So., 27.05.12

Horrorkomödie 21.06.2011 Eine Legende spielt sich selbst

Von news.de-Redakteur Cord Krüger

Was Bruce Willis für Hollywood ist Bruce Campbell im Schundfilmbereich: eine Legende. In My Name Is Bruce nimmt er es mit einem Dämon auf und sich selbst dabei gehörig auf die Schippe. Die Horrorkomödie läuft heute als deutsche Erstausstrahlung bei Tele5.

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Bruce Campbell ist ein Star. Zumindest im B-Film-Bereich. Mit Sam Raimis berüchtigtem Horrofrühwerk Tanz der Teufel wurde Campbell 1981 bekannt. Rollen in weiteren Raimi-Streifen und zahllosen Billigfilmen ohne Anspruch machten ihn in Fankreisen zu einer kleinen Legende. Sogar die Coen-Brüder besetzten ihn für kleinere Parts. Campbell gehört zu den Schauspielern, die einen miesen Film nicht retten, aber zumindest weniger schlecht erscheinen lassen. Und in puncto Charme und Selbstironie kann er durchaus einige der hochbezahlten Hollywoodkomödianten in den Schatten stellen.

In My Name Is Bruce spielt er im Prinzip sich selbst: den Hauptdarsteller illustren Kolportagequatsches wie Cave Alien 2 oder Chinbilly & Dirtface. Wenn er nicht gerade mit sensationell schlecht getricksten Filmmonstern rangelt, ringt er verbal mit seiner Exfrau und betrinkt sich in seinem Wohnwagen.

Das aufregende Leben des B-Movie-Stars wird jäh unterbrochen, als ihn die Bewohner des Bergwerk-Örtchens Gold Lick verschleppen. Ein chinesischer Dämon treibt in dem Kaff sein blutiges Unwesen und der hiesige Filmnerd kam auf die Idee, dass nur der größte Monsterexperte der Kinogeschichte weiterhelfen könnte: Bruce Campbell. Er tut sein bestes - und das ist nicht sehr viel. Wird es für den Dämon genügen?

Campbell spielt sich selbst wie seine Paraderollen: Er wirkt stets so hilflos wie die Frau, die es in Billigfilmen üblicherweise zu retten gilt und gleichzeitig wie der unerschütterliche Held von nebenan, der letzten Endes den Tag retten wird. Bei My Name Is Bruce stand Campbell nicht nur vor der Kamera, sondern produzierte den Film auch noch und führte Regie.

Grandios als Parodie

Große Filmkunst darf man nicht erwarten. Die Horrorgeschichte ist läppisch und hat trotz ihrer bescheidenen Laufzeit von unter anderthalb Stunden viele ärgerliche Längen. Wirklich grandios sind hingegen die Momente, in denen Campbell die Art von Filmen auf die Schippe nimmt, die ihm selbst zu bescheidenem Ruhm verholfen haben.

Seine Einführung am Set eines fiktiven Schundstreifens ist schreiend komisch, ebenso eine Szene, in der Campbell und sein Kompagnon das Horrorgenre nach nachahmenswerten Möglichkeiten zur Monstervernichtung durchforsten und daran verzweifeln, dass ihnen weder eine Bohrinsel, noch ein Stahlwerk, ja noch nicht einmal ein Minenschacht zur Verfügung stehen.

Vor allem als Parodie offenbart My Name Is Bruce überraschende Qualitäten und macht darum deutlich mehr Spaß als die jüngsten, unterirdischen Teile der Scary-Movie-Reihe. Dass der Horrorfilm letztlich doch nicht mehr ist als eben Trash, ist dem inkompetenten Drehbuch geschuldet. Bruce Campbell lässt das allerdings fast vergessen - er ist eben zu Recht eine Legende.

Bestes Zitat: «Übermitteln Sie die Scans an Delta Baker. Verteilen Sie die Bioblaster. Und holen Sie was vom Chinesen.» (Bruce Campbell in dem fiktiven Film Cave Alien 2)

Titel: My Name Is Bruce
Regie: Bruce Campbell
Darsteller: Bruce Campbell, Grace Thorsen, Taylor Sharpe, Ted Raimi
Sendetermin: Dienstag, 21. Juni 2011, 22.10 Uhr, Tele5

wie/news.de
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