Denkmäler Vorerst kein Welterbe-Titel für Le-Corbusier-Häuser

Vorerst kein Welterbe-Titel für Le-Corbusier-Häuser (Foto)
Vorerst kein Welterbe-Titel für Le-Corbusier-Häuser Bild: dpa

Zwei Häuser von Stararchitekt Le Corbusier in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung haben die Aufnahme auf die Welterbeliste der Unesco erneut verfehlt. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur verwies am Dienstag einen Gemeinschaftsantrag Deutschlands und fünf anderer Länder zur Überarbeitung zurück.

Paris (dpa) - Zwei Häuser von Stararchitekt Le Corbusier in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung haben die Aufnahme auf die Welterbeliste der Unesco erneut verfehlt. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur verwies am Dienstag einen Gemeinschaftsantrag Deutschlands und fünf anderer Länder zur Überarbeitung zurück.

Die Staaten hatten ein Gebäude-Ensemble des französisch-schweizerischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusiers (1887-1965) für die Weltkulturerbe-Liste nominiert. Schon 2009 blieb ein Antrag der Länder Deutschland, Argentinien, Belgien, Frankreich, Japan und der Schweiz erfolglos.

Als Grund für die Zurückweisung des Antrags nannten Diplomaten grundsätzliche Probleme. Nach Ansicht von Experten wurden «zu chronologisch» nur wichtige Bauwerke aus der Schaffensphase des Architekten nominiert. Die Unesco will allerdings nicht das Lebenswerk einzelner Menschen auszeichnen und schützen, sondern einzigartige Werke, die moderne Architektur repräsentieren. Deswegen muss der Antrag nun komplett überarbeitet werden. Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster kündigte an, einen weiteren Anlauf zu nehmen.

Le Corbusiers Entwurf für die Stuttgarter Häuser stammt aus dem Jahr 1927. Die Weissenhofsiedlung umfasste ursprünglich 33 Häuser, heute sind noch 11 im Original erhalten. Die Gebäude für den «modernen Großstadtmenschen» waren experimentell angelegte Bauten, die Funktionalität und Ästhetik gleichermaßen verkörpern sollten. 17 Architekten, darunter Le Corbusier und Walter Gropius, waren daran unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe beteiligt.

Bei den Nazis gab es Überlegungen, die Weissenhof-Siedlung komplett abzureißen. Im Zweiten Weltkrieg wurden einige Häuser zerstört, andere wurden später abgerissen und konventionelle Gebäude traten an ihre Stelle. Erst 1958 wurden die verbliebenen Bauten unter Denkmalschutz gestellt.

Erfolgreiche Welterbeanträge hatte Deutschland in den vergangenen Tagen für fünf alte Buchenwälder und das Fagus-Werk von Walter Gropius im niedersächsischen Alfeld gestellt. Zudem wurden Pfahlbauten in Baden-Württemberg und Bayern auf die prestigereiche Liste aufgenommen. Hamburg ließ erfolgreich 137 Quadratkilometer Watt an der Elbmündung zum bereits bestehenden Weltennaturerbe Wattenmeer hinzufügen.

news.de/dpa

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