So., 27.05.12

«Verbotene Liebe» 21.06.2011 Das Serienbiest ist zurück

Verbotene Liebe (Foto)
Ob sie wohl wieder Intrigen spinnt? Isa Jank ist als Clarissa von Anstetten zurück bei Verbotene Liebe. Bild: ARD/Timo M. Seidel

Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach, Hamburg

Sie war zehn Jahre im Gefängnis. Jetzt kehrt Isa Jank als Clarissa von Anstetten wieder zur Verbotenen Liebe zurück. Im Gespräch mit news.de erzählt die Schauspielerin, warum das wie Radfahren ist und was dabei herauskommt, wenn sie sich selbst googelt.

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An ihrem 20. Geburtstag haben sie sich ineinander verliebt, ohne zu ahnen, dass sie Zwillingsgeschwister sind. So begann die Verbotene Liebe zwischen Jan Brandner und Julia von Anstetten im Jahr 1995. Nach nur zwei Jahren verließen die Schauspieler Andreas Brucker und Valerie Niehaus die Serie. Und so verschwand Julia während eines Urlaubs auf Lanzarote spurlos, Jan wollte ein neues Leben irgendwo anders beginnen.

Die Mutter der beiden, Clarissa von Anstetten (Isa Jank), hatte die Zwillinge absichtlich nach der Geburt getrennt, weil sie andere Pläne für ihre Zukunft hatte. Noch bis 2001 spann sie die Intrigen in der Serie. Als auch Schauspielerin Isa Jank ausstieg, landete ihre Figur im südamerikanischen Gefängnis - für zehn lange Jahre.

Doch nun sind alle drei wieder zurück. Sie treffen sich jedoch nicht in der Düsseldorfer High Society wieder, sondern auf Mallorca. Und Verbotene-Liebe-Fans bekommen noch mehr von ihrer Serie: Durch den neuen Handlungsstrang wird jede Folge von 25 auf 45 Minuten verlängert. Und noch was hat sich verändert: Die Gesichter von Julia und Jan. Nina Bott und Hubertus Grimm spielen ab heute das Geschwister-Liebespaar. Clarissa von Anstetten ist jedoch die Alte. Oder doch nicht?

Kommt Clarissa von Anstetten nach ihrem Gefängnisaufenthalt geläutert zurück?

Isa Jank: Ich hoffe, dass es nicht so pauschal sein wird und ich viele Facetten spielen darf. Wenn man sich vorstellt, dass sie über zehn Jahre unter harten Bedingungen gelebt hat: Ich glaube, dass man da brechen kann oder sich eben nicht unterkriegen lässt und die Menschlichkeit in sich und in anderen entdeckt. Bei ihr kommt sicher auch eine Portion mehr Lebensweisheit dazu.

Wie ist es für Sie, nach so langer Zeit in die Serie Verbotene Liebe zurückzukommen?

Jank: Das war wie Radfahren. Man steigt auf und fährt. Außerdem ist es für mich gerade ein ganz neues Team, weil wir jetzt erstmal nur auf Mallorca drehen.

Mussten die Produzenten viel Überzeugungsarbeit leisten?

Jank: Es war ein Anklopfen über Jahre hinweg. Sie haben es mehrmals versucht, man behielt sich im Auge.

Und weil Sie auf Mallorca drehen dürfen, haben Sie sich nun dafür entschieden?

Jank: Das war ein Punkt, ja. Das Gesamtpaket muss stimmen. Dies schien mir eine gute und interessante Wahl.

Welche Geschichte wird auf Mallorca erzählt?

Jank: Ich finde es so schade, alles schon vorher zu erzählen. Es geht um ihre Kinder. Die originale verbotene Liebe zwischen den Geschwistern wird wieder zum Tragen kommen. Clarissa ist nun mal die Mutter. Sie hatte ja damals absichtlich die Zwillinge getrennt. Da war kein Zufall im Spiel. Sie konnte allerdings nicht damit rechnen, dass sie sich 20 Jahre später treffen würden und ineinander verlieben. Das war nicht geplant, aber so ist das Leben. Jetzt möchte sie ihre Fehler wieder gut machen und sich familiär einbringen.

Das klingt gar nicht biestig. Wie finden Sie, dass Sie auf das Serienbiest festgelegt sind?

Jank: Das ist alles eine Bewusstseins-Frage. Die Menschen wollen immer alles vereinfachen, deshalb diese Kategorisierungen. Meine Rolle war nie nur so, sondern eher die vielfältigste.

Haben Sie in den vergangenen Jahren, in denen Sie nicht dabei waren, Verbotene Liebe verfolgt?

Jank: Nein, habe ich nicht. Ich habe an anderen Projekten gearbeitet und mich darauf konzentriert.

Sie haben Ihr Schauspielhandwerk in Amerika gelernt und auch dort gearbeitet. Warum sind Sie nach Deutschland zurückgekommen?

Jank: Neugierde. Ich mache immer Sachen, die etwas andersherum sind. Ich habe in Amerika mit dem Schauspiel angefangen, was ich heute nicht mehr tun und auch niemandem empfehlen würde. Weil es viel zu schwierig ist. Es ist das härteste Pflaster der Welt.

Was ist für Sie der Unterschied zu Deutschland?

Jank: Gegenüber Amerika ist hier alles eine Miniatur. Ganz Los Angeles besteht nur aus Schauspielern, egal ob sie kellnern oder Taxi fahren. Es gibt eine irrsinnige Konkurrenz. Dort musst du prinzipiell für Rollen vorsprechen, außer du bist ein «household name», eine sehr bekannte Schauspielerin. Aber selbst die müssen sich mit Castingsituationen auseinandersetzen. Das blieb mir in Deutschland so gut wie erspart, weil ich viele Rollen angeboten bekommen habe. Hier hatte ich so gut wie nie Konkurrenz. Vielleicht waren es zwei oder drei andere, die auch im Gespräch waren, da drüben sind es aber Hunderte. In den USA eine Film- oder Fernsehrolle zu bekommen, bedeutet enorm viel.

Aber ist die Konkurrenz in Deutschland heute nicht auch gewachsen? Es scheint immer mehr junge Schauspieler zu geben.

Jank: Das kann schon sein, das kann ich gar nicht mehr beurteilen. In dieser Alterskategorie gibt es wahrscheinlich mehr Rollen als in meiner. Aber es ist auch heute noch so, dass man als Deutsche in Amerika kaum dreht. Denn deutsche Themen werden vom amerikanischen Film kaum behandelt.

Sie würden also nicht zurückgehen?

Jank: Ich war 2003 noch mal ein ganzes Jahr dort. Da habe ich mich selbst gefragt, ob ich denn jetzt mal aufhören kann zu spinnen?! Warum mache ich mir mein Leben so schwer? Los Angeles hat sich sehr gewandelt. Ich durfte es dort noch erleben, als es «laid back» war, heute ist es sehr europäisiert. Keine Zeit, alle sind unhöflich geworden. Ein sehr egoistisches Pflaster. Da muss man sehr reich sein, dann kriegt man das alles nicht mit und kann nur die Vorteile genießen. Es ist mir zu brutal geworden, ich fühle mich dort nicht mehr wohl.

Gibt es eigentlich die Clarissa-von-Anstetten-Fans von damals noch?

Jank: Ich werde sehr oft darauf angesprochen. Außerdem kann man im Internet nachlesen, dass es noch viele Fans gibt. Ich bin ja erst seit einem Jahr mit dem Internet bekannt. Früher konnte ich das nicht, da war ich sehr ignorant.

Wieso haben Sie das Internet erst jetzt für sich entdeckt?

Jank: Es war mal fällig. Ich hatte mich immer dagegen gewehrt. Als ich so intensiv gedreht habe, fehlte mir auch die Zeit.

Googeln Sie sich selbst?

Jank: Das habe ich auch schon gemacht. Was ich merkwürdig finde ist, dass man heute fast keine Geheimnisse mehr haben kann. Das finde ich nicht so schön. Früher habe ich mich mehr beschützt gefühlt, aber jetzt denke ich: Okay, da steht das Geburtsjahr und alles mögliche, was ich gar nicht gesagt habe. Sei es drum.

Isa Janks Paraderolle ist die der Clarissa von Anstetten in der Serie Verbotene Liebe, die sie bereits 1995 bis 2001 verkörperte. Die Schauspielerin hat nach ihrer Ausbildung in den USA auch in amerikanischen Serien mitgespielt. 1992 kehrte sie nach Deutschland zurück und übernahm Rollen unter anderem in Liebling Kreuzberg und Praxis Bülowbogen. Von Oktober 2005 bis November 2008 war sie in der Telenovela Wege zum Glück zu sehen.

Verbotene Liebe, montags bis freitags, jetzt 18 bis 18.45 Uhr, im Ersten

car/news.de
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