So., 27.05.12

Fussball-WM im TV 30.06.2011 Es geht doch, ARD

Künzer Lufen (Foto)
Nia Künzer und Claus Lufen waren am Donnerstag das beste Team im Frankfurter Stadion. Bild: news.de-Screenshot (ARD)

Von news.de-Volontär Ayke Süthoff

Am ersten WM-Spieltag hatte das Erste sich selbst diskreditiert, indem es Schwimmexpertin van Almsick am Rand des Fußballfeldes präsentierte. Seitdem konzentriert man sich bei der ARD auf eine echte Fachfrau: Nia Künzer. Eine kluge Entscheidung.

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Das Erste hatte sich gleich am ersten Tag der Fifa-Frauen-WM in die Nesseln gesetzt, als es die ehemalige Schwimmerin Franziska van Almsick als Fußball-Expertin verkaufen wollte. Das ging ordentlich schief und brachte dem Sender viel Kritik und besonders bei Bloggern und Twitterern viel Häme ein.

Darauf reagierte der größte öffentlich-rechtliche Sender Deutschlands und verzichtete am Donnerstag beim ersten Spiel Frankreich gegen Kanada ab 18 Uhr ganz auf eine Expertin an der Seite von Moderator Michael Antwerpes. Eine gute Entscheidung, die zugleich die Aufmerksamkeit voll auf news.de-Kolumnistin Nia Künzer lenkte, die Expertin beim anschließenden Spiel der Deutschen. Künzer ist die eigentliche Fachfrau der ARD und im Gegensatz zu Franziska van Almsick auch wirklich eine Expertin in Sachen Fussball.

Die ehemalige Nationalspielerin stand bereits am Sonntag beim ersten Spiels der Nationalmannschaft als Expertin am Spielfeldrand, an der Seite von Claus Lufen. Und sie machte einen guten Job. Doch in der berechtigten Aufregung um die Schwimm-Expertin ging Künzers Fachkenntnis schlicht unter.

Beim zweiten deutschen Spiel war das anders. Hier durften Lufen und Künzer richtig lange reden und zeigten, dass sie gut harmonieren. Vor allem wirkt sich die Anwesenheit der blonden Expertin hervorragend auf den Moderator aus: Claus Lufen blüht während dieser WM an Künzers Seite richtig auf. Claus mag seine Nia, er duzt sie, als würden sie sich schon seit Jahren kennen. Und er flirtet offen. An Künzer perlt das meistens ab, jedoch ohne dass sie Lufen rüde zurückweisen würde.

Das beste Team weit und breit

Die beiden sind schlicht und einfach ein gutes Team. Beim Spiel Deutschland gegen Nigeria waren sie bis zur zweiten Halbzeit sogar das beste weit und breit - denn die Teams auf dem Platz hielten sich zurück. So gab es reichlich Gelegenheit für Lufen und Künzer zu analysieren. «Es wird viel zu bereden sein», kündigte Lufen in der Halbzeitpause an, bevor er zu den Tagesthemen nach Hamburg gab.

«In Frankfurt kommt nicht so richtig Stimmung auf», meldete Lufen sich provokant zurück. Grund sei das schlechte Spiel. Und auch Künzer kritisierte offen die Mannschaft: «Die Leistung reicht bisher einfach nicht. Da muss einfach mal an der Grenze zum Foul gehandelt werden.» Was Künzer damit sagen wollte: Die deutschen Frauen sollten mal richtig reintreten. Tja, Frauenfußball ist auch nicht mehr das, was es mal war.

Die deutsche Nationalmannschaft wurde in der zweiten Halbzeit besser, auch wenn es weiterhin nicht flüssig lief. Zumindest schossen sie das eine Tor, das zum Sieg reichte. Das bessere Team stand auch nach dem Spiel neben dem Platz, hatte aber kaum noch Chancen, sich auszuzeichnen - Lufen und Künzer bekamen nur noch knapp über fünf Minuten, um ihr Fazit zu ziehen. Erstaunlich eigentlich, wenn man bedenkt, dass die Experten bei einer Männer-WM oft länger im Bild zu sehen sind als die Spieler.

Bestes Zitat: «Der Radetzky-Marsch hat Glück gebracht.» (Nia Künzer über Fußball, Musik und die Lieblingshymne von Ex-Trainerin Theune-Meyer)

cvd/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • butznickel
  • Kommentar 1
  • 01.07.2011 09:29
 

Nia Künzer war die Wohltat des gestrigen Abends und äußerst souverän. Claus Lufen fiel insbesondere durch unpassende Überleitungen auf. Nachdem ein Beitrag über die Diskriminierung und Vertreibung von lesbischen Spielerinnen im nigerianischen Team lief, sagte Lufen: Die Deutschen hatten ja auch mal ein Lesben-Image, heute haben Sie ein Girlie-Image. Eine vollkommen unpassende Aussage. Umso besser wie Künzer reagierte: sie interessiere sich nciht für irgendwelche Images sondern für den Fußball. Danke Nia Künzer!

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