So., 27.05.12

Musik 27.06.2011 Laura Jansen: Einfühlsamer Piano-Pop

Laura Jansen: Einfühlsamer Piano-Pop (Foto)
Laura Jansen: Einfühlsamer Piano-Pop Bild: dpa

Brüssel, Zürich, Genf, Conneticut, Boston, Nashville, Los Angeles - Laura Jansen hat schon viele Orte kennengelernt, Amerika aber war immer ihr großer Traum, und den hat sich die Niederländerin erfüllt.

Berlin (dpa) - Brüssel, Zürich, Genf, Conneticut, Boston, Nashville, Los Angeles - Laura Jansen hat schon viele Orte kennengelernt, Amerika aber war immer ihr großer Traum, und den hat sich die Niederländerin erfüllt.

Auch wenn sie sich in den USA nach einer schwierigen Phase einigermaßen durchgebissen hat, die ersten großen Erfolge hat die Singer-Songwriterin doch in ihrer niederländischen Heimat gefeiert. Ihr Debütalbum «Bells» erreichte dort Platinstatus, ihre Coverversion des Kings of Leon-Songs «Use Somebody» war über ein Jahr in den Singlecharts vertreten.

Kein Wunder, denn die Piano-dominate Neufassung ist eine wunderschön einfühlsame Ballade geworden, die das Rock-Element der Kings of Leon in den Hintergrund drängt - weniger Hymne, mehr zarter Hauch. Das passt auch zur Grundstimmung des leicht melancholischen Albums «Bells», das aber niemals im Schmerz versinkt.

Ein Album, an deren Anfang das Ende steht. «The End» heißt der Opener, mit dem Laura Jansens Verarbeitung einer gescheiterten Beziehung beginnt. Der Schlussstrich ist zwar schon fünf Jahre her, aber der Schmerz scheint tief zu stecken. In «Single Girls» beschreibt sie dieses plötzlich ungewohnte Leben ohne Freund.

Musik ist ihr dabei Therapie: «Ich schreibe Songs und mache Musik, um Dinge, die in meinem Leben geschehen, zu verarbeiten», sagt die Niederländerin laut ihrer Plattenfirma Universal. Dass das nicht zur drögen Nabelschau verkommt, liegt an ihrem die Songs dominierendem Pianospiel und der klaren und hellen Stimme, in der immer auch ein wenig Hoffnung mitschwingt. Nur bei «Use Somebody» klingt sie ein wenig brüchig, was vielleicht daran liegt, dass das ein «Jungssong» ist.

Laura Jansens Piano-Pop-Songs würden auch nur mit Stimme und Piano funktionieren, aber ihren Trennungsschmerz hat sie - neben der Rhythmusgruppe - mit Glockenspiel, Mellotron, Keyboards, Trompete und Banjo verfeinert. Ein bisschen Reggae («Soljah») oder Anleihen bei den Andrews Sisters («Wicked World») erweitern zudem den musikalischen Horizont.

Am Anfang stand das Ende, am Ende steht die Hoffnung. «Signals» heißt der letzte - ziemlich rockige - Song, der in den trotzigen Refrain mündet: «Bald wird alles magisch sein, Liebster.» Wer sagt's denn.

Im August wird Laura Jansen im Vorprogramm des belgischen Singer-Songwriters Milow drei Konzerte in Deutschland geben: 11.08. Schlossgarten, Schwetzingen - 13.08. Rottweiler Ferienzauber, Rottweil - 31.08. Amphitheater Philippsruhe, Hanau

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news.de/dpa
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