Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz
Wo kein Kläger, da kein Richter? RTL steckt Andrea Kiewel und Kachelmanns Anwalt in eine lieblos produzierte Show, nennt das Ganze Einspruch - Die Show der Rechtsirrtümer und hofft, so den Mittwochabend zu retten.
Damit will RTL also quotenmäßig den Mittwochabend retten: Kachelmanns Anwalt erklärt dem Volk Recht und Gesetz. Moderatorin Andrea Kiewel stellt die Fragen der besorgten Bürger und Daniel Hartwich macht zwischendrin den Praxistest à la Versteckte Kamera. Das Ganze heißt Einspruch! Die Show der Rechtsirrtümer - und ist vor allem zweierlei: völlig uninspiriert inszeniert und sterbenslangweilig. Eines scheint hiermit bereits festzustehen: Frau Kiewel wird nicht die neue RTL-Quoten-Queen.
Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit dem Unterhaltsamsten - dem Anwalt: Prof. Dr. Ralf Höcker. Der hatte bereits für Wetterfrosch Jörg Kachelmann während seines Prozesses wegen mutmaßlicher Vergewaltigung eine einstweilige Verfügung gegen die Bild-Zeitung und den Focus erstritten. Zu seinen Mandaten zählen unter anderem Supermodel Heidi Klum, deren Ehemann Seal und Fußballspieler Lionel Messi.
Was gab es in der Show zu lernen? Fall 1: Können Fahrradfahrer geblitzt werden? Das sagt der Anwalt: Ja, können sie, wenn sie zum Beispiel in einem verkehrsberuhigten Bereich schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren. Übrigens: Das 50 km/h-Tempolimit innerorts gilt nur für motorisierte Fahrzeuge, nicht aber für Radrennfahrer. Wer's schafft schneller zu radeln, darf dies auch.
Fall 2: Wenn in der Werbung für Spülmaschinen-Tabs versprochen wird, dass sie auch hartnäckige Verkrustungen lösen, dürfen Kunden ihr Geld zurück fordern, wenn die Tabs versagen. Anwalt Höcker gab abwaschend und in Spülschürze noch den Tipp: Einweichen hilft bei Verkrustungen am besten.
Allerspätestens an diesem Punkt fragte sich der Zuschauer, für wie naiv RTL sein Publikum eigentlich hält. Vom Show-Sofa aus flötete zu allem Überfluss auch noch Andrea Kiewel, was für ein toller Mann der Herr Anwalt doch sei - und obendrein noch Single. Das war selbst für RTL-Verhältnisse peinlich.
Fall 3: Verabredung mit Freunden in einem Restaurant. Drei von vier Gästen bestellen etwas, einer verzichtet ganz. Daraufhin muss der Nicht-Besteller das Lokal verlassen. Auf Wunsch des Wirtes. Das sagt der Anwalt: sein gutes Recht. Der Wirt hat das Hausrecht seines Lokales. Er darf auch entscheiden, wer den Seniorenteller bekommt und wer nicht. Den Nicht-Esser seines Restaurants zu verweisen, war zwar rechtlich korrekt, aber nicht sehr clever. Denn die drei anderen Gäste verließen daraufhin auch das Lokal.
Das verschwieg der Anwalt: Mit welchem Aufwand Kunden oder Geschädigte zu ihrem Recht kommen. Kein Wort von nervenaufreibendem Papierkrieg oder teuren Anwaltskosten. Bei Höcker hieß es immer nur: «Selbstverständlich bekommen Sie ihr Geld zurück.» (Wenn's im Urlaubshotel geschimmelt hat und Kakerlaken übers Essen liefen.) «Selbstverständlich haben Sie Anspruch auf ein neues Gerät.» (Wenn der teure Staubsauger schon nach drei Monaten nicht mehr saugt.)
Bei einer Stunde Sendezeit inklusive zwei Werbepausen bleibt eben keine Zeit für Tiefgang. Das bewiesen auch die Außeneinsätze von Reporter Daniel Hartwich. Hatte er als Moderator bei <em>Let's Dance</em> noch charmant an der Seite von Sylvie van der Vaart glänzen können, zeigte Hartwich nun Holzhammer-Komik nach dem Motto: Wer am dreistesten nervt, hat die Flachwitzfans auf seiner Seite. Hat der Zuschauer in so einem Fall eigentlich auch das Recht auf Einspruch? Zumindest eines auf Wegschalten.
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Bestes Zitat: «Weil wir die Guten sind.» (Andrea Kiewel verteilte kurz darauf Süßigkeiten ans Publikum, die Daniel Hartwich auf einer Messe dreisterweise eingetütet hatte.)
cvd/news.de
Korrektur: Ich bin der Ansicht, dass der Artikel gegen Höcker / Kiewel weder den Wert des Papiers noch den des durch den Computer des Autors bverbrauchtenb Stroms, geschweige denn 75 € Wert ist.# Er ist total überbezahlt. Der Autor sollte sich über andere Leute auslassen!
jetzt antwortenKommentar meldenIch bin der Ansicht, dass der Artikel gegen Höcker / Kiewel den Wert des Papiers oder des durch den Computer des Autors bverbrauchtenb Stroms, geschweige denn 75 € Wert ist.
jetzt antwortenKommentar meldenElvisB hat Recht! Wenn Sie die Moderatoren nicht leiden können, dann schreiben Sie doch nicht über sie. Die Show ist kurzweilig und reine Unterhaltung. Aber ich kann gut verstehen dass man für 75 Euro pro Artikel grundsätzlich gefrustet ist...
jetzt antwortenKommentar meldenWenn wir hier schon von purer Langeweile reden, der Artikel ist auch nicht besser! Aber schön zu sehen dass auch ungebildete Praktikanten die Chance bekommen ihrer Primitivität freien Lauf zu lassen. Glückwunsch! Selten so ein schlecht geschriebenen Artikel gelesen. Weiter so. Schlechter kann's nicht werden.
jetzt antwortenKommentar meldenMein Onkel sagte schon vor Jahren: In Deutschland seinen Ausweis wegschmeissen, und "Asyl Asyl" sagen, dann bekommt man hier alles ohne Probleme, incl. aller Rechte!
jetzt antwortenKommentar meldenKlar hat derjenige große Probleme , in Deutschland sein Recht durchzusetzen; deshalb bleibt aber Recht gleich Recht.Das hat er (Prof. Dr. Höcker) ja nicht bestritten .Es zeugt von einer schlechten Rechtsprechung in Deutschland, wenn Recht nicht Recht bleibt, sondern erst mit hohem Aufwand erstritten werden muß. Hier ist doch was zu ändern.Wenn ich zu einem Ausländer ein unrechtes Wort sage, dann wird gleich von ausländerfeindlich gesprochen, aber der türkische Restaurantbesitzer kann einem des Lokals verweisen ohne deutschfeindlich zu sein. Alles ungerecht!!!!
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