Von den news.de-Redakteuren Michael Heinrich, Katharina Bott und Michael Kraft
Das letzte AC/DC-Konzert mit Bon Scott gibt es jetzt auf DVD. Let There Be Rock kracht mächtig rein. The Blood Arm setzen eher auf Wucht aus dem Klavier, und die Netz-Lieblinge Foster The People haben die besten Lieder für den Strand aufgenommen.
Selten hat ein Film über eine weltbekannte Band langweiliger begonnen. Die ersten zehn Minuten widmet die digital remasterte DVD zum 30. Jubiläum «des bahnbrechenden AC/DC-Konzertfilms» dem Abbau des Sets. Soll so noch einmal zusätzlich Spannung aufgebaut werden? Das wäre gar nicht nötig. Fans der australischen Hardrock-Band dürften ohnehin heiß darauf sein, den letzten legendären Konzertauftritt von Leadsänger Bon Scott 1979 in Paris zu sehen.
Da heißt es vorspulen und «Let There be Rock!» Zum Glück sind die 13 Songs auch frei anwählbar. Mit Live Wire blasen Angus und Malcom Young, Cliff Williams, Phil Rudd und Scott die Ohren der Zuschauer frei. Es folgt eine feine Auswahl der Songs von High Voltage bis Highway to Hell. Dazwischen sind drei Spielszenen und Interviews untergebracht, in denen unter anderem Scott über seine Beziehung zu den Young-Brüdern und den anderen Band-Mitgliedern redet.
Interpret: AC/DC
Titel: Let There Be Rock (DVD)
Verleih: Warner Home Video
FSK: ohne Altersbeschränkung
Es glockt, frickelt, klingelt, zischelt, groovt. Der Background singt Hulala und Schuhuha. Neben den eingängigen Melodien, die zum Fußwippen, Fingerschnippen und Hüftewackeln verleiten, sind es vor allem die kleinen Nebengeräusche, die den Charme des Debüt-Silberlings von Foster The People ausmachen. Im vergangenen Jahr schlug der Song Pumped Up Kicks der US-Indiepopper hohe Wellen in der Blogosphäre. Keine Hexerei also, dass ihr musikalisches Erstlingswerk namens Torches prompt auf Platz acht der US-Albumcharts landete.
Apropos Wellen: Nach Sand, Meer und Surfboard klingt ihre Gute-Laune-Musik. Das verwundert wenig, kommen die Wunderknaben doch aus dem sonnigen, Meer umspülten Kalifornien. Nun ist das Debüt-Album Torches endlich auch bei uns zu haben. Zehn sommerliche Tracks wollen erhört werden, die mal mehr nach Beach Boys und Cuba Libre, mal mehr nach
Phoenix und einem kühlen, nicht zu herben Bier klingen. Dass Sänger und Gitarrist Mark Foster Werbejingles schrieb, merkt man der Scheibe an. An mancher Stelle tönt es zu glatt poliert, ist das Arrangement zu stimmig. Am 15. Juli spielen Foster The People in Ferropolis beim Melt! Festival. Wenn ihre Songs auf dem richtigen Plattenteller landen, dann findet der eine oder andere Track sicher auch den Weg in den Lieblingsclub um die Ecke.
Interpret: Foster The People
Album: Torches
Plattenfirma: Sony Music
Erscheinungsdatum: 24.Juni 2011
Besonders cool sind The Blood Arm nicht mehr. Die Band aus Los Angeles klingt manchmal mehr nach den Kaiser Chiefs als die Kaiser Chiefs selbst (She’s A Guillotine). Eines ihrer Intros weist seltsame Ähnlichkeiten zu den Wunderbaren Jahren von den Sportfreunden Stiller auf (Friends For Now). In einem anderen Song spielen sie auf den eigenen bisher größten Hit an (das famose The Creditors). Und dann haben sie auch noch einen Refrain, der bei Hootie & The Blowfish abgekupfert ist (All My Love Songs).
Trotzdem ist Turn And Face Me, das dritte Album von The Blood Arm, gelungen. Die Platte macht all die oben aufgeführten Fehler. Das Schöne dabei: Sie macht sie wissend, freiwillig, mit einem fetten Grinsen im Gesicht. The Blood Arm haben ihren Triumph im Scheitern gefunden. Vor allem aber hat das Quartett auch auf Turn And Face Me jede Menge Hits.
Es gibt ein bisschen Glamrock mit Sixites-Faible, dezente Elektronik, manchmal klingen The Blood Arm auch wie ein außer Rand und Band geratenes Uni-Orchester. Und immer wieder singt Nathaniel Fregoso aus der Perspektive des optimistischen Verlierers, des Trottels mit dem Herz am rechten Fleck.
The Blood Arm sind im Herbst auf Tournee in Deutschland:
16. September: Essen - Zeche Carl
25. September: Leipzig - Werk 2
28. September: München - Atomic
29. September: Weinheim - Cafe Central
22. Oktober: Frankfurt - Yellowstage
23. Oktober: Köln - Werkstatt
24. Oktober: Hamburg - Uebel & Gefährlich
25. Oktober: Berlin - Magnet
Künstler: The Blood Arm
Album: Turn And Face Me
Plattenfirma: Snowhite
Erscheinungsdatum: bereits erschienen