Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz
Eine Journalistin suchte nach Beweisen, um die Bush-Regierung wegen Folter vor Gericht zu bringen. Entstanden ist die preisgekrönte Dokumentation Folter - Made In USA von Marie-Monique Robin. Arte zeigt sie heute Abend zur besten Sendezeit.
Auch wenn es die Bush-Regierung vehement abstreitet, bei Verhören von Terrorverdächtigen Folter angewendet zu haben: Für die Journalisitin Marie-Monique Robin steht das zweifelsfrei fest. Sie sammelte für ihren Dokumentarfilm Folter - Made In USA Beweise, sprach mit Oberfehlshabern, Stabschefs und hohen Politikberatern. Heute Abend zeigt Arte ab 20.15 Uhr den preisgekrönten Beitrag, der auch die Frage stellt: Können die Mitglieder der Bush-Regierung wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gebracht werden?
Zu Wort kommen hochkarätige Zeugen, darunter General Ricardo Sanchez, der ehemalige Kommandeur der Multinationalen Streitkräfte im Irak, Larry Wilkerson, unter Colin Powell Stabschef im amerikanischen Außenministerium, Matthew Waxman, ehemaliger Berater von Condoleezza Rice im Weißen Haus, Alberto Mora, ehemaliger Marinekonsul, und Michael Scheuer, Begründer des Konzepts der CIA zur Überstellung von Terrorverdächtigen zum Verhör in Länder, die es mit dem Genfer Abkommen nicht so genau nehmen. Zudem wird bislang unveröffentlichtes Archivmaterial mit Aufzeichnungen der parlamentarischen Anhörungen gezeigt, die zwischen 2004 und 2008 durchgeführt wurden, insbesondere vom Streitkräfteausschuss des Senats.
Vizepräsident Dick Cheney habe bereits einen Tag nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 ein Geheimprogramm geleitet, das Folter als Verhörmethode legalisieren sollte. Dies sei eine Verletzung der Genfer Konvention, der von den USA unterzeichneten Antifolterkonvention aus dem Jahr 1996, welche den Einsatz von Folter mit der Todesstrafe beziehungsweise mit lebenslanger Haft ahndet.
Schwere Vorwürfe gegen die Bush-Regierung
Die Arte-Doku bezichtigt die Bush-Regierung, sie sei sich von Anfang an der Tatsache bewusst gewesen, dass sie sich durch die Missachtung des Völkerrechts und der amerikanischen Gesetze strafbar macht. Um sich vor eventuellen Klagen zu schützen, verließ sie sich auf Juristen, die Dick Cheney und Donald Rumsfeld nahestanden. Diese sollten den Einsatz von Folter mit stichhaltigen Argumenten rechtfertigen. Zu den angewandten Foltermethoden gehört unter anderem die Technik des WaterboardingWaterboarding ist eine Foltermethode, bei der Ertränken simuliert wird. , ein simuliertes Ertränken.
Zum Schutz der eigenen Truppen beschloss das Pentagon, so zeigt es der Dokumentarfilm, ein geheimes Trainingsprogramm durchzuführen, das von Psychologen geleitet wurde. Darin wird die Crème de la Crème der Offiziere ausgebildet und darauf vorbereitet, Folter zu widerstehen - für den Fall, dass sie in Kriegsgefangenschaft bei Feinden geraten, die sich nicht ans Genfer Abkommen halten.
Das Folterprogramm habe großen Widerstand im US-Außenministerium und bei den Militärchefs ausgelöst, die streng am Genfer Abkommen festhalten. Sie sträubten sich gegen diese «kriminelle Verschwörung» - so nannte es der Vorsitzende des Zentrums für Verfassungsrechte.
Der Dokumentarfilm Folter - Made In USA zeigt akribisch gesammelte Beweise und geht mit seinen Bildern unter die Haut. Und so erhielt er 2010 den Sonderpreis der Jury des Festival des Libertés Brüssel und den Prix Olivier Quemener - gestiftet von Reporter ohne Grenzen - auf dem Figra, dem Internationalen Festival für aktuelle Reportagen und Gesellschaftsdokumentationen in Le Touquet 2010.
Folter - Made In USA: Dienstag, 21. Juni 2011, ab 20.15 Uhr bei Arte
rut/news.de
Das weltweit die Todesstrafe gemieden und verpöhnt wird, ist falsche Vorspiegelung. Es ist auch und gerade die Rettung von Politiker. Wäre Hussein in der westlichen Welt verurteilt worden, würde er heute noch leben.Hier ist wie es mit den üblichen Schwerverbrecher. Alle Diktatoren der Gegenwart gehören aufgehängt. Es sind einige auf der Flucht, einer in Den Haag. Wenn kein Zivilist zur Strecke gebracht wird, wird auch kein Politiker zur Strecke gebracht. Das ist wieder so ein politischer Schachzug. Hat mit Menschenrecht nicht zu tun.Reiner SElbstschutz.
jetzt antwortenKommentar meldenSaddam Hussein wurde zum Tode verurteilt - Wer hängt Bush & Co, die nichts besser sind, auf ?
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