Fernsehen «Polizeiruf 110»: Längst keine Ost-Domäne mehr

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«Polizeiruf 110»: Längst keine Ost-Domäne mehr Bild: dpa

Die in der DDR geborene Krimireihe «Polizeiruf 110» ist längst nicht mehr der alleinige Favorit der Ostdeutschen. Im Gegenteil: Die Marktanteile der Krimis liegen in den westlichen Bundesländern zumeist höher als in den östlichen, egal ob die Fälle in München, Rostock, Halle oder Brandenburg angesiedelt sind.

Berlin (dpa) - Die in der DDR geborene Krimireihe «Polizeiruf 110» ist längst nicht mehr der alleinige Favorit der Ostdeutschen. Im Gegenteil: Die Marktanteile der Krimis liegen in den westlichen Bundesländern zumeist höher als in den östlichen, egal ob die Fälle in München, Rostock, Halle oder Brandenburg angesiedelt sind.

Selbst bei den alteingesessenen Ost-Stars wie Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler («Polizeiruf 110» aus Halle) ist die Resonanz im Westen leicht höher, wie eine Auswertung des Marktforschungsunternehmens Media Control ergab.

Beispiel: Besonders die Brandenburger Krimis mit der mittlerweile ausgeschiedenen Imogen Kogge als Kommissarin Johanna Herz kamen in den alten Bundesländern besser an als in den neuen: Ihren letzten Fall («Fremde im Spiegel», 7.11.2010) sahen insgesamt 7,57 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 20,6 Prozent), im Westen 21,4 Prozent, im Osten 17,8 Prozent. Die vorletzte Geschichte, «Falscher Vater» (Dezember 2009), verbuchte im Westen 19,0 Prozent, im Osten 15,4 Prozent.

Auch das Rostocker Gespann Anneke Kim Sarnau/Charly Hübner im «Polizeiruf 110» spricht eher die Geschmäcker in Hamburg, Bremen, Hessen und Nordrhein-Westfalen an. Der «Polizeiruf 110» mit dem Titel «Einer von uns» (April 2010) erzielte im Westen 25,2 und im Osten 18,8 Prozent, der Fall «Feindbild» (Februar 2011) 17,3 Prozent beziehungsweise 12,6 Prozent. Im Heimat-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern können die beiden Ermittler noch einigermaßen mithalten. Dort verzeichneten sie einmal 25,7 und dann 14,9 Prozent.

Auch der in München ansässige «Polizeiruf 110» hat es zwischen Elbe und Oder schwer: Der einzige Fall («Klick gemacht», November 2009) von Jörg Hube und Stefanie Stappenbeck brachte im Westen 19,9 und im Osten 15,1 Prozent, die Story «Zapfenstreich» am 9. Mai 2010, als Stappenbeck nach Hubes Tod allein ermittelte, wies 20,6 und 13,9 Prozent Marktanteil auf.

Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler, das Traditions-Duo aus Halle an der Saale, schneidet im Westen auch leicht besser ab: Der vorerst letzte Krimi der beiden, «Ein todsicherer Plan» am 17. April, wies 22,9 (West) und 19,7 Prozent (Ost) auf.

news.de/dpa

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