So., 27.05.12

«Maischberger» 15.06.2011 Schluss mit schlank

Maischberger (Foto)
Welche Lebensmittel wirklich ungesund sind, will Sandra Maischberger von Dr. Gunter Frank wissen. Bild: news.de-screenshot (ARD)

Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz

Angst vor dem Abendbrot: Sandra Maischberger diskutierte mit Schauspieler Moritz A. Sachs, Barbara Becker und Ernährungsexperten über Sinn und Unsinn von Übergewicht und Diäten. Fazit: Unser Verhältnis zum Essen ist gestört.

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Eigentlich eine ganz einfache Frage: Hotdog oder Burger? Doch Ernährungsberaterin Dagmar von Cramm schaut Sandra Maischberger an, als verlange sie von ihr, sich zwischen Pest oder Cholera zu entscheiden. Das Thema der letzten Sendung vor der Sommerpause heißt: Schluss mit schlank! Lieber dick, als auf Diät? Zu Gast sind auch der Schauspieler und Let's Dance-Liebling Moritz A. Sachs (Lindenstraße) und Barbara Becker, ihres Zeichens selbst ernannte Fitnessexpertin und Ex-Frau von Tennislegende Boris Becker.

Letztere war zwar äußerst hübsch anzuschauen, dennoch trug sie inhaltlich so gar nichts zur Sendung bei. Sie wiege 57 Kilo, mache täglich mindestens 20 Minuten Sport und habe sich so «gut sabotiert», dass sie einfach keine ungesunden Sachen isst. Alles ganz einfach bei Frau Becker. Rätselhaft, warum Sandra Maischberger diese personifizierte Selbstkontrolle in die Runde geholt hat. Wenn Becker schlechtes Gewissen bereiten sollte, hat der Plan funktioniert.

Da waren die Schilderungen von Moritz A. Sachs doch um einiges nachvollziehbarer: Zu viel Stress habe ihn unregelmäßig essen lassen. Nach langen Drehtagen habe er gar nicht mehr darauf geachtet, was er isst. So brachte Sachs zu seinen besten Zeiten 127 Kilo auf die Wage. Dank der RTL-Tanzshow Let's Dance habe er es wieder auf unter hundert Kilo geschafft. Auch, weil er während des harten Tanztrainings einfach mal nicht mehr darüber nachgedacht hat, was, wann und wie viel er isst.

«Die Leute haben Angst vor dem Essen»

Es war schon erstaunlich, mit welcher Abscheu die Ernährungsexpertin Cramm über böses Essen referierte - sie trommelte zum Feldzug gegen die Fettzellen. Die meisten Deutschen seien übergewichtig. Dem müsse schleunigst Einhalt geboten werden.

An Cramm ist selbstredend kein Gramm zuviel. Makellos ihr Styling, perfekt abgestimmt ihre Garderobe in pink, weiß und blau. Dagmar von Cramm redet viel zu viel von der Fettzelle an sich, vom bösen Zucker und seinen schlimmen Folgen. Um Himmels Willen! Der naive Zuschauer könnte den Eindruck gewinnen, dass bei ihm im Küchenschrank ein weißes Zuckermonster wohnt.

Moment mal. Jetzt bitte einen Gang zurückschalten im Ernährungspanikmobil. Denn zum Glück hat Sandra Maischberger auch Dr. Gunter Frank eingeladen. Der Arzt hat ein angenehm entspanntes Verhältnis zum Essen. Übergewicht werde vor allem durch die Gene bestimmt. Außerdem werde die Bedeutung von Ernährung für Krankheiten überschätzt. Es gebe zum Beispiel keinen einzigen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Zucker dick mache. Durch all die Diskussionen ums richtige Essen sei unser Verhältnis dazu mittlerweile gestört: «Die Leute haben Angst vor dem Essen.» Dabei seien nicht das Buttercroissant, die Limonade oder der Burger das Problem, sondern die Rohstoffe, aus denen sie hergestellt wurden. Sind nur die besten Zutaten im Burger - guten Appetit!

Wie schön, wir dürfen uns also doch noch ernähren. Was ja in Zeiten von EHEC, BSE und Dioxin ohnehin eine stressige Angelegenheit ist. Dr. Gunter Frank empfiehlt daher: Einfach mal entspannt essen. Denn: «Alles, was unter Zwang geschieht, endet in einem Desaster.» Und das gelte für schlanke wie dicke Menschen gleichermaßen.

Darauf erstmal einen Keks. Nein, natürlich nicht die aus Vollkorn, sondern die doppelten mit ordentlich Schokolade in der Mitte.

Bestes Zitat: «Ich habe einfach keinen Bock auf Größe 46.» (Die diäterfahrene Journalistin Beate Wedekind über ihr Wohlfühlgewicht.)

cvd/news.de
Leserkommentare (6) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Heinrich
  • Kommentar 6
  • 16.06.2011 11:49
 

Essen bis man satt ist. Ungepanschte Naturprodukte ohne Chemie sind ein Garant für gesunde Ernährung. Geschmacksverstärker und alle anderen chemischen Sünden der Lebensmittelindustrie gehören verboten. Aber auch hier zählt nur der Profit. Nach der Lebensmittelindustrie verdient die Pharmaindustrie an den kranken Menschen. Deshalb unbehandelte Naturprodukte und Bewegung bringen das Wohlfühlgewicht und Gesundheit.

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  • Marry 28
  • Kommentar 5
  • 15.06.2011 23:57
 

Ich bin 58 Jahre und habe nie eine Diät gemacht und ich stimme allen zu die sich durch Essen verrückt machen lassen, werden zum Schluß noch mehr Stress in ihr Leben haben, also geniessen, geniessen und glücklich Leben, ob 10 Kg mehr oder weniger davon hängt das Glück nicht ab. Bei der Jounalistin die kein Bock auf Gr.46 hat,sie sah mit ihrer Gardrobe noch dicker aus, wenn man kein Geschmack hat, dann kann man auch noch so eine kleine Größe haben. Heute gibt es auch für Mollige so tolle Sachen, die fröhlich und toll aussehen und jede Frau sieht hübsch aus, wenn sie zufrieden mit ihr Leben ist.

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  • Paul
  • Kommentar 4
  • 15.06.2011 13:43
 

Ich finde es sehr gut und unbedingt erforderlich, dass über Ernährung diskutiert wird. Zu Zeiten, in denen ein Lebensmittelskandel den anderen jagt liegt es an uns Verbrauchern sich zu wehren. Hierfür braucht man aber eine einfache, solide Wissensgrundlage. Soviel Engagement muss von jedem zum Thema Ernährung entgegen gebracht werden um sich nicht permanent Gedanken über "was ess ich mittags, zwischendurch, nachher, abends..." machen zu müssen. Ansonsten wird der Mist den wir vor die Nase gesetzt bekommen immer größer. Die Nachfrage reguliert das Angebot...

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  • Buntstift
  • Kommentar 3
  • 15.06.2011 13:39
 

Seltsame Gesprächsrunden zu mitternächtlicher Stunde zieht diese Frau Maischberger an. Abspecktänzer, eine Frau, die ihre Fitness-CD's wohl nicht mehr verkauft bekommt, eine ehemalige Illustrierten-Verantwortliche, eine mit Uralterkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gespickte "Wissenschaftlerin" (deren "vita" nirgends recherchierbar ist), einen bücherschreibenden "Fachmann" für Adipositas (der aber "alles weiss) und last but not least einen "Abspreck-Comedian" mit wechselnden Ess- und Fastentagen. Ergebnis der gestrigen Sendung: Skepsis gepaart mit leichter Verwirrung.

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  • Michel1966
  • Kommentar 2
  • 15.06.2011 12:48
 

Und wer ist Schuld an dem ganzen Magerwahn ? Die Medien ;-) Jede woche gibt es eine Zeitschrift mit Diättipps und auf jedem Cover sind schlanke Models. Wohl dem, der sich davon nicht beeinflussen lässt. Ich: 45, 178cm, 82kg keine Diät oder Kalorienzählen aber zufrieden.

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  • Klaus Möller
  • Kommentar 1
  • 15.06.2011 12:36
 

Es ist ja wirklich so, die Menschen machen sich einen Stress aus dem "was" sie essen. Wer weiß denn schon genau, was wirklich richtig ist? Heute sagen die Experten so, morgen so. Macht Zucker dick oder nicht? Also muss Süßstoff her. Der ist allerdings schwer abbaubar. Kaffe, so wurde Jahrzehnte behauptet, entzieht dem Körper Flüßigkeit. Vor ein paar Monaten haben "Experten gesagt, Kaffee ist eine 100%tige Flüßigkeitsaufnahme. Lieber 5 kleine Mahlzeiten als 3 Große. Tausend Thesen aber keiner weiß was wirklich richtig ist. Essen mit genuß und etwas auf das "Was + Wieviel" ist das was nützt.

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«Maischberger»: Schluss mit schlank » Medien » Nachrichten

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