So., 27.05.12

Soziales Netzwerk 30.06.2011 Justin Timberlake schnappt sich MySpace

Myspace (Foto)
MySpace hat einen neuen Besitzer gefunden. Bild: dapd

Vom Napster-Gründer im Facebook-Film zum MySpace-Besitzer im echten Leben: Justin Timberlake hat zusammen mit einer Werbefirma das Online-Netzwerk gekauft. Und das offenbar zu einem echten Spottpreis.

Konkurrenz belebt das Geschäft - oder doch nicht? Der Aufstieg von Facebook läutete auf jeden Fall den Abstieg von MySpace ein. Nun zieht der Konzern News Corp. des Medienmoguls Rupert Murdoch die Reißleine und verkauft das einst weltgrößte Online-Netzwerk - offenbar zu einem Spottpreis.

Der neue Besitzer ist die weithin unbekannte Online-Werbefirma Specific Media aus Kalifornien. Sie gab den Kauf am Mittwoch bekannt. Nach Angaben von US-Medien bekommt die News Corp. gerade noch 35 Millionen US-Dollar (etwa 24,5 Millionen Euro), von denen ein Teil nicht mal in bar, sondern in Specific-Media-Anteilen gezahlt wird. Damit hätte der eigentlich für seinen guten Riecher bekannte Murdoch dieses Mal daneben gegriffen: Er hatte MySpace 2005 für aufsehenerregende 580 Millionen US-Dollar geschluckt und investierte stark in die Weiterentwicklung der Website.

Anfangs rechnete sich das Geschäft auch durch einen lukrativen Vertrag mit dem Internetkonzern Google. Unter der Regie von Murdochs News Corp. häufte das Netzwerk später aber immer höhere Verluste an. Die MySpace-Nutzerzahlen stagnierten, während der jüngere Rivale Facebook vorbeizog, der mittlerweile rund 600 Millionen Mitglieder verzeichnet.

Während Facebook laufend neue Leute einstellt, haben die MySpace-Mitarbeiter schon einige Sparrunden mitmachen müssen. Nach Informationen des Wall Street Journal verlieren mit dem Verkauf noch einmal die Hälfte der zuletzt 500 Mitarbeiter ihren Job. Die Zeitung berief sich dabei auf eine eingeweihte Person. Vor zwei Jahren beschäftigte MySpace noch 1400 Mitarbeiter.

Neuanfang mit Timberlake?

Eigentlich wollte die News Corp. mit dem Verkauf von MySpace noch 100 Millionen US-Dollar erlösen, allerdings sollen am Ende diverse Bieter abgesprungen sein. Besonders bitter: Für den Börsenkandidaten Facebook kursieren Firmenwerte von 50 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar. Die vielen Nutzer machen das Netzwerk für Werbepartner interessant.

Unterstützung erhielt die Onlinewerbefirma Specific Media beim Kauf von MySpace von US-Popstar und Schauspieler Justin Timberlake. Der 30-Jährige, der unlängst Napster-Mitbegründer Sean Parker in dem Facebook-Film The Social Network verkörperte, wird ein Büro in der MySpace-Hauptniederlassung in Beverly Hills erhalten.

Timberlake habe etwa sechs Mitarbeiter, die ihn bei der Ideenentwicklung unterstützten, sagte Specific Media-Geschäftsführer Tim Vanderhook beim Geschäftsabschluss mit News Corp. In zwei Monaten solle die Strategie vorgestellt werden, mit der man das in die Krise gekommene Portal wieder auf Vordermann bringen will. Ob der einstige Vorzeige-Konzern bis dahin jedoch nicht ganz in der Versenkung verschwunden ist, bleibt abzuwarten.

rut/kls/news.de/dpa
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