Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Sie hat rote Haare, ein strahlendes Lächeln und wenn sie spielt, bekommen manche Zuschauer Angst: Andrea Sawatzki ist auch ohne den Frankfurter Tatort sehr erfolgreich. Ein Porträt über die vielseitige Schauspielerin.
Sie hat lange Zeit keinen wichtigen Preis gewonnen. Präsent war sie trotzdem auf dem TV-Bildschirm. Und meist lieferte sie sehr gute Arbeit ab. Ihre Filmographie kann sich sehen lassen, sogar Tatort-Kommissarin war sie acht Jahre lang. Andrea Sawatzki ist ein Phänomen: Als sie 2009 ihren Abschied vom Frankfurter Tatort verkündete, mag sich manch einer gefragt haben, warum sie eine solch ehrenvolle Aufgabe abgibt und was jetzt wohl aus ihr wird.
Die Sorgen waren unbegründet. Die 48-jährige Schauspielerin ist so gut im Geschäft wie nie und sahnt derzeit einen Preis nach dem anderen ab. Anfang Juni sprang sie vor Freude in die Höhe, als sie mit dem Bayerischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin in einem Fernsehfilm ausgezeichnet wurde. «Ich wollte den Preis immer haben», gestand sie bei der Gala in München, «jetzt habe ich ihn und nehmen ihn mit heim nach Berlin».
Den Preis erhielt Sawatzki für ihre Rolle in Bella Vita, der im vergangenen Jahr im ZDF lief. Sie spielt darin eine Frau, die mit der Geliebten ihres Mannes konfrontiert wird. Es sei eine Freude, ihr bei der Arbeit an sich selbst zuzusehen und mit ihr die Liebe zum Leben neu zu entdecken, hieß es in der Begründung der Jury.
Die nächste Auszeichnung lässt nicht lange auf sich warten: Heute erhält Andrea Sawatzki den «Preis für Schauspielkunst» beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. Der undotierter Preis wird an «herausragende Akteure vergeben, die im deutschen Film Charakter und Persönlichkeit gezeigt haben». «Sie ist als Darstellerin eine Grenzgängerin, so intensiv und exzessiv, fast existenzialistisch kommt ihr Spiel einem vor», sagt Festivaldirektor Michael Kötz. «Fast bekommt man Angst um sie, als würde sie sich gleich im Spielen verlieren.»
Andrea Sawatzki hat es immer wissen wollen, ihre Grenzen ausgelotet - ob als seltsam geistesabwesende Tatort-Kommissarin Charlotte Sänger, als böse Stiefmutter in der Märchenverfilmung Brüderchen und Schwesterchen oder als von den Wechseljahren überforderte Hippie-Lehrerin in Doris Dörries Klimawechsel.
Demnächst ist die Schauspielerin erstmals in einer internationalen Rolle zu sehen. In der ZDF-Serie Borgia, über den gleichnamigen und berüchtigten Papstclan, spielt Sawatzki Adriana de Lima, die Cousine des späteren Papstes Alexander VI. Für die Zukunft wünscht sich die rothaarige Mimin «wagemutigere» Regisseure und bessere Drehbücher. «Ich hätte es gerne extremer, mehr am Abgrund», sagte die 48-Jährige kürzlich in einem Gespräch mit dem SWR-Kulturmagazin Nachtkultur.
Klicken Sie sich hier durch unsere Fotostrecke über Andrea Sawatzki.
roj/news.de
ich mag sie, nicht so ein null-acht-fünfzehn-typ sie kann man sich nicht leid sehen - halt ein super-girl!
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