«Ocarina of Time 3D» Genialer Held in Strumpfhosen

«The Legend of Zelda: Ocarina of Time» (Foto)
Die dreidimensionale Wiederbelebung des N64-Klassikers ist Nintendo sichtlich gelungen. Bild: Nintendo

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Seit dem Nintendo 64 gilt The Legend of Zelda: Ocarina of Time als Meilenstein der Videospielgeschichte. Mit 3D-Effekten will Nintendo dem Ganzen ein weiteres Krönchen aufsetzen. Ob es gelingt? News.de hat Held Link die Flötentöne beigebracht.

Prinzessin Zelda und Link verbindet eine bewegte Vergangenheit - seit 1986. Der erfolgreichste Titel der Videospielreihe The Legend of Zelda kam allerdings erst 1998 mit Ocarina of Time auf den Markt, heimste unzählige Spitzenbewertungen ein und fand dank 7,6 Millionen Vorbestellungen Platz im Guiness-Buch der Rekorde.

Heute, knapp 13 Jahre später, kehren Link und Zelda zurück in das Abenteuer - nach einer tiefgreifenden Schönheitsoperation und mit beeindruckendem Ergebnis. Zwar haben die Spielmacher inhaltlich nichts an The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D geändert. Die 3D-Grafik - und damit die Wahrnehmungstiefe - beeindruckt aber.

Grünes Hütchen, passendes Outfit - ein bisschen sieht Link auf dem Nintendo 3DS aus wie Peter Pan. Die Assoziation kommt nicht von ungefähr, immerhin wächst Link beim Waldvolk der Kokiri auf. Und die sind - wie Peter Pan - nicht alternde Kinder. Bleiben kann Link bei ihnen jedoch nicht. Der Deku-Baum, Wächter über die Kokiri, stirbt, obwohl Link ihn von einem Fluch befreien sollte. So nimmt die Prophezeihung ihren Lauf.

Kämpfen und sterben für Hyrule

Für Link gilt es, Hyrule und Prinzessin Zelda zu befreien, die düsteren Machenschaften des düsteren Ganondorfs zu stoppen und das magische Triforce zu bewahren. Dafür kämpft sich Link durch unwegsames Gelände, legt sich übel mit diversen Monstern an und kann manchmal nicht schnell genug den Kräften der Bossgegner ausweichen, was ihn einen Sekunden-Tod sterben lässt.

«Ocarina of Time 3D»
Die Rückkehr einer Legende
Video: Nintendo

Dank Prinzessin Zelda gerät er zunächst an eine ganz normale Ocarina. Eine Flöte, die, sobald bestimmte Melodien auf ihre gespielt werden, ein hilfreiches Mittel ist, um im Spiel voran zu kommen. Später lässt Zelda Link eine Ocarina of Time zukommen, mit der er sieben Jahre in die Zukunft reist. Vom schönen Hyrule ist nicht viel übrig, die Welt liegt zu großen Teilen in Trümmern. Doch mit Schild, Schwert und Flöte erfüllt er brav seine Pflicht. Kleine Nebenaufgaben - wie ein Hindernisrennen auf dem Pferd, ein Minenspiel, eine vergnügliche Angelei und eine Hühnerjagd - bringen Pfiff in die Geschichte.

Wer das Abenteuer 1998 schon auf dem N64 spielte, kennt all das. Ausgenommen das Master Quest und den Modus Bosskämpfe. Beide Spielvarianten stehen auf dem Nintendo 3DS erst zur Verfügung, wenn das Abenteuer einmal komplett bewältigt wurde. Master Quest führt noch einmal durch die Geschichte, hält aber andere Herausforderungen bereit. Die Bosskämpfe sind etwas für Perfektionisten. Hier können Spieler alle Supergegner nacheinander unter Zeitdruck besiegen.

Beinahe perfekte 3D-Illusion

So kommen Fans und Neueinsteiger gleichermaßen auf ihre Kosten und haben obendrein das gleiche Aha-Erlebnis. Denn: Die 3D-Grafik des Adventures hinterlässt ihre Spuren. Wer den Handheld nicht im exakten Blickwinkel hält, fordert seinen Augen einiges an Anstrengung ab. Doch vor allem sind es Spuren der Begeisterung, denn Links Kultabenteuer überzeugt mit der neuen räumliche Tiefe, Farbenpracht und gelungenen Figurenanimation.

Die Szenen sind dank der 3D-Animation detailreicher geworden. Partikel schwirren durch die Luft, es gibt tolle Lichteffekte und einen gelungenen Wechsel zwischen Tag und Nacht. Fee Navi, die Link ständig um den Kopf schwirrt, sorgt für zusäztliche Tiefenerfahrung. Und selbst die Mimik ist gut auf das Geschehen abgestimmt, auch wenn hier noch Entwicklungspotenzial ist.

Ohnehin zeigt Ocarina of Time, dass die Grafikleistung des 3DS nicht ausgereizt ist. Viele Texturen sind noch eindimensional und die Figuren stellenweise recht kantig. Zur Kinoqualität fehlt Feinarbeit.

Gelungenes Steuerungskonzept

Bei der Steuerung ist das anders. Link lässt sich dank Abstimmung auf den Analogstick am Nintendo 3DS äußerst präszise in alle Richtungen lenken. Das ist Komfort, der ein realistischeres Spielerlebnis aus der 3rd-Person-Perspektive ermöglicht. Obendrein kann der Spieler per Druck auf den Touchscreen zur Link-Perspektive wechseln. Wer diese Sichtweise nutzt, kann sich ganz ohne Tastenbedienung umsehen. Es genügt, die Konsole nach links, rechts, oben oder unten zu bewegen - die von den Bewegungssensoren aufgenommene Aktion wird dann in Befehle für das Spiel umgesetzt.

«Ocarina of Time 3D»
Linkische Flötentöne

Genutzt wird dieses Prinzip übrigens auch im aktiven Spiel - etwa wenn Link mit der Schleuder ein Spinnennetz ins Visier nimmt. Die Grobsteuerung vorab erledigt der Spieler mit dem Analogstick. Angesichts dieser Funktionalität ist es schade, dass die Kameraführung bisweilen stört. Besonders auffällig ist das in den Bosskämpfen, wo die Sicht der tatsächliche Aktion hinterherhinkt.

Neu sind die kleinen Videotutorials, die dem Spieler aus kniffligen Situationen heraus helfen. Dazu muss Link seinen Kopf nur in einen Shieka-Stein stecken. Schon öffnet sich das Menü für die Schlüsselszenen. Das ist für Einsteiger enorm hilfreich.

Letztlich gibt es nur einen Punkt, der angesichts des tollen Adventures wirklich ärgerlich ist: Der Akku des Nintendo 3DS hält nicht bis zum Ende des Spiels durch. Wer kein Ladekabel dabei hat, muss dann nämlich eine Zwangspause einlegen. 

Fazit: Schöne Kulisse, klasse Musik, angenehme Tiefenerfahrung im Adventure - Nintendo ist es tatsächlich gelungen, dem Kultspiel eine Krone aufzusetzen. Vielleicht wäre es sogar eine kleine Remake-Revolution geworden, wenn die Entwickler noch ein paar neue Spielinhalte hinzugefügt hätten. Doch auch ohne diese ist für news.de klar: The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D ist neben Portal 2 ein weiterer heißer Kandidat für den Titel «Spiel des Jahres 2011».

Titel: The Legend of Zelda: Ocarina of Time
Genre: Action-Adventure
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Preis: zirka 38 Euro
Sprache: Deutsch
USK: freigegeben ab 6 Jahren
Altersempfehlung der Redaktion: ab 12 Jahren
Plattform: Nintendo 3DS
Veröffentlichungsdatum: Juni 2011
Weiterspielen: The Legend of Zelda: Spirit Tracks (Nintedo DS)

sis/sca/news.de

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