So., 27.05.12

«LOL» im TV 02.07.2011 Selten so geschmunzelt

LOL (Foto)
Anne (Sophie Marceau, links) und ihre Tochter Lola (Christa Theret) erleben selten harmonische Momente. Bild: Vox/Delphi Filmverleih

Von news.de-Mitarbeiter Christian Vock

Fast 30 Jahre nach dem Sensationserfolg von La Boum - Die Fete spielt Sophie Marceau wieder in einem Teeniefilm. Doch bei LOL ist vieles anders geworden. Nur die Teenagerproblemchen sind geblieben - und der Charme zum Glück auch.

Auf einmal war sie da. 13 Jahre alt, Französin und mit so jungen Jahren bereits mit einem solchen Charme gesegnet, dass sie die Herzen der Zuschauer im Flug einnahm. La Boum hieß ihr Debut und wie kaum ein Film zuvor fing dieser Streifen die Sorgen und Sörgchen von Teenagern mit so viel Witz und Ernsthaftigkeit zugleich ein. Das war 1980 und die kleine Vic, die dort die Jungs und damit auch ihre eigenen Eltern um den Verstand brachte, wenn sie stundenlang das Telefon blockierte, das war die junge Sophie Marceau.

Heute, fast 30 Jahre später, hat sich einiges geändert. Sophie Marceau ist längst eine gestandene Schauspielerin und die Teenager kommunizieren inzwischen über SMS und Chats. Nur die Problemchen sind keinen Deut anders geworden. Da geht es um die erste Liebe, wer mit wem, wer auf wen sauer ist, warum die Eltern wieder einmal nerven und um den Stress in der Schule, kurz: ums Erwachsenwerden.
Aus dieser Melange hat Regisseurin Lisa Azuelos einen wirklich amüsanten Film gemacht. Der hangelt sich zwar nur lose an so etwas wie einer Handlung entlang, aber darauf kommt es ja auch beim Erwachsenwerden gar nicht an. Da ist der Weg das Ziel und es geht nur darum, irgendwie heil anzukommen. LOL kommt heil an und das noch dazu auf eine ganz charmante Weise.

Sophie Marceau ist diesmal nicht die kleine Göre, sondern deren Mutter. Den Part der pubertierenden Tochter hat nun Christa Theret übernommen. Als Lola, die von ihren Freunden nur LOL (Akronym für Laughing Out Loud, also lauthals lachen) genannt wird, plagt sich mit den gleichen Problemen herum wie die junge Vic vor fast 30 Jahren. Nach den Sommerferien erklärt ihr ihr Freund Arthur (Félix Moati), dass er in den Ferien mit einem anderen Mädchen geschlafen habe und ob das für Lola in Ordnung sei. Voll gekränktem Stolz erklärt sie trotzig, dass ihr das nichts ausmache, schließlich habe sie ebenfalls eine Affäre gehabt. Arthur sieht das nicht so locker und schon ist Schluss. Der Startschuss für eine Aneinanderreihung von oben erwähnten Teenagerproblemen.

Das große Verdienst von LOL, und hier steht der Film seinem Vorbild in nichts nach, ist die Tatsache, dass der Film seine Figuren und Probleme ernst nimmt und sie doch mit einem Augenzwinkern auf den Zuschauer loslässt. Das Ganze wird mit so viel Charme und Auge fürs Detail verpackt, dass man zwar nicht lauthals loslachen, aber doch mehr als das eine oder andere Mal schmunzeln muss. Besonders amüsant wird es dann, wenn der Film seine Ahnen zitiert, etwa wenn in einer Supermarktszene der La Boum-Hit Dreams von Richard Sanderson läuft. Höhepunkt, damals wie heute, ist und bleibt aber Sophie Marceau, die die alleinerziehende Mutter mit so viel Verve und Sympathie spielt, besonders, wenn die erkennen muss, dass das Erwachsenwerden selbst mit 40 noch nicht aufhört.

Bestes Zitat: «Sagt mal, hat die zugenommen?» «Ja, am Arsch.» «Die hat doch am Arsch zugenommen. Sieh dir das an, das freut mich total.» (Die Mädchenclique über die Schulschlampe)

Titel. LOL
Regie: Lisa Azuelos
Darsteller: Sophie Marceau, Christa Theret, Jocelyn Quivrin, Alexandre Astier
Sendetermin: Samstag, 2. Juli 2011, 20.15 Uhr, Vox

car/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Heinz
  • Kommentar 1
  • 02.07.2011 14:53
 

Wieder ein gutes Beispiel: Menschen kommen und gehen, aber ihre Probleme bleiben.

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