So., 27.05.12

Frauen-WM im TV 06.07.2011 Nervöser Frager trifft auf Schreihälsin

Sven Voss (Foto)
Lächeln gegen die Nervosität: ZDF-Moderator Sven Voss. Bild: news.de-Screenshot, Zattoo/ZDF

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger

Acht Minuten Langeweile nach dem Spiel und ein zittriges Moderatoren-Duo: Die Übertragung des Gruppenspiels der deutschen Frauen gegen Frankreich bot viel Skurriles. Dumm nur für das ZDF, dass viele Pannen vermeidbar waren.

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Autsch. Das tut weh, liebe ZDF-Moderatoren. Denn es gibt in den langen Minuten und Stunden der Spiel-Vorberichterstattung ein paar Fragen, die nicht kommen sollten. Weil sie belanglos, peinlich und haarsträubend sind. Fragen wie «In dem Moment, in dem man auf den Rasen geht, was macht man da eigentlich?» oder auch «Und jetzt in der Kabine... ist da jeder konzentriert?»

Einer hat diese Fragen gestern vor dem Spiel der deutschen Fußball-Frauen gegen Frankreich wortwörtlich alle so gestellt: Sven Voss, seines Zeichens designierter Sportstudio-Moderator. In wenigen Wochen soll er Nachfolger des ZDF-Sport-Urgesteins Wolf-Dieter Poschmann werden. Und mit den genannten, von Zuschauern wie Gesprächspartnern gefürchteten Fragen brachte er seine Expertin, die ehemalige Weltklasse-Torhüterin Silke Rottenberg gehörig in die Bredouille.

Ihre Antworten fielen dementsprechend aus. Kostprobe 1: «Ja, man guckt, ob der Rasen gemäht ist.» Kostprobe 2: «Auf der einen Seite ist jeder konzentriert. Zwei, drei werden noch mal die Toilette besuchen. Und da läuft sicher jetzt noch mal ein, zwei Minuten die Musik.» Ob sie in der Zeit noch mal kurz an ihren Smartphones spielen, konnte Rottenberg leider nicht preisgeben. Das wäre der Information dann vielleicht auch etwas zu viel gewesen.

«Im Moment ist nichts los hier aufm Platz.»

Zugegeben, das weitaus besser eingespielte ARD-Duo Claus Lufen und Nia Künzer hat ähnlich quälende Frage-Antwort-Spielchen auch schon über den Sender geschickt. Doch wer sich wie Sven Voss wundert, dass sich die Spielerinnen nach dem Warmmachen noch einmal in die Kabinen begeben, darf auch wie folgt ein Gruppenspiel einer Weltmeisterschaft anmoderieren: «Im Moment ist nichts los hier aufm Platz. Da gehen noch mal die Greenkeeper lang, machen dieses Feld noch mal richtig, präparieren das. Auf der Tribüne wird gefeiert. Also viele, viele Franzosen heute im Stadion.» Ja, genau das hätte Edmund Stoiber in dieser Situation wohl auch gesagt.

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Video: news.de

Auch Kommentator Norbert Galeske bekleckerte sich während des Spiels nicht unbedingt mit Ruhm. Der Höhepunkt folgte aber nach Spielende: Seine gefühlt achtminütige Abmoderation wird wohl ähnlich legendär wie die Anmoderation von Sven Voss werden. Er schaffte es, die Familie und Freunde von Fatmire «Lira» Bajramaj ungefähr drei Mal zu erwähnen. Und nicht zu vergessen den Umstand, dass die Nationalspielerin mit beiden, also ihrer Familie und ihren vielen Freunden, jetzt kräftig den Sieg feiert.

ZDF-Expertin Silke Rottenberg hatte derweil noch ein echtes stimmliches Problem. Ihr hatte offenbar niemand vorher gesagt, dass sie in ein Mikrofon spricht. Sie schrie ihre Antworten aus voller Torhüterinnen-Kehle, dass man sich wünschte, doch endlich den Lautlos-Knopf drücken zu dürfen. Trösten konnte sich die Ex-Torfrau damit, dass die Kollegen auch nicht auf Ballhöhe waren. In der inzwischen obligatorischen Schalte zum Fanfest in Frankfurt war von der imposanten Frankfurter Skyline die Rede. Zu sehen waren ein paar hundert Fans und ein wenig Laub der Bäume hinter ihnen.

Doch wirklich bizarr war nur das Duo Voss/Rottenberg. Eine letzte Kostprobe kongenialer Delling-Netzer-Schule muss also sein. Voss: «Wer ist die Nervöseste in der deutschen Mannschaft?» Rottenberg: «Das kann ich jetzt gar nicht so genau sagen. Die sind gleich nervös und deswegen auf dem Platz gleich stark.» Voss: «Sehr gut.»

Vielleicht doch nur das fünftbeste Zitat: «Es sind hunderte Fotografen da, vielleicht sogar Tausende.» (ZDF-Moderator Sven Voss wurde unheilbar vom WM-Virus infiziert)

cvd/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • wrdlbrmpft
  • Kommentar 1
  • 07.07.2011 13:26
 

Das Anmoderieren könnte man sich bei allen Spielen sparen. Was man über das Spiel, die Mannschaften etc wissen möchte, findet sich im Videotext des Senders, bzw auf entsprechenden Internetseiten. Außerdem muss man sich dieses laienhafte (trotz sog. Experten!) Gequatsche nicht anzuhören. Viel schlimmer ist im ZDF die Reporterin Neumann (?), die ohne Unterbrechung belangloses Zeug quasselt. Das nervt wirklich. Da kann man sich leider nur dadurch zur Wehr setzen, dass man den Ton wegdreht. Leider geht dann allerdings die Stadionatmosphäre verloren. Kann man nicht kompetentKommentatoren auswählen?

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