Als einen Debütroman «auf der Höhe der Menschen und einer Gesellschaft, die dabei ist, ihre Orientierung zu verlieren» haben französische Medien Elisabeth Filhols Geschichte vom «Reaktor» gelobt. Dabei schreibt die Französin über ein Thema, das kaum literaturtauglich scheint.
Hamburg (dpa) - Als einen Debütroman «auf der Höhe der Menschen und einer Gesellschaft, die dabei ist, ihre Orientierung zu verlieren» haben französische Medien Elisabeth Filhols Geschichte vom «Reaktor» gelobt. Dabei schreibt die Französin über ein Thema, das kaum literaturtauglich scheint.
Sie berichtet über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Zeitarbeiter in der Atomindustrie. In der minimalistisch gehaltenen Geschichte steht Yann, ein Leiharbeiter, im Mittelpunkt. Seinem Job, Atommeiler zu warten, kann er bis zum Ende der Saison nicht mehr nachgehen, weil er die zulässige Jahresdosis schon abbekommen hat. Er und seine Kollegen nennen sich «Neutronenfutter». Und dann nehmen sich drei seiner Kumpel das Leben, auch sein Freund Loic. Nach der japanischen Reaktorkatastrophe hat das Buch erheblich an Brisanz gewonnen.
Elisabeth Filhol: Der Reaktor, Edition Nautilus, Hamburg, 128 Seiten, 16,00 Euro, ISBN 978-3-8940-1740-8
news.de/dpa