schönes? Will er die Leute noch mehr nackig machen?Ich hasse diesen Kerl.

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