Von news.de-Redakteur Cord Krüger
Kathryn Bigelow verfilmt den Tod Osama Bin Ladens. Die Kommandoaktion, bei der der Al-Qaida-Anführer am 2. Mai erschossen wurde, soll Ende 2012 ins Kino kommen. Bislang hatte Hollywood mit dem Thema Terrorismus wenig Erfolg - das könnte sich nun ändern.
Ob als Familiendrama, als Actiongroteske oder als verzwickter Politthriller: Auf welche Weise sich in den vergangenen zehn Jahren Filme den Anschlägen vom 11. September 2001 und den Kriegen in Afghanistan und im Irak auch näherten, das Publikum zeigte kaum Interesse. Die Oscarpreisträger Stephen Gaghan, Paul Haggis und Robert Redford warfen all ihr Können in die Waagschale, um sich einen Reim auf die großen Themen der Nullerjahre zu machen. Mehr als Filmpreise sprangen nicht dabei heraus.
Aber warum zogen insbesondere die amerikanischen Zuschauer die Köpfe ein, wenn Hollywood statt Spezialeffekten unbequeme Gegenwartsanalysen anbot? Vielleicht, weil das kollektive 9/11-Trauma militärische und geheimdienstliche Feldzüge gegen Terroristen und deren Hintermänner gerecht erscheinen ließ. Vielleicht, weil Filme wie Redacted oder Machtlos zur Auseinandersetzung mit den verdrängten Scheußlichkeiten in Abu Ghuraib und Guantanamo aufforderten. Vielleicht, weil Hollywood in Zeiten der scheinbaren Gewissheit von Gut und Böse Zweifel säte.
Und möglicherweise liegt genau hier ein entscheidender Unterschied zu den 1970er und 1980er Jahren, als Vietnamfilme wie Apokalypse Now oder Platoon Erfolge bei Publikum und Kritik feierten: Hier bot das Kino in einer Zeit des Zweifelns Gewissheiten. Und sei es nur die, dass Krieg Irrsinn ist.
Ein weiterer Unterschied: Die großen, kritischen Vietnamfilme kamen allesamt nach dem Abzug der US-Truppen aus Indiochina. Zur Zeit des Krieges gab es unverhohlene Militärpropaganda wie 1968 Die grünen Teufel mit John Wayne. Syriana (2005) oder Von Löwen und Lämmern (2007) kamen hingegen ins Kino, als in Afghanistan und im Irak nach wie vor gekämpft wurde.
Der erste Al-Qaida-Film mit Happy End?
Zumindest die Jagd auf Osama bin Laden ist seit dem 2. Mai 2011 beendet. Kathryn Bigelows Spielfilm unter dem martialischen Arbeitstitel Killing Bin Laden hat darum vergleichsweise gute Chancen, auf mehr Publikumsinteresse zu stoßen. Denn die Geschichte um die Kommandoaktion der Navy Seals hat schon mal Eines: ein Happy End.
Dabei war ausgerechnet das nicht absehbar, als Bigelow und ihr Drehbuchautor Mark Boal mit den Recherchen zu ihrem Film begannen. Ursprünglich sollte Killing Bin Laden in einem Fehlschlag gipfeln. Amerikas Staatsfeind Nummer eins war Geheimdiensten und Militär immerhin über zehn Jahre lang durch die Lappen gegangen.
Von der Geschichte eingeholt wird Killing Bin Laden nun vermutlich mit der entscheidenden Schießerei im pakistanischen Unterschlupf des «Terrorfürsten» enden. Einen hurrapatriotischen Beigeschmack muss man angesichts der jubelnden Massen auf dem Times Square dabei wohl einkalkulieren. Dass Bigelow die Elitekämpfer von den Navy Seals in ähnlicher Weise glorifizieren wird wie Die grünen Teufel es einst mit den Green BeretsSpezialeinheit des US-amerikanischen Heeres
taten, steht allerdings kaum zu befürchten.
Sogar eine Fortsetzung wäre möglich
Bigelows Thrillern gemein ist ein harter, unsentimentaler Blick auf Profis in Extremsituationen. Ihr mit sechs Oscars ausgezeichnetes Bombenentschärfungsdrama The Hurt Locker war nervenzerfetzend spannend, dürfte aber kaum als Rekrutierungsfilm für die US-Armee taugen. Killing Bin Laden verspricht ebenfalls weniger ein amerikanisches Heldenepos als ein nüchternes Porträt seiner vermutlich versiertesten Soldaten zu werden.
Ob die Geschichte einer siegreichen Schlacht in einem andauernden Krieg reicht, um Zuschauer in die Kinos zu locken, ist offen. Sam Mendes Jarhead handelte vom zweiten Golfkrieg von 1990. Auch diesem siegreich abgeschlossenen US-Feldzug zeigte das Publikum 2005 die kalte Schulter. Möglich, dass auch Bigelows Bin-Laden-Film baden geht, weil letztlich einfach niemand in Kriegszeiten Kriegsfilme sehen möchte.
Falls Killing Bin Laden Ende 2012 doch ein Hit werden sollte, kann die Regisseurin umgehend mit der Arbeit an einer Fortsetzung beginnen. Gerade hat al-Qaida Aiman al-Sawahiri zu Osama Bin Ladens Nachfolger bestimmt.
zij/car/news.de
Der Film wird wie immer eins zeigen und das ist ein entschlossener US-Präsident dann kommen die Helden für den Frieden. Was sicher nicht gezeigt wird ist : wie entsteht Terrorismus,wer war es der Bin Laden ausbildete u.finanzierte die Taliban mit Waffen versorgte Fragen über Fragen die man nicht beantwortet - die USA Expansionspolitk hat nachweislich Verantwortung über viel Unheil dieser Welt u.eskönntenoder müssten vom internationalen Gerichtshof mehrere US Präsidenten u Politiker u. Militärs angeklagt werden Verbrechen gegen Menschenrechte int. Recht ,Kriegsverbrechen,Rechtsbeugung
jetzt antwortenKommentar meldenJuteste Idee! Und die Hauptrolle spielt sicher OBL, der sich als US-Agent und Kriegslockvogel "unterfalscher Flagge" gegen AFG bewährt hat.
jetzt antwortenKommentar meldenHat die "Dame" lange Weile, oder f****t die keiner mehr? Das kann doch wohl nicht wahr sein, einem "Terrorfürsten" auch noch ein Filmisches-Denkmal setzen. Amis scheinen nur noch bekl*** zu sein! Man schütze uns vor Amerika und gebe dieser "Dame" letztendlich mal den Lover der sieh von der Produktion so eines Streifens abhalten kann!
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