Fernsehen Tatort - Nasse Sachen

«Tatort»-Kommissarin Eva Saalfeld (Simone Thomalla) wird mit einem dramatischen Schicksalsschlag konfrontiert: Bei der Jagd auf einen Mörder stellt sie einen Verdächtigen, der mit dem Rücken zu ihr steht: «Drehen Sie sich um», ruft sie.

Tatort - Nasse Sachen (Foto)
Tatort - Nasse Sachen Bild: dpa

Leipzig (dpa) - «Tatort»-Kommissarin Eva Saalfeld (Simone Thomalla) wird mit einem dramatischen Schicksalsschlag konfrontiert: Bei der Jagd auf einen Mörder stellt sie einen Verdächtigen, der mit dem Rücken zu ihr steht: «Drehen Sie sich um», ruft sie.

Als der Mann langsam den Oberkörper wendet, entdeckt die Polizistin ein schreckliches Geheimnis. Dann lässt sie sich ihre Dienstpistole wegnehmen - so zu sehen am Pfingstmontag (13.6.) um 20.15 Uhr in der ARD.

Im elften Fall der Leipziger Hauptkommissare Saalfeld und Andreas Keppler (Martin Wuttke) geht es um die Abgründe des DDR-Regimes. Der Titel des MDR-Krimis «Nasse Sachen» (Regie: Johannes Grieser) steht für eine besonders zynische, interne Bezeichnung des Ministeriums für Staatssicherheit, wenn Gewaltmaßnahmen gegen unliebsame Regimegegner geplant waren. Mordpläne sollen damals nur handschriftlich erstellt und von Minister Erich Mielke oder seinem Stellvertreter Gerhard Neiber persönlich abgezeichnet worden sein.

Doch bis das an die Oberfläche kommt, deutet alles auf einen Fall im Autoschiebermilieu hin. Erst wird die Leiche eines Autohändlers vor den Augen zweier Müllmänner aus einem Auto geworfen, dann wird dessen Angestellter Walter Rimbach erschlagen. Die Ermittler finden heraus, dass Rimbach seinen Chef getötet hat, bevor er selbst umgebracht wurde. Ein Mord ist also geklärt, aber warum wurde Rimbach erschlagen?

Der Fall plätschert vor sich hin, bis die Kommissarin bei der Suche nach den Tätern tief in ihre eigenen Vergangenheit geführt wird. Rimbachs Tochter Karla (Claudia Michelsen) ist nicht sonderlich traurig über den Tod ihres Vaters. Sie und ihre Mutter hatten schon 1989 direkt nach der Wende den damaligen Volkspolizisten verlassen. «Mein Vater war ein 200-prozentiger», erzählt sie. Schon als Fünfjährige habe er ihr Gute-Nacht-Geschichten über die Bedeutung seiner Arbeit im Kampf gegen den Klassenfeind erzählt.

Da kommt Thomas Kramm (Jörg Hartmann) als Verdächtiger ins Spiel, der Rimbach bedroht hat und ihn für das mysteriöse Verschwinden seines Vaters im Jahr 1983 verantwortlich macht. «Ich weiß, was da wirklich gelaufen ist, eine nasse Sache», sagt Kramm. Danach folgt eine hochdramatische Auflösung.

Ein typisches Ost-Thema also. Aber während zum Beispiel im Ludwigshafener und Münchner «Tatort» Dialekt zum Stilmittel gehört, sächselt im Leipziger «Tatort» fast niemand. Warum eigentlich? «Das ist eine Gratwanderung», erklärt MDR-Redakteur Sven Döbler. «Ich achte immer darauf, dass Schauspieler dabei sind, die Sächsisch sprechen können. Aber es ist ein Dialekt, über den man sich gerne lustig macht und der aus historischen Gründen in manchen Ländern einen schlechten Ruf hat. Die Figuren werden dann oft nicht ernst genommen.»

news.de/dpa

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