Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
Was für Promis gut ist, kann für Sportler nicht schlecht sein: Um seine Portokasse aufzubessern, bedient sich der gemeine Sportstar seiner Popularität und berät die Fernsehzuschauer in zweifelhaften Werbespots. News.de zeigt die grausigen Höhepunkte.
Franz Beckenbauer tat es mehrfach und so oft er wollte. Auch Boris Becker hat mit seinem Können schon so manchen Kritiker verblüfft. Franziska van Almsick konnte ebensowenig widerstehen wie Uli Hoeneß und Sebastian Vettel. Sie haben ihr Gesicht, ihre Haare oder gleich den ganzen Körper für eine Produktinformation hergegeben. Ob diese Entscheidung die beste im Leben der Protagonisten war, sei dahingestellt. Auf jeden Fall klingelte es ordentlich in der Portokasse.
Oje, oje. Da erwischte es vor der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land anno 2006 den Torwart-Titan Oliver Kahn. Er durfte sich das Turnier nur von der Bank aus anschauen. Der Mann, der unsere Elf 2002 bis ins Finale brüllte und sich auch sonst nie etwas zu Schulden kommen ließ. Und was machte der unbezwingbare Oli aus der verfahrenen Situation? Er zog einen Werbedeal für Burger King an Land. Nicht schön, aber zumindest wirtschaftlich.
Auf Bänken kennen sich auch FC-Bayern-Manager Uli Hoeneß und Sportreporter Waldemar Hartmann bestens aus. Zumindest auf Bierbänken. Und diesem Umstand verdanken sie auch den Einsatz für einen namhaften Weißbier-Lieferanten. Bei Hartmann vermutete ja schon der ehemalige Teamchef Rudi Völler eine leichte Neigung zum guten Weizen, besonders bei langweiligen Deutschland-Spielen. Und Hoeneß? Der hat schon so viele Bier-Duschen abbekommen, dass er lässig als echter Hefe-Experte durchgeht. Na dann, Prost die Herren.
Um eine gesellige Bierlaune ging es auch in der Auseinandersetzung zwischen Ex-Schalke-Saubermann Rudi Assauer und seiner ehemaligen Lebensgefährtin und Tatort-Darstellerin Simone Thomalla. Und die legendäre Zeile «nur gucken, nicht anfassen» erfreute fortan jeden Fußballanhänger, zumindest außerhalb von Gelsenkirchen. Denn genau das müssen sich «die Knappen» immer wieder anhören, wenn sie mal wieder eine Meisterschaft vergeigt haben. Vielleicht wird der Fluch ja irgendwann überwunden.
Apropos Gelsenkirchen: Auch ein anderer Ex-Schalker hat sich bislang nicht gerade als Werbeikone und Schauspiel-Genie hervorgetan. Neu-Bayer Manuel Neuer konnte im DFB-Dress zwar schon so manches Ding entschärfen. Den Beweis, dass er auch als weiser Ornithologe eine tolle Figur macht, bleibt er im Werbefilm für einen süßen Schokoaufstrich trotzdem schuldig. Ohne Zeitlupe eine lupenreine Schwalbe erkennen, ist aber auch schwierig. Das schafft höchstens Ex-Fußballer Andi Möller.
Süß mochte es auch Ex-Vorzeige-Delfinchen Franziska van Almsick. Die besserte ihre Haushaltskasse mit einem Clip für einen Schokoriegel auf, in dem sie wie eine mystische Badenixe einem klaren Bergsee entstieg. Ach ja, sie war jung und brauchte die Pause wirklich dringend. Heutzutage hält sie sich übrigens als Sportexpertin der Öffentlich-Rechtlichen über Wasser und taucht auch ab und zu mal mit fachlicher Kompetenz im Fußballstadion auf. Dann doch lieber Werbung, oder?
Pausen sind für Formel1-Weltmeister Sebastian Vettel absolut nichts. Und wenn der Sportler des Jahres 2010 dann doch einmal anhalten muss, weil eventuell der Tank leer ist oder neuer Stunk mit Teamkollege Mark Webber ansteht, nutzt er die Gelegenheit und shampooniert seine Haare. Da sind die Tage der ach so lästigen Schuppen gezählt. Und gut riechen wird es unter dem stickigen Helm dann auch wieder. Nicht nur schnell, auch noch aufs Aussehen bedacht, der Herr Vettel.
Mit Pflegetipps kann auch Bundestrainer Jogi Löw um sich werfen. Denn was Kraft in die Spitzen bringt und wie man die Abwehr sauberhält, weiß keiner besser als der Bundes-Jogi. Vor noch gar nicht langer Zeit noch mit Schnauzbart und Vokuhila-Frisur durch die Stadien getingelt, wurde Löw in der Position als Bundestrainer zum Inbegriff des adretten Abseits-Erklärers. Da kann man sich wohl alles erlauben. Auch in der Werbung.
Auf grenzenlose Unantastbarkeit hatte es bis dahin nur einer gebracht: Lichtgestalt Franz Beckenbauer, Weltmeister als Spieler, Weltmeister als Trainer und Heim-WM-Beschaffer. Doch bereits zu Beginn seiner Karriere, als das Denkmal Beckenbauer noch nicht in Stein gemeißelt war, konnte seine Majestät tun und lassen, was er wollte. So warb der Kaiser zum Beispiel für eine herzhafte Suppe, die ihm anscheinend magische Kräfte verliehen hat. Oder woher kommt diese mediale Dauerpräsenz sonst?
Magisch ging es auch stets bei Tennis-Alleskönner Boris Becker zu: Er konnte sich über die Jahre hinweg wie durch Zauberhand aus allen noch so peinlichen Schlamasseln und Besenkammern unbeschadet herauswinden. Da er nun endlich die große Liebe gefunden hat, mutiert der frühere Rasen-Experte zum Blumenfreund. Dem örtlichen Baumarkt sei Dank. Seiner Frau Lilly scheint es zu gefallen. Die breite Öffentlichkeit hat da so ihre Zweifel, wie viel Gärtner wirklich im Boris steckt.
boi/news.de
Authentisch ist am ehesten Franz Beckenbauer; er ist ungkünstelt nett und seine Sprache ist erfrischend.Sein Wort hat Gewicht , sein Gesicht strahlt - und das kann ansteckend sein. Gut so ! Franziska v.A.ist auch ein "Schwergewicht" mit Tragweite. Komisch sind B.Becker, Gottschalk, Jauch, Völler; gequält sehen aus Ballack und Löw, lächerlich M.Schumacher und Vettel, jämmerlich Kahn, Hoeneß,Neuer, Klopp. Phantastisch ist die Werbung für BIT, sie dauert 7 sec, stört nicht, drängt sich nicht unsympathisch auf. Nicht immer Gesichter, sondern Pfiff (zB. Billigflüge) ist gefragt u. nachhaltig.
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