Von news.de-Redakteur Sven Wiebeck
Neun Prozent sind nicht viel. Diese Zahl steht für den Anteil heimischer Produktionen an den Spielfilmen im TV. Auch im Fernsehen dominiert somit Hollywood - vor allem bei Pro7. Doch der deutsche Film holt auf.
Wie war das mit der tatsächlichen und der gefühlten Temperatur? Da können die Werte schon mal gehörig auseinanderklaffen. Ähnlich kann es dem Fernsehzuschauer hierzulande ergehen, wenn er seinen Blick auf den Anteil deutscher Spielfilme im TV-Programm richtet. Denn der gefühlten Omnipräsenz von Christine Neubauer, Veronika Ferres und Rosamunde Pilcher zum Trotz fristen deutsche Spielfilme im TV nach wie vor ein Nischendasein. Dies hat eine Untersuchung von Media Control ergeben.
Demnach liegt der Anteil heimischer Produktionen bei den fünf quotenstärksten Sendern - der ARD, dem ZDF, RTL, Sat.1 und Pro7 - aktuell bei lediglich rund neun Prozent. Die Marktforscher hatten das deutsche Fernsehprogramm von Anfang Januar bis Mitte April hinsichtlich des gesamten Spielfilm-Angebots genauer betrachtet. Innerhalb dieses Zeitraumes zeigten das Erste, ZDF, RTL, Sat.1 und Pro7 etwas mehr als 100 Stunden deutschen Film - umgerechnet sind dies ziemlich genau 70 Filme von 90 Minuten Spieldauer. Internationale Produktionen kamen hingegen auf 66.774 Minuten - also rund 1113 Stunden, von denen allein etwa 757 Stunden auf US-amerikanische Werke entfielen.
Pro7 steuert gegen den allgemeinen Trend
Mit insgesamt 2451 Sendeminuten hat das Erste die meisten deutschen Filme im Programm. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Anstieg von 103 Minuten. Der öffentlich-rechtliche Konkurrent aus Mainz erhöhte von 704 auf 752, der Kölner Privatsender RTL von 497 auf 727 Minuten. Sat.1 verzeichnete - auch mangels alternativer Sendeformate in den ersten Monaten des Jahres - mit einem Gesamtwert von 1196 gar ein Plus von 293 Minuten. Gegen diesen Trend reduzierte einzig Pro7 die Sendezeit für deutsche Spielfilme drastisch von 3721 Minuten im vergangenen Jahr auf nur noch 1187 Minuten. US-amerikanische Produktionen rangierten mit 21.577 Minuten hingegen stabil auf dem Niveau des Vorjahres.
Damit verteidigt der Münchner Privatsender im direkten Vergleich der fünf Sender seine Stellung als Hollywood-Abspielstation Nummer eins. Dahinter folgt etwas überraschend Das Erste mit 8374 Minuten noch vor Sat.1 mit 8119. Das ZDF verringerte die Minutenanzahl von US-Filmen auf 4593 (vorher 6334). Noch größer war jedoch der Einschnitt bei RTL: Hier wurde der Anteil amerikanischer Spielfilme um mehr als die Hälfte auf nur noch 2739 Minuten gestutzt. Die Kölner setzen eben lieber auf zahlreiche Doku-Soaps und Serien aus dem In- sowie vor allem Ausland.
Bei den Öffentlich-Rechtlichen sind laut Media Control vielleicht noch französische, britische, italienische sowie skandinavische Produktionen als weitere relevante Programmpunkte anzusehen. Bei Pro7 die aus fernöstlichen Ländern. Alle weiteren kann man unter ferner liefen betrachten. Zudem hat der Spielfilmanteil - außer bei Sat.1 - generell abgenommen.
Angesichts dessen sowie der mageren neun Prozent könnten einige Verantwortliche womöglich auf die Idee kommen, demnächst eine Quote für den deutschen Film im Fernsehen zu fordern. Aber eine ganz ähnliche Idee hat ja auch bereits im Hinblick auf die Forderung nach mehr deutscher Musik im Radio Gehör gefunden. Ach nein, doch nicht.
1. müssen wir nicht,was zu tun ist weiß ein jeder,dafür gibt es einen Knopf.2.Ja wir haben gute Deutsche Filme und noch mehr sehr gute Schauspieler.Meines Erachten liegt es an den Produktionen, sehr viele Serien die nichts taugen trotz der sehr guten Schauspieler.
jetzt antwortenKommentar meldenwarum müssen wir uns den ganzen amerikanischen mist angucken, es gibt so viele deutsche filme
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