Film Ganz schön affig: «Der Zoowärter»

Ganz schön affig: «Der Zoowärter» (Foto)
Ganz schön affig: «Der Zoowärter» Bild: dpa

Man sieht einen Affen und hört Mario Barth - und Thomas Gottschalk spielt einen tuntigen Modemacher: Die Komödie «Der Zoowärter» mit Kevin James kommt nun ins Kino.

Berlin (dpa) - Man sieht einen Affen und hört Mario Barth - und Thomas Gottschalk spielt einen tuntigen Modemacher: Die Komödie «Der Zoowärter» mit Kevin James kommt nun ins Kino.

Und plötzlich erscheint in diesem amerikanischen Spielfilm Thomas Gottschalk auf der Kinoleinwand. Der deutsche Showmaster stellt einen affektierten Modeschöpfer dar. Er wirkt wie eine Mischung aus Karl Lagerfeld und Jean-Paul Gaultier. In der kurzen Szene wird über Gottschalks Haar gelästert. Doch im Film «Der Zoowärter» geht es eigentlich nicht um menschliche Mähnen. Im Mittelpunkt stehen Zoo-Tiere, vor allem jedoch ihr Betreuer Griffin Keyes und dessen Liebesleben. Die Hauptrolle spielt der Komiker Kevin James («King of Queens»).

Der bodenständige Griffin hat vor ein paar Jahren eine bittere Abfuhr von der Schicki-Blondine Stephanie bekommen (in deren etepetete Freundeskreis übrigens Gottschalk seine Rolle hat). Sie lehnt seinen Heiratsantrag ab, weil sie seinen Job als Zoowärter abtörnend findet. Tief getroffen stürzt sich der tierliebe Kerl noch mehr in seine Arbeit. Er liebt seinen Beruf. Doch dann taucht Stephanie wieder auf und der gutmütige Griffin wittert eine zweite Chance.

Als die Tiere mitbekommen, dass ihr Lieblingspfleger sogar überlegt, den Job im Bostoner Franklin Park Zoo aufzugeben, brechen sie ihr Gelübde, nicht mit Menschen zu sprechen. Plötzlich reden Bär, Löwe, Affe oder Giraffe mit dem dicken Tierpfleger. Sie wollen ihm helfen, die Blondine zu erobern, damit er selbstbewusst wird, die Angebetete für sich gewinnt, glücklich wird und bei ihnen im Zoo bleibt. Es dauert ein bisschen, bis Griffin kapiert, dass das eigentliche Wunder im Zoo nicht die sprechenden Tiere sind. Das Glück liegt oft näher als man(n) denkt.

Sprechende Tiere sind natürlich ein Klassiker der menschlichen Unterhaltungsindustrie, man denke nur an «Doktor Dolittle» oder «Mister Ed». Das ist bei «Der Zoowärter» mal mehr, mal weniger lustig. Manchmal kann sich das Werk von Regisseur Frank Coraci («Eine Hochzeit zum Verlieben», «In 80 Tagen um die Welt») auch nicht so richtig zwischen tierischem Fäkalhumor und Romantic Comedy entscheiden. Rührend ist es dagegen, wenn Griffin und der sprechende Gorilla gemeinsam in ein Restaurant gehen und ihre Männerfreundschaft besiegeln: Das ungleiche Duo verklickert den anderen Leuten im Lokal, das Fell sei ein total kompliziertes Kostüm, das nicht so einfach abzulegen sei.

Wieder sind es Prominente, die den aufwendig computerbearbeiteten Tieren ihre Stimme leihen - und so können Kritiker ungestraft schreiben, dass Mario Barth wie ein Affe spricht. Zumindest synchronisiert der erfolgreiche Comedian das freche Äffchen Donald. Im amerikanischen Original übernahm Adam Sandler diesen Part. Zu hören sind auch Jan Josef Liefers und Anna Loos als Löwenpärchen Joe und Janet (im Original Sylvester Stallone und Cher) sowie Thomas Fritsch als Gorilla Bernie (in der US-Version Nick Nolte).

Der Reiz der Geschichte verpufft zwar an einigen Stellen und mehr Gags mit den Tieren wären schöner gewesen als die gelegentlich zu albernen Macho-Sprüche. Doch wer Filme wie «Der Kaufhaus Cop» und «Hitch - Der Date Doktor» mag, wird auch dieses Lustspielchen lieben, das für Kevin James maßgeschneidert ist. Popcorn-Kino für die ganze Familie.

Der Zoowärter

news.de/dpa

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